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Investitionen

Versicherer investieren zunehmend in GesundheitsvorsorgeΒ 

Das Thema Gesundheit ist ein Megatrend. Auch Krankenversicherer legen bei ihren Investitionen den Fokus auf Gesundheit statt auf Krankheit.

Patrick Gunti

Gesundheitsvorsorge rΓΌckt zunehmend in den Fokus fΓΌr Investitionen.
Gesundheitsvorsorge rΓΌckt zunehmend in den Fokus fΓΌr Investitionen.Getty Images

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Die Schweiz verfΓΌgt anerkanntermassen ΓΌber ein sehr gutes Gesundheitswesen. Der hohe Versorgungsgrad, Fortschritte in der Medizin, bessere hygienische VerhΓ€ltnisse und ein gesΓΌnderer Lebensstandard haben in den letzten Jahrzehnten zu einer deutlich hΓΆheren Lebenserwartung gefΓΌhrt. Gleichzeitig nehmen jedoch chronische Erkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes oder Arthrose zu, immer mehr Menschen erkranken an Krebs, werden dement oder leiden an einer psychischen Krankheit.

Gesundheit als Investitionsobjekt

Mit einem Paradigmenwechsel versuchen die wichtigen Player der dadurch zunehmenden Belastung des Gesundheitswesens Einhalt zu gebieten: BeschΓ€ftigte sich das Gesundheitswesen bislang in erster Linie mit den Krankheiten, verschiebt sich der Fokus verstΓ€rkt auf die Gesundheit respektive darauf, gesundheitliche Probleme zu vermeiden oder frΓΌhzeitig zu erkennen. FΓΌr Versicherungen wird dieser Kurswechsel zunehmend zum Investitionsobjekt. Mit der Digitalisierung und den enormen Datenmengen sollen Krankheiten effektiv bekΓ€mpft oder im besten Fall erkannt werden, bevor sie ΓΌberhaupt ausbrechen.

CSS mit 50-Millionen-Venture-Fonds

An vorderster Front mischt dabei die CSS mit. Sie hat mit der SwissHealth Ventures AG Strukturen geschaffen, um in innovative Startups im Gesundheitsmarkt zu investieren. Der Fonds wird mit Überschüssen aus dem ZusatzversicherungsgeschÀft aufgebaut und belÀuft sich auf 50 Millionen Franken. Torsten Butz, Leiter GeschÀftsmodelle und Investitionsentwicklung bei der CSS, sagt: «Wir wollen gezielt in Startups investieren, die das Schweizer Gesundheitswesen durch neue und digitale Technologien im Bereich der PrÀvention, Genesung, Betreuung und Spezialversorgung weiterbringen. Wir suchen Startups in der Wachstumsphase mit einer klaren Verbindung zum Schweizer Gesundheitsmarkt.»

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Man investiere in Series-A- und -B-Runden, idealerweise liege die GrΓΌndung der Unternehmung mindestens zwei bis drei Jahre zurΓΌck. Β«Auch sollten bereits erste Erfolge erzielt worden sein. Dazu gehΓΆren MarkteinfΓΌhrungen, zahlende Kunden und signifikantes WachstumΒ», so Torsten Butz.

Die medizinische Versorgung von morgen

Als konkreten Nutzen sieht Butz, dass man den Kunden die medizinische Versorgung von morgen durch innovative Gesundheitsangebote zugΓ€nglich macht. Dazu gehΓΆrt zum Beispiel das ETH-Spin-off Pregnolia, das ein Messverfahren zur besseren AbschΓ€tzung von FrΓΌhgeburtsrisiken entwickelt hat, oder das Startup OnlineDoctor, welches Kunden bei der Diagnose und Behandlung von Hautkrankheiten unterstΓΌtzt.
Um PrΓ€vention geht es auch bei der Beteiligung am deutschen Digital-Health-Unternehmen Humanoo. Dieses unterstΓΌtzt Unternehmen wie auch Krankenversicherer dabei, die Gesundheit ihrer Mitarbeitenden oder Versicherten zu antizipieren, zu erkennen und zu verbessern. Humanoo liegt auch der CSS-Belohnungs-App active365 zugrunde, mit der Nutzer im Zusatzversicherungsbereich fΓΌr ihren gesunden Lebensstil mit bis zu 600 Franken pro Jahr belohnt werden.

Verbesserung der VersorgungsqualitΓ€t und -effizienz

SwissHealth Ventures fΓΌhrte die Series-B-Finanzierung 2021 an, begleitet wurde sie auch von der Helsana HealthInvest AG und Sanitas. Helsana-HealthInvest-CEO Ralf Molitor sagt zum Investmentfokus: Β«Wir investieren in Startups und Venture Funds aus Europa. Bei den Startups liegt unser Fokus auf Digital-Health-LΓΆsungen, die die VersorgungsqualitΓ€t und -effizienz verbessern.Β» Bedingung fΓΌr ein finanzielles Engagement ist, dass die Startups ΓΌber fertig entwickelte, zertifizierte LΓΆsungen mit ersten Markterfahrungen verfΓΌgen und bereits im Schweizer Markt prΓ€sent sind oder in diesen eintreten wollen. Ralf Molitor: Β«Unser Fokus liegt auf der Skalierung: Wir helfen den Startups zu wachsen, insbesondere natΓΌrlich in der Schweiz, und bringen dazu neben dem finanziellen Investment unsere Expertise und unser Netzwerk im Schweizer Gesundheitswesen ein.Β»

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Molitor betont, man investiere mit einer langfristigen Perspektive und fΓΆrdere eine nachhaltige Zusammenarbeit mit Helsana. Β«Daraus ergeben sich Mehrwerte fΓΌr Kundinnen und Kunden in Form von LΓΆsungen, die ihnen helfen, gesund zu bleiben, rasch wieder gesund zu werden oder besser mit ihrer Krankheit zu leben.Β»
In diese Richtung zielt auch die GrΓΌndung der Bluespace Ventures AG durch Helsana zusammen mit Medbase, Hirslanden, Groupe Mutuel und Swica. Β«Mit diesem Gemeinschaftsprojekt vernetzen die Partner relevante Akteure im Schweizer Gesundheitswesen und schaffen zusammen Mehrwerte fΓΌr die Menschen. Das KernstΓΌck des offenen Γ–kosystems ist ein Portal, das Kundinnen und Kunden eine einfache und eigenverantwortliche Koordination ihrer Versorgung im Gesundheitswesen ermΓΆglichtΒ», erklΓ€rt Urs Kilchenmann, Mediensprecher Helsana.

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