Flexible und effiziente Vorsorgelösungen für Temporär- und Teilzeitarbeit
Granit Kabashi, Leiter Vertrieb Deutschschweiz und Tessin bei Tellco, erklärt im Gespräch, wie stundenbasierte Modelle Unternehmen bei der administrativen Abwicklung unterstützen und zu attraktiveren Anstellungsbedingungen beitragen können.
Redaktion HZ Insurance
Granit Kabashi ist Leiter Vertrieb Deutschschweiz und Tessin bei der Tellco Bank AG. LinkedIn
Für viele KMU mit Temporärpersonal ist die Pensionskasse mit erheblichem administrativem Aufwand verbunden. Warum passt das klassische BVG-Modell hier nicht mehr?
Kabashi: Das Grundproblem liegt in der Systematik. Das BVG ist historisch auf feste Jobs mit fixen Monatslöhnen und unbefristeten Verträgen zugeschnitten. Die Realität in vielen KMU und Personalverleihern sieht heute anders aus: Wir haben kurzfristige Einsätze, schwankende Pensen und variable Gehälter. Das klassische System erfordert oft eine Schätzung des Jahreslohns. Liegt man hier falsch, zahlt die Firma entweder zu hohe Beiträge oder ist am Jahresende unterversichert, was zu Nachzahlungen führt. Das schafft Unsicherheit und unnötigen Aufwand.
Zur Person
Granit Kabashi verfügt über mehr als 15 Jahre Erfahrung in der beruflichen Vorsorge und ist Experte für die Herausforderungen im KMU- und Temporärgeschäft. Bei Tellco verantwortet er den Vertrieb in der Deutschschweiz und im Tessin und setzt sich für praxistaugliche, effiziente Vorsorgelösungen ein.
Welche konkreten Risiken entstehen daraus für den Arbeitgeber?
Kabashi: Ein klassisches Beispiel ist die Einsatzdauer. Ist ein Einsatz auf drei Monate befristet, ist er oft nicht BVG-pflichtig. Wird ein zunächst auf drei Monate befristeter Einsatz beispielsweise bereits nach einem Monat verlängert, entsteht ab diesem Zeitpunkt die Versicherungspflicht.
Market Opinion «Vorsorge bei Temporär- und Teilzeitarbeit»
Dieser Artikel ist Teil der Market Opinion «Vorsorge bei Temporär- und Teilzeitarbeit», die in Zusammenarbeit mit der Tellco Pensionskasse realisiert wurde.
Das führt schnell zu komplexen Situationen in der Abrechnung. Zudem laufen Arbeitgeber Gefahr, dass Mitarbeitende durch das Raster fallen. Werden Eintritte verpasst oder Löhne nicht korrekt gemeldet, haften Arbeitgeber unter Umständen für Vorsorgelücken.
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Sie plädieren für eine Abkehr von der Jahreslohn-Denkweise hin zu stundenbasierten Modellen. Wie funktioniert das in der Praxis?
Kabashi: Es ist der effizienteste Weg, um das starre BVG-Raster aufzubrechen. Anstatt Jahreslöhne zu schätzen, wird der BVG-pflichtige Lohn laufend auf Stundenbasis erfasst und abgerechnet. Bei Lösungen wie der Tellco pk PRO ist das Standard: Die Eintrittsschwelle und der Koordinationsabzug werden anteilsmässig auf den effektiven Stundenlohn runtergebrochen. Das bedeutet: Ein Mitarbeiter ist ab der ersten Stunde korrekt versichert – auch bei kurzen Temporäreinsätzen.
««Ein Mitarbeiter ist ab der ersten Stunde korrekt versichert – auch bei kurzen Temporäreinsätzen.»»
Granit Kabashi
Das klingt nach einer technischen Lösung. Welchen strategischen Vorteil hat ein KMU davon?
