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Perspektivenwechsel

Β«Ich gehΓΆre eher zur Kategorie β€Ήunterversichertβ€ΊΒ»

Wir fragen die Kunden und Kundinnen der Versicherer. Heute: Alex Blattmann, CEO und Co-Founder von MaxBrain.

Timo Rothen

Β«Wir werden in der Schweiz und global im Bereich Cyber-Security noch in diesem Jahrzehnt ein neues Niveau an sehr ernsten Risiken, Gefahren und SchΓ€den kennenlernen. In diesem Kontext wΓ€re fΓΌr mich eine Versicherung meiner privaten Daten spannend.Β» Alex Blattmann, CEO und Co-Founder von MaxBrain.
Β«Wir werden in der Schweiz und global im Bereich Cyber-Security noch in diesem Jahrzehnt ein neues Niveau an sehr ernsten Risiken, Gefahren und SchΓ€den kennenlernen. In diesem Kontext wΓ€re fΓΌr mich eine Versicherung meiner privaten Daten spannend.Β» Alex Blattmann, CEO und Co-Founder von MaxBrain.zVg

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Herr Blattmann, was bedeutet Ihnen Sicherheit?
Ich verbinde Sicherheit mit unseren Grundrechten in der Schweizer Bundesverfassung. Diese sind fΓΌr mich ein Privileg und bedeuten mir sehr viel. Wirtschaftlich gesprochen, gibt es im unternehmerisch geprΓ€gten Alltag wenig Sicherheit, dafΓΌr eine Menge an Chancen, die das (Berufs-)Leben spannend machen.
Wie schΓΌtzen Sie sich vor Gefahr und Schaden?
Sowohl privat wie auch geschΓ€ftlich wΓ€ge ich bewusst ab, wann reine Vorsicht als Schutzmassnahme reicht und wann Versicherungen vor unwahrscheinlichen Ereignissen mit grossem Gefahr- und Schadenpotenzial schΓΌtzen. SelbstverstΓ€ndlich fΓ€llt mir das AbwΓ€gen heute leichter als noch vor 20 Jahren, als das Leben primΓ€r von jugendlicher Unbeschwertheit geprΓ€gt war und ich nur ganz wenige Gefahren in meinem Alltag wahrgenommen habe.
KΓΆnnen Sie mit Unsicherheiten leben?
Ja. FΓΌr mich ist Unsicherheit ein fester Bestandteil meines Lebens und unserer Existenz. Das verhΓ€lt sich exakt wie mit Yin und Yang in der chinesischen Philosophie. Ich strebe nach einem Gleichgewichtszustand, in dem sich Sicherheit und Unsicherheit die Balance halten sollen. Zu viele Unsicherheiten fΓΌhren bei mir in der Regel zu schlechtem Schlaf und hohem empfundenem Stress, wenig Unsicherheit fΓΌhlt sich bei mir meistens nach Stillstand oder Lethargie an. Sowohl im Beruf als auch im Sport macht es dann besonders Spass, wenn Unsicherheiten am Horizont erkennbar sind, die dem Verlauf der Dinge eine energetisierende Dynamik verleihen.

Partner-Inhalte

Alex Blattmann, CEO und Co-Founder von MaxBrain, spricht sechs Sprachen fliessend, ist ein passionierter Tennisspieler, Skifahrer und Kitesurfer. UnmΓΆglich nein sagen kann er zu einem guten Glas Rotwein und einem Espresso. 
Alex Blattmann auf Linkedin 

MaxBrain
MaxBrain ist ein Edtech-Spin-off der UniversitΓ€t St.β€―Gallen und auf vollstΓ€ndig individualisierbare Lernplattformen fΓΌr BerufstΓ€tige spezialisiert. MaxBrain hilft Unternehmen, sich digital fit zu machen und den Mitarbeitern lebenslanges Lernen zu ermΓΆglichen.



