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Versicherer sind beim Krankentaggeld selektiver

Die Kündigung von Policen stellt kleine und mittlere Unternehmen vor Probleme.

Kurt Speck

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1091896434 Getty Images

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Noch vor wenigen Jahren waren Krankentaggeldversicherungen ein umkämpftes Geschäft. Sowohl die klassischen Lebensversicherer wie auch die Krankenversicherer versuchten mit günstigen Offerten den eigenen Marktanteil auszuweiten. Doch jetzt hat der Wind gedreht. Viele Anbieter haben zu knapp kalkuliert. Massenhaft werden nun Verträge aufgelöst. Die Begründung: Wegen der teuren Krankheitsfälle würden die Prämien und Leistungen in einem extremen Missverhältnis stehen. Erste Versicherer wie etwa Sanitas und Concordia sind mittlerweile aus diesem Geschäft ausgestiegen. Und die CSS will ihren Kundenstamm mit Krankentaggeldversicherungen im laufenden Jahr an die Zurich Schweiz abtreten. Der Margenzerfall in anderen Versicherungssparten hat die verbliebenen Anbieter zu einer selektiveren Zeichnungspolitik bei der Krankentaggeldversicherung veranlasst. Wurde früher oft eine Mischrechnung in Verbindung mit Anschlussversicherungen gemacht, muss heute jede Sparte profitabel sein.

Schlechtes Risiko

Die Kündigung von Krankentaggeldversicherungen stellt speziell die kleinen und mittleren Unternehmen vor grosse Probleme. Werden diese KMU als schlechtes Risiko eingestuft, finden sie nur sehr schwer eine neue Lösung. Manche Branchenkenner geben zu bedenken, ob diese Unternehmen das Risiko eines krankheitsbedingten Lohnausfalls bald gar nicht mehr versichern können.

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