Kabashi: Es geht um Planungssicherheit und Effizienz. Wenn Sie als Arbeitgeber eine Sammelstiftung haben, die Beitragsabrechnungen auf Stundenlohnbasis bietet, sinkt der administrative Aufwand massiv. Sie vermeiden Doppelerfassungen oder andere Fehler und haben so mehr Ressourcen für das Kerngeschäft. Zudem stärkt eine saubere Abwicklung das Vertrauen der Mitarbeitenden.
Stichwort Mitarbeitende: Viele Teilzeitangestellte sind von Vorsorgelücken betroffen. Warum ist das so?
Kabashi: Hauptursache ist der fixe Koordinationsabzug von 26‘460 Franken (Stand 2026) – unabhängig vom Pensum. Das benachteiligt Teilzeitangestellte systematisch: Der Abzug erfolgt pro Anstellung vollumfänglich. Wer beispielsweise 100% arbeitet und 80’000 Franken verdient, hat einen versicherten Lohn von 53’540 Franken. Bei zwei 50%-Anstellungen mit je 40’000 Franken sinkt der versicherte Lohn hingegen auf insgesamt nur 27’080 Franken.
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Hinzu kommt: Wer mehrere Teilzeitstellen hat, erreicht zwar oft insgesamt die Eintrittsschwelle, ist aber bei keinem einzelnen Arbeitgeber ausreichend versichert. Genau hier setzen moderne Vorsorgelösungen an: flexibel, auf die Realität von KMU und deren Mitarbeitenden ausgerichtet und mit dem klaren Ziel, Vorsorgelücken wirksam zu reduzieren.
Wie kann ein Arbeitgeber hier gegensteuern, um als Arbeitgeber attraktiver zu werden?
Kabashi: In Zeiten des Fachkräftemangels gewinnen attraktive Anstellungsbedingungen enorm an Bedeutung. Ein Unternehmen kann sich profilieren, indem es den Koordinationsabzug anpasst, z.B. proportional zum Beschäftigungsgrad. Bei einem Pensum von 60% wird der Koordinationsabzug dann ebenfalls auf 60% reduziert. Das Resultat: Der versicherte Lohn steigt spürbar und der Mitarbeitende spart effektiv für das Alter an und erhöht die Leistungen bei Tod und Invalidität.
Das kostet den Arbeitgeber zwar etwas mehr Beiträge, ist aber ein starkes Argument im Recruiting. Eine Vorsorgelösung wie Tellco pk PRO bietet genau diese Flexibilität, Komponenten selbst zu definieren und so die Attraktivität als Arbeitgeber direkt zu steuern.
Zum Abschluss: Was raten Sie einem KMU, das viele Temporärangestellte beschäftigt?
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Kabashi: Für KMU mit vielen Temporär- oder Teilzeitangestellten lohnt es sich, auf eine Vorsorgelösung zu setzen, die auf flexible Arbeitsmodelle ausgerichtet ist und Beitragsabrechnungen auf Stundenlohnbasis präzise umsetzen kann. Die Tellco pk bietet Lösungen, die auf diese Anforderungen zugeschnitten sind: mit digital unterstützten Prozessen, einer transparenten Ausgestaltung der Vorsorgelösung und der Möglichkeit, hohe Mutationsvolumen effizient zu bewältigen. Dabei sind auch eine breite Diversifikation über verschiedene Branchen, eine risikobewusste Anlageausrichtung sowie eine passende Versichertenstruktur wichtige Faktoren.
Über die Tellco PK
Die Tellco PK ist eine der führenden Pensionskassen auf dem Schweizer Markt. Sie zählt aktuell über 10’000 angeschlossene Unternehmen und rund 100’000 Versicherte. Sie verwaltet eine Bilanzsumme von rund CHF 5 Milliarden. Auffallend ist die junge Altersstruktur der Pensionskasse mit einem Durchschnittsalter von 40,6 Jahren. Entsprechend günstig ist das Verhältnis von Aktiven zu Rentnerinnen und Rentnern: Auf 17 Aktive kommt eine Rentnerin oder ein Rentner (alle Zahlen unrevidiert per Ende 2025).