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Vorsorge

Das sind die Vorteile einer schrittweisen Pensionierung

Neue Arbeitsmodelle erleichtern den fliessenden Wechsel in den Ruhestand. Vorab gilt es aber die Auswirkungen auf die Altersvorsorge zu klΓ€ren.

Dr. Kurt Speck, Chefredaktor i.o.New Management © Bruno Arnold

Mann am Strand in Spanien: Das Pensionsalter gilt fΓΌr viele Angestellten nicht mehr fixe Marke.
Mann am Strand in Spanien: Das Pensionsalter gilt fΓΌr viele Angestellten nicht mehr fixe Marke.imago images/Sven Simon

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Die bevorstehende Pensionierung lΓΆst nicht bei allen Menschen die gleichen GefΓΌhle aus. Vielen ist die Arbeit reines VergnΓΌgen, andere tun sich schwer im Beruf. Je nach der persΓΆnlichen Befindlichkeit mΓΆchte man erst spΓ€ter in den dritten Lebensabschnitt starten oder sehnt den Ruhestand geradezu herbei. Klar ist: Wir werden immer Γ€lter. Das heisst auch, Schweizerinnen und Schweizer verbringen bereits mehr als ein Viertel des Lebens im Ruhestand, und dies mit steigender Tendenz.
Um das VerhΓ€ltnis zwischen den Arbeitsjahren zu den immer mehr werdenden Ruhestandsjahren anzugleichen, erfolgt die Pensionierung immer hΓ€ufiger stufenweise. GemΓ€ss einer Studie der Swiss Life Schweiz kann sich die HΓ€lfte der befragten 55- bis 70-JΓ€hrigen durchaus vorstellen, nach dem ordentlichen Pensionierungsalter weiterzuarbeiten, oder sie tun dies bereits. FΓΌr Studienautor Andreas Christen findet der Austritt aus dem Arbeitsmarkt heute spΓ€ter statt als noch vor 15 Jahren: Β«Der Zeitpunkt des AltersrΓΌcktritts wird hΓ€ufig selbst bestimmt und den individuellen PrΓ€ferenzen entsprechend gewΓ€hlt.Β»
SelbststÀndigerwerbende kânnen dies meist einfacher realisieren als Angestellte. Zwar setzt die Wirtschaft heute vermehrt auf flexible Modelle, die nebst der vorzeitigen Pensionierung auch den gestaffelten oder spÀteren Übertritt in den Ruhestand vorsehen. Dabei sind es vor allem grâssere Unternehmen und âffentliche Verwaltungen, die sich spezifisch um die Àlteren Mitarbeitenden kümmern. Oft haben die flexiblen Pensionierungsmodelle jedoch Experimentiercharakter oder werden nach einem Pilotversuch wieder abgebrochen.

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Herausforderungen fΓΌr Arbeitnehmer

Die demografischen VerΓ€nderungen haben einen nachhaltigen Einfluss auf die Gesellschaft. WΓ€hrend sich die Γ€lteren BevΓΆlkerungsgruppen vergrΓΆssern, schwindet der Nachwuchs aufgrund der niedrigeren Geburtenrate. Um das berufliche Know-how der bisherigen ArbeitskrΓ€fte mΓΆglichst lange im Unternehmen zu halten, sind neue BeschΓ€ftigungsformen notwendig. Dazu gehΓΆren Jobsharing-Modelle zwischen Jung und Alt sowie eine sogenannte Regenbogenkarriere, mit weniger Verantwortung und Lohn im hΓΆheren Alter.
In der heutigen Wirtschaftswelt, die mitten im digitalen Wandel steht, stellt das die Arbeitnehmer vor erhebliche Herausforderungen. Immerhin haben gewichtige Unternehmen in den letzten Jahren zahlreiche Wahlmâglichkeiten für eine individuelle Pensionierung geschaffen. Dazu gehâren etwa Migros, Coop, Novartis, Swisscom, UBS, Axa, Swiss Life oder der Staatsbetrieb SBB, die es ihren Mitarbeitenden erlauben, den Übergang in den dritten Lebensabschnitt flexibler zu gestalten.

Steuern sparen und die Rente aufbessern

Auch der Sozialversicherungsbereich hat sich dem neuen Trend angepasst. In der beruflichen Vorsorge gab es regulatorische Γ„nderungen, um frΓΌher oder auch spΓ€ter in den Ruhestand zu wechseln. Zudem kΓΆnnen die Vorsorgeeinrichtungen ihren Versicherten eine gestaffelte Teilpensionierung zwischen dem 58. und dem 70. Altersjahr gewΓ€hren. Allerdings nutzen lΓ€ngst nicht alle Pensionskassen diese neuen MΓΆglichkeiten in ihren Reglementen aus.

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Der Arbeitnehmer sollte die Entscheidungen zur Altersplanung innerhalb des DreisΓ€ulensystems mΓΆglichst frΓΌhzeitig treffen. Vor allem die staatliche AHV ist nur beschrΓ€nkt flexibel. Es gibt zwei WahlmΓΆglichkeiten: erstens die vorzeitige Pensionierung, maximal zwei Jahre frΓΌher. In diesem Fall wird die Rente fΓΌr jedes vorbezogene Jahr lebenslang um 6,8 Prozent gekΓΌrzt. Zweitens lΓ€sst sich der Bezug um bis zu fΓΌnf Jahre aufschieben. Mit dieser Variante kΓΆnnen Steuern gespart werden und die Rente fΓ€llt im Vergleich zum ordentlichen Pensionsalter um maximal 31,5 Prozent hΓΆher aus.

EinkommenslΓΌcken vermeiden

In der beruflichen Vorsorge haben die Frühpensionierungen ebenfalls ihren Preis. Die Rente wird pro Jahr an frühzeitig bezogenem Alterskapital um 5 Prozent bis 8 Prozent gekürzt. Damit im Ruhestand keine Einkommenslücken entstehen, drÀngen sich Überbrückungsrenten oder einbezahlte Gelder aus der SÀule 3a auf. Auch durch den zusÀtzlichen Einkauf von Beitragsjahren in der Pensionskasse lassen sich spÀter verminderte Leistungen teilweise oder voll kompensieren. Der stufenweise Ausstieg aus dem Arbeitsprozess wird durch neue Regulierungen ebenfalls erleichtert. Reduziert ein Mitarbeiter sein Pensum ab dem 58. Altersjahr um bis zur HÀlfte, besteht trotzdem die Mâglichkeit, zum bisherigen Lohn versichert zu bleiben. Wer über das ordentliche Rentenalter erwerbstÀtig bleibt, kann seine Pensionskasse bis ins Alter von 70 Jahren fortführen und weiterhin BeitrÀge einzahlen. Die Arbeitgeber sind jedoch nicht mehr verpflichtet, mindestens die HÀlfte der PensionskassenbeitrÀge von Versicherten im AHV-Alter zu übernehmen.

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