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Vorsorgebarometer 2024

Vorsorge: Gestiegene Lebenshaltungskosten Hauptgrund fΓΌr Zustimmung

Das Vorsorgewissen der Schweizer steigt, bleibt aber insgesamt niedrig. So lautet eine Kernaussage des aktuellen des Raiffeisen Vorsorgebarometers.

Das Vorsorgewissen der Schweizer BevΓΆlkerung ist gestiegen, bleibt aber laut dem Raiffeisen Vorsorgebarometer tief.
Das Vorsorgewissen der Schweizer BevΓΆlkerung ist gestiegen, bleibt aber laut dem Raiffeisen Vorsorgebarometer tief.Getty Images

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Das Raiffeisen Vorsorgebarometer 2024 zeigt zum siebten Mal ein aktuelles und  reprΓ€sentatives Stimmungsbild der Schweizer BevΓΆlkerung in Sachen Altersvorsorge. Im Vergleich zur ersten  Erhebung im Jahr 2018 hat sich der Barometerwert von 587 auf aktuell 660 von 1'000 mΓΆglichen Punkten erhΓΆht.  Der Wert setzt sich aus den Einzelindikatoren Engagement, Wissen, Vertrauen sowie ΓΆkonomischen Kennzahlen  zum Schweizer Vorsorgesystem zusammen. GegenΓΌber dem Vorjahr haben alle vier Einzelindikatoren zum  positiven Anstieg von insgesamt 46 Punkten beigetragen. Am stΓ€rksten zugenommen hat der Wert Vertrauen. Insbesondere die am 1. Januar 2024 in Kraft getretene Reform AHV 21 sowie die Aussichten auf eine 13. AHV 
Rente ab dem Jahr 2026 haben das Vertrauen Γ€lterer Personen in die AHV gestΓ€rkt. Beim diesjΓ€hrigen Fokusthema Β«Volksinitiative: FΓΌr ein besseres Leben im Alter (13. AHV-Rente)Β» zeigt die Frage nach der bevorzugten  Finanzierungsvariante eine gespaltene Schweizer BevΓΆlkerung.

Vorsorgewissen bleibt trotz Anstieg Sorgenkind

Im Vergleich zu den Jahren 2018 bis 2022 schΓ€tzen signifikant mehr Personen im Alter von 18 bis 65 Jahren ihr  Vorsorgewissen als ΓΌberdurchschnittlich ein. Seit dem Jahr 2022 stieg der Wert von 15 auf aktuell 20 Prozent. Dabei schΓ€tzen MΓ€nner ihr Vorsorgewissen in der aktuellen Befragung mit 25 Prozent deutlich ΓΆfter als  ΓΌberdurchschnittlich ein als Frauen (15 Prozent). Auch zwischen den Sprachregionen gibt es Unterschiede. In der  Westschweiz geben 13 Prozent der Befragten an, sich im Thema Β«VorsorgenΒ» nicht auszukennen, im Tessin sind es  11 Prozent. In der Deutschschweiz waren es mit 7 Prozent deutlich weniger. Im Altersvergleich fΓ€llt vor allem auf,  dass sich die 18- bis 30-JΓ€hrigen deutlich stΓ€rker mit ihrer Vorsorge auseinandersetzen als noch vor einem Jahr.  Jedoch hat diese Altersgruppe im Vergleich zu den Γ€lteren Personen viel weniger Vertrauen in die 1. und 2. SΓ€ule  des Schweizer Vorsorgesystems, dafΓΌr aber jede zweite 18- bis 30-jΓ€hrige Person ein sehr hohes oder hohes  Vertrauen in die 3. SΓ€ule. Entsprechend sind heute 61 Prozent dieser Altersklasse im Besitz einer SΓ€ule 3a. Bei der  Befragung vor einem Jahr waren es noch 54 Prozent. Roland Altwegg, Leiter Produkte & Investment Services und  Mitglied der GeschΓ€ftsleitung von Raiffeisen Schweiz, zum Anstieg des Vorsorgewissens: Β«Die Abstimmungen ΓΌber  die Vorlagen der Altersvorsorge zu Beginn des Jahres, die EinfΓΌhrung der Reform AHV 21 und die damit  einhergehende mediale PrΓ€senz haben sicherlich dazu beigetragen, dass sich die Schweizer BevΓΆlkerung intensiver  mit der Altersvorsorge auseinandergesetzt hat.Β» Das zeigen auch die diesjΓ€hrigen Resultate: Deutlich mehr  Personen als noch im Vorjahr haben Kontakt zur AHV-Ausgleichskasse aufgenommen und entsprechende  Informationen angefordert. Der Anteil der Personen, die sich noch gar nicht mit ihrer Altersvorsorge  auseinandersetzen, hat sich von 17 Prozent im Vorjahr auf 14 Prozent reduziert. Nichtsdestotrotz bleibt das  Vorsorgewissen mit 369 Punkten der schwΓ€chste aller Einzelindikatoren des aktuellen Vorsorgebarometers.

