Obwohl das Risiko der Cyberkriminalität zuletzt deutlich an Bedeutung gewonnen hat und inzwischen zu den zentralen Unternehmensrisiken zählt, rückt das Bewusstsein für Cyberrisiken und die damit verbundenen potenziellen Gefahren erst langsam in den Fokus von Schweizer KMU. Entsprechend weicht das aktuelle Marktvolumen der Cyberrisk-Versicherungen im Schweizer KMU-Sektor noch von den anfänglichen Erwartungen vieler Experten ab.
Im Rahmen einer aktuellen Studie am Institut für Versicherungswirtschaft der Universität St. Gallen (I.VW- HSG) wurden die Gründe für die zurückhaltende Versicherungsnachfrage im Cyberrisk-Bereich speziell für den KMU-Sektor analysiert. Die Forschungsergebnisse beziehen sich dabei auch auf einen Datensatz des Gfs-Instituts, welcher mit Schweizer Geschäftsführenden im KMU-Sektor erhoben wurde. Es zeigt sich, dass die Schweiz aufgrund ihrer hoch entwickelten Infrastruktur und der exklusiven Finanzdienstleistungsbranche ein attraktives Angriffsziel für Cyberkriminelle darstellt. Da im KMU-Sektor oftmals aufgrund beschränkter Ressourcen eine kompetente IT-Abteilung fehlt, wird das Cyberrisiko tendenziell unterschätzt. Ferner fällt auch die Qualität der ergriffenen Schutzmassnahmen bedeutend von jenen der Marktführer ab. So weisen laut einer Analyse der Zurich nur 2,5 Prozent der KMU ausreichende und angemessene Schutzmassnahmen auf. Eine intensivere Auseinandersetzung mit der Cybersicherheit lässt sich erst bei denjenigen KMU feststellen, die bereits von einem Cyberangriff betroffen waren.