Im Ernstfall gilt fΓΌr Betreiberinnen und Betreiber von kritischen Infrastrukturen noch mehr als fΓΌr jedes andere Unternehmen: The show must go on β oder frei ΓΌbersetzt, das GeschΓ€ft muss weitergehen. Das Thema Business Continuity Management (BCM) ist durch die Pandemie, den Ukraine-Krieg und die dadurch mΓΆgliche Strommangellage deutlich stΓ€rker in den Fokus von GeschΓ€ftsleitungsgremien und Risk Managerinnen der gesamten Wirtschaft gerΓΌckt als auch schon. Denn, auch wenn Risiken immer Risiken bleiben β und hoffentlich nie eintreten β lohnt sich BCM fΓΌr alle Unternehmen.
BCM-Standards als Orientierungshilfe
Bei Swisscom, per Definition eine Betreiberin von kritischen Infrastrukturen, ist das Thema BCM bereits seit Jahren verstΓ€rkt im Fokus des Managements. Β«In den vergangenen Monaten haben wir festgestellt, dass die Aufmerksamkeit fΓΌr dieses nun auch bei Kunden gestiegen istΒ», stellt Jennifer Ebling, Head Business Continuity Management, fest. Und auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hΓ€tten hierzu Fragen gestellt.
GrundsΓ€tzlich orientiert sich das BCM der Swisscom am ISO-Standard 22301 sowie an den nationalen und den europΓ€ischen Bestimmungen fΓΌr kritische Infrastrukturen. Aus der tΓ€glichen Arbeit weiss die Expertin aber, dass die erarbeiteten Konzepte und definierten Strukturen anhand von Γbungen und Tests laufend ΓΌberprΓΌft werden mΓΌssen, damit sie sich bei einer ernsthaften Bedrohung oder eines Ausfalles auch wirklich bewΓ€hren.
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Swiss GRC Day 2023
Am 3. Mai 2023 findet im Radisson Blue, ZΓΌrich Airport, der Swiss GRC Day 2023 statt. Neben der Business Continuity-Expertin Jennifer Ebling werden weitere hochkarΓ€tige Speaker ΓΌber aktuelle GRC-Trends wie Resilienz, Third Party Risk Management, integriertes GRC oder den Einfluss des Metaverse auf Risk & Compliance Manager berichten. Das vollstΓ€ndige Programm sowie AnmeldemΓΆglichkeiten finden Sie hier.
NotfallablΓ€ufe regelmΓ€ssig schulen
Angesiedelt ist das BCM beim Telekomanbieter bei der GeschΓ€ftseinheit Group Security. Β«BCM erfordert eine interdisziplinΓ€re Arbeitsweise und wir stehen im steten Austausch mit dem Senior Management und den verschiedensten Unternehmensbereichen.Β» RegelmΓ€ssigen Austausch pflegt Swisscom als Betreiberin einer kritischen Infrastruktur auch mit den BehΓΆrden, wie beispielsweise dem Bundesamt fΓΌr BevΓΆlkerungsschutz. Gutes zu tun und darΓΌber zu sprechen, sei zentral. Β«Im Elfenbeinturm zu sitzen und Konzepte zu schreiben, die nicht bekannt sind oder gelebt werden, bringt nichts. Die Mitarbeitenden und Verantwortlichen werden deshalb regelmΓ€ssig fΓΌr das Thema sensibilisiert und fΓΌr NotfallablΓ€ufe geschult.Β» Ein Unternehmen auf StΓΆrungen vorzubereiten, sei nur mΓΆglich, wenn BCM Teil des daily business ist.
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Β«BCM erfordert eine interdisziplinΓ€re Arbeitsweise.Β»
Jennifer Ebling, Head Business Continuity Management, Swisscom
Redundanz auf allen Ebenen ist zentral
Aus der Sicht von Jennifer Ebling gibt es fΓΌr Swisscom nicht DEN Supergau, sondern verschiedene Szenarien, die den Betrieb ernsthaft stΓΆren kΓΆnnen. Β«FlΓ€chendeckende NetzausfΓ€lle, Cyberangriffe oder ein Blackout sind mΓΆgliche Vorkommnisse, die wir auf dem Radar haben und auf die wir uns vorbereitenΒ».
GrundsΓ€tzlich orientiert man sich bei der Swisscom an den verschiedenen Ressourcen, die ausfallen kΓΆnnen. Dazu zΓ€hlen das Personal, die IT, Dienstleister sowie GebΓ€ude. Β«Beim Personal schauen wir, dass wichtige Rollen doppelt besetzt und Teams an verschiedenen Standorten prΓ€sent sind oder Arbeiten ΓΌbernehmen kΓΆnnen.Β» Redundanz und unterschiedliche Standorte sind auch in Sachen IT zentral. Bei den Dienstleistern wird geprΓΌft, ob man auf diesen im Incidentfall verzichten kann oder ein alternativer Anbieter zum Tragen kommt. Β«Je nach Situation nehmen wir beispielsweise auch ein Insourcing vorΒ». In Sachen GebΓ€ude gilt, dass die Mitarbeitenden von zu Hause oder an alternativen Standorten arbeiten kΓΆnnen mΓΌssen.