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Digitalethik

Studie: Versicherer punkten bei digitaler Verantwortung

Die Anlagestiftung Ethos bemรคngelt fehlende Transparenz und zu wenig Schutz privater Daten bei Schweizer Unternehmen.

Michaela Geiger

Welche sozialen Auswirkungen hat die Digitalisierung? Darรผber gibt es noch Diskussionsbedarf, auch bei Versicherern.
Welche sozialen Auswirkungen hat die Digitalisierung? Darรผber gibt es noch Diskussionsbedarf, auch bei Versicherern. Getty Images/Ikon Images

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Wie gehen Schweizer Unternehmen mit Herausforderungen der zunehmenden Digitalisierung der Wirtschaft um? Diese Frage stand im Mittelpunkt der ersten Studie der Anlagestiftung Ethos รผber ยซDigitale Verantwortungยป. Die Ergebnisse zeigen: Die Unternehmen stecken bei diesem Thema noch in den Kinderschuhen. Mit am besten schneiden Schweizer Versicherer ab.
Dรผrftige Resultate
Viele der befragten Grossunternehmen erweisen sich in Bezug auf ihre digitalen Praktiken als noch wenig transparent. Ihre Vorbereitung auf kรผnftige Herausforderungen, zum Beispiel im Bereich kรผnstliche Intelligenz und Ethik, sei noch in den Anfรคngen, lautet das Fazit der Studie.
Die Analyse wurde in Zusammenarbeit mit Ethics Grade erstellt, einer Firma mit Sitz in Grossbritannien, die auf die Bewertung der digitalen Verantwortung von Unternehmen spezialisiert ist. Untersucht wurden die Praktiken der 48 grรถssten an der Schweizer Bรถrse kotierten Unternehmen (SMI Expanded), darunter die fรผnf Versicherungsunternehmen Baloise, Helvetia, Swiss Life, Swiss Re und Zurich Versicherung.
In der Studie erhielten die anvisierten Unternehmen einen Fragebogen, der in sieben Kapiteln den Umgang mit den Themen Governance, Transparenz, Datenschutz, kรผnstliche Intelligenz, sensible Aktivitรคten, Auswirkungen auf die Gesellschaft und Einfluss auf die Umwelt analysierte. Gleichzeitig nahmen die Experten von Ethics Grade sรคmtliche Dokumente und รถffentlich zugรคnglichen Informationen รผber diese Unternehmen unter die Lupe und fรผllten ihrerseits den Fragebogen aus. Aufgrund der gesammelten Antworten erhielt jedes Unternehmen fรผr jedes Kapitel eine Endbewertung.

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Versicherer schneiden gut ab
Die Ergebnisse sprechen fรผr sich: Keines der 48 Unternehmen im SMI Expanded erfรผllt mehr als 40 Prozent der Erwartungen von Ethos. Unternehmen aus dem Banken- und dem Gesundheitssektor, die vom Thema digitale Verantwortung besonders betroffen sind, lagen mit Durchschnittsresultaten von 10,3 beziehungsweise 11,1 Punkten deutlich zurรผck.
Nur vier Unternehmen erreichten mehr als 20 von 100 mรถglichen Punkten: Baloise (39,6), Swisscom (29,1), Straumann (26,7) und Swiss Re (21 Punkte).
ยซDie Versicherungsbranche scheint am weitesten fortgeschritten zu sein, mit einem Durchschnitt von 17,3 Punktenยป, ist in der Studie zu lesen. Den Fragebogen beantwortet haben allerdings nur Baloise, Helvetia, Swiss Life und Swiss Re. Fรผr die Zurich Insurance Group basiert das Rating lediglich auf รถffentlich zugรคnglichen Informationen.
Ethos-CEO Vincent Kaufmann ergรคnzt auf Nachfrage von HZ Insurance: ยซBei den Grundsรคtzen Governance, Datenschutz, kรผnstliche Intelligenz und sensible Aktivitรคten haben die Versicherer die beste Durchschnittsnote erreicht, wรคhrend sie bei den รถkologischen und sozialen Auswirkungen der Digitalisierung nur durchschnittliche Werte erzielten.ยป
Offen fรผr mehr Dialog

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Fรผr Ethos geht es nun darum, mit den Unternehmen in den Dialog zu treten und gemeinsam zu analysieren, in welchen Bereichen eine Verbesserung angestrebt werden sollte. Kaufmann erlรคutert: ยซEs ist noch unklar, ob die aktuellen Bewertungen auf einen Mangel an Transparenz seitens der Unternehmen zurรผckzufรผhren ist oder eher auf einen Mangel an Proaktivitรคt in Bezug auf bestimmte Aspekte der Digitalisierung, zum Beispiel die ethisch einwandfreie Nutzung von KI.ยป
Eine Aktualisierung der Studie fรผr 2022 und 2023 ist geplant. Dabei geht es auch darum, Fortschritte der Unternehmen zu bewerten. Kaufmann betont: ยซDie Unternehmen scheinen offen fรผr die Diskussion zu sein und wollen ihre Transparenz in Zukunft verbessern.ยป
Gerade fรผr Versicherer hรคlt der Ethos-CEO es fรผr sehr wichtig, Fragen im Zusammenhang mit der ethischen Nutzung kรผnstlicher Intelligenz besser zu bewรคltigen. Das betreffe vor allem die Entwicklung von Algorithmen zur Annahme oder Ablehnung bestimmter Arten von Risiken und Kunden. Zurzeit ist sein Eindruck: ยซEs scheint, dass die sozialen Auswirkungen der Digitalisierung von den Versicherungsunternehmen noch wenig antizipiert werden, ausser dass es ein grosses Potenzial fรผr die Automatisierung und damit fรผr den Ersatz bestimmter Aufgaben in der Zukunft gibt.ยป

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