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Durchwachsene Jahresbilanz

Groupe Mutuel schliesst 2022 mit hohem Verlust ab

Der Krankenversicherer Groupe Mutuel ist mit einem Millionenverlust tief in die roten Zahlen gerutscht. Ein Lichtblick sind viele neue Kunden.

Une personne passe a cote du nouveau logo de la compagnie d'assurance Groupe Mutuel devant le batiment du siege principal le mercredi 21 septembre 2022 a Martigny. La semaine prochaine le Conseil federal doit annoncer le montant des primes des caisses maladie pour l'annee prochaine, une hausse des primes est annoncee. (KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)
Une personne passe a cote du nouveau logo de la compagnie d'assurance Groupe Mutuel devant le batiment du siege principal le mercredi 21 septembre 2022 a Martigny. La semaine prochaine le Conseil federal doit annoncer le montant des primes des caisses maladie pour l'annee prochaine, une hausse des primes est annoncee. (KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)Keystone

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Dem Krankenversicherer Groupe Mutuel machen hohe Gesundheitskosten und Verwerfungen an den FinanzmΓ€rkten zu schaffen. Sie haben das Ergebnis stark belastet und im GeschΓ€ftsjahr 2022 zum erheblichen Verlust beigetragen. Unter dem Strich verblieb in der Rechnung ein Minus von 486 Millionen Franken, nachdem die Groupe Mutuel bereits im Jahr davor einen Verlust von 78 Millionen hatte verbuchen mΓΌssen, wie die Gruppe mitteilte.

Mehr als 67'500 Neukunden

Unterdessen stΓ€rkt die Groupe Mutuel ihre Position als drittgrΓΆsster Schweizer Krankenversicherer mit mehr als 67'500 Neukunden im Bereich der Grundversicherung. Β«Wir zΓ€hlen neu wieder mehr als eine Million Kunden in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung. Das ist eine hervorragende NachrichtΒ», sagte Karin Perraudin, VerwaltungsratsprΓ€sidentin der Groupe Mutuel zum Jahresergebnis 2022.
Die Kundenzahl stieg somit erneut über die Millionengrenze. Über alle TÀtigkeitsbereiche hinweg zÀhlte die Gruppe 1,36 (Vorjahr 1,34) Millionen Versicherte.
Auch im GeschΓ€ft mit Unternehmenskunden legte die Groupe Mutuel weiter zu. Insgesamt waren rund 28'000 Unternehmen gegen Erwerbsausfall und Unfall versichert, darunter rund 1000 Neukunden.

Erfolgreiche Transformation

Β«Diesen Erfolg verdanken wir der Erneuerung der Groupe Mutuel, die durch die im MΓ€rz 2022 eingefΓΌhrte neue Marke symbolisiert wird. Die Zahlen zeigen, dass unsere neue Marke insbesondere in der Deutschschweiz sehr beliebt istΒ», ergΓ€nzt Thomas Boyer, CEO der Groupe Mutuel. Β«Die GeschΓ€ftsergebnisse bestΓ€tigen die Transformation und die Strategie, die wir in den letzten Jahren eingefΓΌhrt habenΒ», fΓΌgt Karin Perraudin hinzu.

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FΓΌr die VerwaltungsratsprΓ€sidentin ist das Wachstum in den Unternehmensversicherungen Β«eine weitere BestΓ€tigung der angestrebten Diversifizierung. In einem immer stΓ€rker umkΓ€mpften Markt und einer besonders volatilen Wirtschaft ist es wichtig, neue AbsatzmΓ€rkte zu erschliessen, um die ArbeitsplΓ€tze zu sichern und die finanzielle SoliditΓ€t der Groupe Mutuel zu stΓ€rken.Β»

Schadenaufwand wΓ€chst

Strukturell zu schaffen machen dem Krankenversicherer die weiter steigenden Gesundheitskosten. Nachdem diese bereits im Jahr 2021 um 6,3 Prozent nach oben gegangen waren, zogen sie laut Groupe Mutuel im letzten Jahr um knapp 3 Prozent an.
In Franken ausgedrΓΌckt, kletterte der Schaden- und Leistungsaufwand in der Rechnung der Groupe Mutuel um 2,8 Prozent auf 5,16 Milliarden Franken. DemgegenΓΌber nahmen die ErtrΓ€ge aus dem VersicherungsgeschΓ€ft um 0,2 Prozent auf 5,33 Milliarden zu.

Weiterer Kostenanstieg erwartet

Mit Blick nach vorn rechnet Groupe Mutuel mit einem weiteren Anstieg der Gesundheitskosen. Erste SchΓ€tzungen fΓΌr das Jahr 2023 wΓΌrden von einem erneuten Plus von mehr als 7 Prozent ausgehen, heisst es. Treiber dazu seien vor allem die Medikamentenpreise und Spitalleistungen.  Β«Wir mΓΌssen bescheiden und vorsichtig bleiben. Das Schweizer Gesundheitssystem ist nach wie vor von hoher QualitΓ€t, aber seine Finanzierung ist sehr fragilΒ», sagt Karin Perraudin.

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Β«Ohne Massnahmen zur EindΓ€mmung des Kostenanstiegs wird unser Gesundheitssystem zusammenbrechenΒ», kritisiert Boyer die Politik. Da die Inflation in den kommenden Monaten auch die Gesundheitskosten weiter belasten werde, seien die Aussichten fΓΌr die PrΓ€mien 2024 beunruhigend.

Magere Ergebnisse aus Kapitalanlagen

Die Finanzergebnisse der Groupe Mutuel werden massgeblich durch den RΓΌckgang der FinanzmΓ€rkte und einen erneut starken Anstieg der Gesundheitskosten beeintrΓ€chtigt, die um 6,3 Prozent im Jahr 2021 und 3 Prozent im Jahr 2022 gestiegen sind.
Das Ergebnis aus Kapitalanlagen war mit minus 282 Millionen Franken negativ, nach einem Plus von 107 Millionen im Jahr zuvor. Die schwache BΓΆrsenentwicklung war geprΓ€gt vom Ukraine-Krieg, Inflation und steigenden Zinsen und dies sei in allen Anlageklassen zum Ausdruck gekommen.
Bei Aktien und Obligationen gehe es aber um Buchverluste, so Groupe-Mutuel-CEO Thomas Boyer. Β«Solange nicht verkauft wird, entsteht kein realer Verlust. Sollte die Situation jedoch lΓ€nger anhalten, kΓΆnnten ernsthaftere Probleme auftreten.Β»

Wechsel im Verwaltungsrat

Einen Wechsel wird es derweil im Verwaltungsrat geben. An der Generalversammlung im Juni tritt Urs Schwaller, der seit 2015 Mitglied des Gremiums ist, nicht mehr zur Wahl an. Als Nachfolgerin ist Petra Feigl-FΓ€ssler vorgesehen. Sie leitet derzeit den Personalbereich bei Migros Industrie. (awp/hzi/mig)

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