Wie oft machen Sie eine RisikoabwΓ€gung?
Privat sehr selten – aber doch hΓ€ufiger als vor dem Start ins Unternehmertum. Beruflich fast tΓ€glich.
Was ist Ihr hΓΆchstes Gut?
Gesundheit und Freiheit, ich verweise gerne wieder auf unsere Bundesverfassung.
Was wΓΌrden Sie gerne versichern?
Mit der Krankenversicherung ist die mir wichtige Gesundheit so gut als mΓΆglich versichert. Unternehmerisch gesprochen finde ich es spannend und wichtig, jene Risiken zu versichern, die existenzielle Gefahren fΓΌr unser Unternehmen darstellen. Wir werden in der Schweiz und global im Bereich Cyber-Security noch in diesem Jahrzehnt ein neues Niveau an sehr ernsten Risiken, Gefahren und SchΓ€den kennenlernen. In diesem Kontext wΓ€re fΓΌr mich eine Versicherung meiner privaten Daten spannend.

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Welches Renommee geniessen Versicherer in der Schweiz?
Die Versicherer gehΓΆren fΓΌr mich zu einem essenziellen Grundpfeiler unserer Wirtschaft und verhelfen der Schweiz dazu, sich im globalen Standortwettbewerb optimal zu positionieren. Meine Wahrnehmung ist Γ€hnlich wie jene der Bankenwelt: Es fehlt an Digitalisierung und Innovationskraft, wobei wir langsam beobachten, wie kleine Steine zΓΆgerlich ins Rollen kommen.
Wie kann ein Versicherer Kundenbeziehungen verbessern?
Indem er einen aktiven Dialog mit seinen Kunden pflegt und proaktiv und engagiert seine Dienstleistungen erbringt. Das verhΓ€lt sich in allen Branchen identisch. Der Dialog muss aber nicht immer persΓΆnlich stattfinden. Vom Chat-Bot ΓΌber das Versicherungsportal bis hin zu Push-Benachrichtigungen ist vieles mΓΆglich. Was mir regelmΓ€ssig auffΓ€llt, sind umstΓ€ndliche Login-Prozesse und digitale Portale, die selten alle Informationen und Prozesse an einem Ort benutzerfreundlich zentralisieren.
Welches sind Ihre Entscheidungskriterien fΓΌr die Wahl eines Versicherers?
QualitΓ€tswahrnehmung und Image im Markt, innovative Produkte und der Anspruch, digital ganz vorne mit dabei zu sein. Letzteres ist fΓΌr mich vor allem punkto Zeiteffizienz und QualitΓ€t immens wichtig.

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Versicherer verkaufen Versprechen. Stimmt das?
Versicherer verkaufen eine Dienstleistung. Ein Versprechen verkaufen sie insofern, als ich im Schadenfall erwarte, zΓΌgig und unbΓΌrokratisch die nΓΆtige UnterstΓΌtzung zu erhalten. Hier sind wir aber in der Schweiz sehr gut unterwegs. Versicherer haben in meinem Leben bislang ihre Versprechen gehalten.
Wer regelt in Ihrem Unternehmen die Versicherungsfragen?
In einem kleinen, aber stark wachsenden Unternehmen mit 17 Mitarbeitenden werden aktuell alle Versicherungsfragen noch von der GeschΓ€ftsfΓΌhrung betreut. Je nach Versicherungsbereich wird das auch noch eine Weile so bleiben.
Welchen Versicherungsabschluss haben Sie je bereut?
Ich erlaube mir, die Frage umzudrehen. Das letzte Mal, als ich fΓΌr den Mietwagen keine Versicherung fΓΌr Glasbruch abgeschlossen hatte, schlug ein kleiner Stein auf Spaniens Strasse mitten in die Frontscheibe. Das Geld fΓΌr die Rechnung ΓΌber 800 Euro des spanischen Autovermieters hΓ€tte ich in hervorragenden Rioja investieren kΓΆnnen. Entsprechend habe ich bislang noch nie einen Versicherungsabschluss bereut, gehΓΆre aber eher zur Kategorie Β«unterversichertΒ».

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