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Inflation prΓ€gt hohe Zustimmung zur 13. AHV-Rente

FΓΌr 68 Prozent der Personen, die bei der Abstimmung zur 13. AHV-Rente im MΓ€rz dieses Jahres ein Β«JaΒ» in die Urne  gelegt haben, waren die ΓΌberproportional gestiegenen Lebenshaltungskosten wie Mieten, KrankenkassenprΓ€mien,  Strom und Lebensmittel ein Grund fΓΌr ihre Zustimmung. Die HΓ€lfte der BefΓΌrworter war der Ansicht, dass die AHV Rente dem gesetzlichen Auftrag zur Existenzsicherung nicht mehr gerecht wurde und etwas mehr als ein Drittel  (36 Prozent) bewegte das Argument, dass die Initiative besonders Frauen hilft, zur Annahme der Initiative. Β«Dass die  AHV-Renten alle zwei Jahre an die Lohn- und Preisentwicklung angepasst werden – zum nΓ€chsten Mal per 1. Januar 2025 um 2,9 Prozent – ist offenbar vielen nicht bekanntΒ», sagt Dr. JΓΌrg Portmann, Co-Leiter Institut fΓΌr Risk  & Insurance an der ZHAW School of Management and Law. Knapp ein Viertel (23 Prozent) referenzierte auf die im Vorfeld der Abstimmung oft gehΓΆrte Position, dass die AHV gut genug finanziert sei und daher mehr ausbezahlt  werden sollte.

Uneinigkeit ΓΌber die Finanzierung der 13. AHV-Rente

Auch die Frage, wer bei einer zusΓ€tzlichen AHV-Altersrente zu den Gewinnern und wer zu den Verlierern gehΓΆrt,  wurde in den Monaten vor dem Abstimmungstermin rege diskutiert. 37 Prozent der Befragten gehen davon aus,  dass sie von der 13. AHV-Rente finanziell profitieren. 29 Prozent sind der Ansicht, dass die Initiative sie finanziell  belasten wird. Hierbei zeigen sich grosse Unterschiede in den Altersklassen. Knapp die HΓ€lfte (49 Prozent) der 18- bis 30-JΓ€hrigen rechnet damit, dass ihr Portemonnaie belastet wird. Bei den ΓΌber 50-JΓ€hrigen glaubt hingegen die  Mehrheit, finanziell zu profitieren. 31 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass kein zusΓ€tzlicher  Finanzierungsbedarf besteht. Bei der Frage nach der bevorzugten Finanzierungsvariante herrscht Uneinigkeit. 35 Prozent der Befragten sind fΓΌr eine kombinierte ErhΓΆhung von LohnbeitrΓ€gen und Mehrwertsteuer. Nur 19 Prozent  sprechen sich fΓΌr eine reine ErhΓΆhung der LohnbeitrΓ€ge aus. 35 Prozent der Befragten lehnen beide Varianten ab. Die Option Β«nur MehrwertsteuerΒ» war zum Befragungszeitraum des Vorsorgebarometers noch keine vom  Bundesrat portierte Variante. Dieser beschloss Anfang August, nach Ende des Befragungszeitraumes, die  zusΓ€tzliche Altersrente ausschliesslich ΓΌber die Mehrwertsteuer finanzieren zu wollen. Β«Die aktuelle LΓΆsung des  Bundesrates scheint also eher im Sinne der Schweizer BevΓΆlkerung zu seinΒ», sagt Tashi Gumbatshang, Leiter  Kompetenzzentrum VermΓΆgens- und Vorsorgeberatung bei Raiffeisen Schweiz.

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Über das Vorsorgebarometer

Das Vorsorgebarometer basiert auf einer vom 11. bis 24. April 2024 mit Quantilope durchgefΓΌhrten Online BevΓΆlkerungsbefragung mit 1'000 befragten Personen im Alter von 18 bis 65 Jahren und auf der Analyse  ΓΆkonomischer Daten. Zum dritten Mal wurden zusΓ€tzlich Personen im Alter von 66 bis 79 Jahren befragt. Diese  Daten fliessen jedoch nicht in das Barometer ein, sondern dienen als ErgΓ€nzung und sind insbesondere in die  Auswertung der Fragen zur 13. AHV-Rente eingeflossen. Die Studie ist reprΓ€sentativ fΓΌr die internetnutzende  BevΓΆlkerung in allen Landesteilen der Schweiz und zeigt, wie es um die finanzielle Altersvorsorge in der Schweiz  bestellt ist. Das Vorsorgebarometer wurde erstmals 2018 publiziert und wird jΓ€hrlich erhoben, um fortlaufend neue  Erkenntnisse zum Thema Vorsorge gewinnen zu kΓΆnnen. WΓ€hrend Raiffeisen bei der Erstellung des  Vorsorgebarometers die Unternehmer- und Konsumentenperspektive einbringt, deckt die ZHAW School of  Management and Law den wissenschaftlichen Teil ab. (pd/hzi/hoh)

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