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Vorsorgestrategie

PK-Entscheidungen mit Wirkung auf Kosten und Attraktivität

Die Wahl zwischen Vollversicherung und teilautonomer Sammelstiftung beeinflusst nicht nur Risiken – sondern auch die strategische Positionierung von KMU.

Andrea Hohendahl

Schreinerei
Selbstständige sind auch bei der Vorsorge weitgehend auf sich gestellt. Getty Images

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Viele KMU betrachten die berufliche Vorsorge noch immer primär als Pflichtaufgabe. Doch die Wahl des Vorsorgemodells hat strategische Wirkung: Sie entscheidet mit darüber, wie gut ein Unternehmen Risiken auslagert, Kosten plant, Renditechancen nutzt und auf veränderte Personalstrukturen reagieren kann.
Market Opinion «Vorsorge bei Temporär- und Teilzeitarbeit»
Dieser Artikel ist Teil der Market Opinion «Vorsorge bei Temporär- und Teilzeitarbeit», die in Zusammenarbeit mit der Tellco Pensionskasse realisiert wurde.
Im Zentrum steht häufig die Frage: Vollversicherung oder teilautonome Sammelstiftung? Beide Modelle haben ihre Berechtigung, verfolgen aber unterschiedliche Logiken. Die Vollversicherung bietet maximale Planbarkeit. Risiken wie Alter, Tod und Invalidität werden umfassend an den Versicherer übertragen. Für Unternehmen mit starkem Sicherheitsbedürfnis kann das attraktiv sein.
Sicherheit hat ihren Preis
Die Stärke der Vollversicherung liegt in der umfassenden Absicherung. Sämtliche Vorsorge- und Anlagerisiken werden vom Lebensversicherer getragen. Für Unternehmen bedeutet das maximale Planbarkeit: Die gesetzlichen Leistungen sind jederzeit garantiert, und Unterdeckungen sind ausgeschlossen.
Diese Sicherheit hat jedoch ihren Preis. Da die Versicherer die Risiken vollständig übernehmen, verfolgen sie in der Regel eine vorsichtigere Anlagestrategie. Das kann die langfristigen Renditechancen begrenzen. Zudem müssen Garantien finanziert werden, was sich auf die Kostenstruktur und die Verzinsungsmöglichkeiten auswirken kann.

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Teilautonome Sammelstiftungen funktionieren anders. Die Risiken Tod und Invalidität sind bei einer Versicherung rückgedeckt, während die Altersguthaben am Kapitalmarkt angelegt werden. Dadurch partizipieren die Versicherten stärker an den Entwicklungen der Finanzmärkte. Langfristig eröffnet dies höhere Renditechancen, gleichzeitig tragen die Stiftung und ihre angeschlossenen Unternehmen einen Teil der Anlagerisiken mit.
Flexibilität gewinnt an Gewicht
In den vergangenen Jahren haben zahlreiche Unternehmen ihre Vorsorgestrategie überprüft. Gründe dafür sind neben dem veränderten Zinsumfeld auch neue Anforderungen an die Arbeitswelt. Teilzeitmodelle, flexible Beschäftigungsformen und dynamische Unternehmensstrukturen verlangen zunehmend nach Lösungen, die sich an unterschiedliche Bedürfnisse anpassen lassen.
Der Markt hat auf diese Entwicklung reagiert. Während Anbieter wie Swiss Life, Helvetia Baloise, Axa oder Zurich sowohl Vollversicherungs- als auch teilautonome Lösungen anbieten, setzen unabhängige Sammelstiftungen wie Tellco, Asga oder Profond seit Jahren auf teil- oder autonome Modelle. Für Unternehmen steht dabei weniger die Frage nach dem Anbieter als vielmehr die Frage nach dem passenden Vorsorgemodell im Vordergrund.

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Entscheidend ist deshalb nicht nur die Wahl zwischen Garantie und Renditechancen. Ebenso wichtig sind Faktoren wie die Struktur der Belegschaft, die finanzielle Tragfähigkeit der Lösung, die Flexibilität bei der Ausgestaltung sowie die administrative Umsetzbarkeit im Unternehmensalltag.
Planungshorizont passt
Alain Grand, Fachleiter Vorsorge der Tellco Bank AG, sagt: «Die Entscheidung zwischen Vollversicherung und teilautonomer Sammelstiftung bezieht sich nur auf das Anlagerisiko der Altersguthaben. KMU sollten vielmehr prüfen, welche Lösung zu ihrer Unternehmensstrategie, ihrer Belegschaft und ihrem Planungshorizont passt. Wer nur auf Garantien oder nur auf Renditechancen schaut, greift oft zu kurz. Entscheidend ist das Zusammenspiel von Sicherheit, Flexibilität, langfristigen Perspektiven und administrativer Praktikabilität.»
Tellco setzt auf modulare Vorsorge
Tellco positioniert sich in diesem Umfeld als teilautonome Sammelstiftung mit unterschiedlichen Vorsorgelösungen. Tellco pk PRO ist sicherheitsorientiert ausgerichtet und eignet sich laut Tellco für KMU aller Grössen und Branchen sowie für Personalverleiher und Temporärangestellte. Tellco pk PULSE richtet sich an Unternehmen mit längerfristigem Anlagehorizont und höherem Fokus auf Renditechancen; die Lösung arbeitet mit einem Aktienanteil von 45 Prozent. Tellco pk INDIVIDUA bietet zusätzliche Gestaltungsfreiheit – etwa bei Anlagestrategie, Vermögensverwalter, Verzinsung und technischen Grundlagen.

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Für KMU entsteht daraus ein Baukasten: Je nach Risikoprofil, Belegschaft und Unternehmensstrategie kann die Vorsorge stärker auf Sicherheit, Renditechancen oder Individualisierung ausgerichtet werden. Gleichzeitig bleiben praktische Kriterien zentral: digitale Verwaltung, nachvollziehbare Prozesse, klare Verantwortlichkeiten und transparente Kennzahlen.
Entscheid mit langfristiger Wirkung
Die passende Pensionskasse ist damit nicht einfach die günstigste oder sicherste Lösung. Entscheidend ist das Gesamtbild: finanzielle Stabilität, Versichertenstruktur, Anlagestrategie, Administration und Anpassungsfähigkeit. Für KMU wird die berufliche Vorsorge so vom Pflichtbereich zum strategischen Instrument – mit Wirkung auf Kosten, Mitarbeitendenbindung und Zukunftsfähigkeit.

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