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Verbandsbeitrag

SIRM Forum 2025: Wenn Extremwetter die Bilanzen bedrohen – Zeit zum Handeln

Klimabedingte Extremereignisse sind zu Kernrisiken für Geschäftsmodelle, Kapitalallokation und die Versicherbarkeit ganzer Regionen geworden.

Evelyn Lämmli

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Der SIRM Vorstand am SIRM Forum 2025: Volker Trapp, Daniele Zucchi, Stefan Günther, Sabrina Hartusch, Evelyn Lämmli, Jurrit Herber, Michael De Boni, Rocco Bozzelli (v.l.n.r.). zVg

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Das SIRM Forum 2025 im Kursaal Bern versammelte erneut 270 Risiko und Versicherungsmanager, Versicherer sowie Broker zu einer konzentrierten Betrachtung der ökologischen und ökonomischen Folgen extremer Wetterereignisse und war erneut ausverkauft.
Sabrina Hartusch, SIRM Präsidentin, eröffnete die Veranstaltung mit einem kompakten Bericht über die Aktivitäten des Verbands. Inzwischen zählen über 100 grosse Unternehmen zu den Mitgliedern; über 250 Risiko- und Versicherungsmanager nutzen die Plattform aktiv.
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Eröffnung durch Präsidentin Sabrina Hartusch (links) und Prof. Sonia I. Seneviratne (ETH Zürich, rechts).zVg
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Eröffnung durch Präsidentin Sabrina Hartusch (links) und Prof. Sonia I. Seneviratne (ETH Zürich, rechts).zVg
Highlight-Projekte des Jahres waren das zweite Geneva Rendez-vous zu Künstlicher Intelligenz beim CERN, zahlreiche SIRM Connect Treffen mit den SIRM Partnern sowie die Generalversammlung bei der Mitgliedfirma SBB. Weitere Initiativen zielen auf die Lancierung einer praxisorientierten Aus  und Weiterbildung speziell für Risiko  und Versicherungsmanager ab sowie eine stärkere Einbindung der italienischsprachigen Schweiz. Der neu amtierende FERMA Präsident, Philippe Cotelle, betonte die Bedeutung der Zusammenarbeit der europäischen Vereinigungen innerhalb der FERMA und lobte die wertvolle Beziehung zur SIRM und deren grosses Engagement.

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Zum Einstieg in das SIRM Forum Thema «The impact of Extreme Weather» lieferte Prof. Sonia I. Seneviratne (ETH Zürich) den wissenschaftlichen Puls. Anhand von Karten, Zeitreihen und konkreten Fallbeispielen skizzierte sie, wie Hitzewellen, Starkniederschläge und Dürren sowohl in Häufigkeit als auch in Intensität zunehmen – mit regional durchaus unerwarteten Verschiebungen. Prof. Daniel Farinotti (ETH Zürich) machte danach die abstrakten Trends greifbar am Beispiel Blatten und deren katastrophalen Auswirkungen. Er zeigte hautnahe Einblicke in das Geschehen und Hintergründe zu den Ursachen und Folgen. Am Beispiel Blatten wurde deutlich, dass Berggemeinden zwar nicht zwangsläufig unbewohnbar werden, ihr Fortbestand aber massgeblich vom «wie» und den verfügbaren Grundlagen abhängt. Markus Aebischer (MeteoSwiss) skizzierte, wie staatliche Plattformen als Datenlieferanten und Koordinatoren fungieren können. Standardisierte, hochwertige Wetter- und Naturgefahren-Daten sind Grundlage für die Bewertung, Massnahmenbestimmung und auch Versicherbarkeit.
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Markus Aebischer (Meteo Swiss, links) / Prof. Daniel Farinotti (ETH Zürich, rechts).zVg
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Markus Aebischer (Meteo Swiss, links) / Prof. Daniel Farinotti (ETH Zürich, rechts).zVg

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Praktische Instrumente des Risikotransfers zum Erdbebenrisiko beleuchteten Bruno Spicher (Risk Agent) und Dr. Eduard Held (SIA) mit verschiedenen Ansätzen und unterschiedlichen Meinungen. Finanzierungslösungen dieses Risikos wurden einer kritischen Praxisanalyse unterzogen und mit unterschiedlichen Schlussfolgerungen zu Chancen und Grenzen dieser Konstrukte abgerundet.
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Bruno Spicher (Risk Agent, links) / Dr. Eduard Held (SIA, rechts).zVg
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Bruno Spicher (Risk Agent, links) / Dr. Eduard Held (SIA, rechts).zVg
Aus Unternehmenssicht legte Denis Waerseggers von Holcim dar, wie Anpassung in der Praxis aussehen kann: klimaresistente Lieferketten, investive Schutzmassnahmen an Produktionsstandorten und systematische Risiko Reduktion. Seine Botschaft war klar und praxisnah: Risikoübertragung allein genügt nicht; Reduktion an der Quelle, robuste Infrastruktur und vorausschauende Planung sind unverzichtbar. Dr. Maryam Golnaraghi (Geneva Association) und Michael Mullan (OECD) forderten ein stärkeres Zusammenspiel von Regulierung, Marktinnovation und Investitionsanreizen, um private Kapitalflüsse in Anpassung und Resilienz zu lenken.
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Denis Waerseggers (Holcim, links) / Forumspublikum (rechts).zVg
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Denis Waerseggers (Holcim, links) / Forumspublikum (rechts).zVg

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Moderiert wurde das Forum gewohnt pointiert von Stefan Lendi; zusammen mit Jurrit Herber zog er die Schlussfolgerung: Bewusstsein, Wissen und Instrumente sind vorhanden – jetzt braucht es den Mut zur Umsetzung. Der Tag klang beim anschliessenden Abendessen und Party mit Blick auf die stimmungsvoll beleuchtete Stadt Bern und bei leichtem Schneefall und angeregten Diskussionen mit unterschiedlichen Verkleidungen zu den vier Elementen aus.
Der zweite Tag startete mit aktuellen Verbandsthemen und einem neuen Format, dem «SIRM Aspire Risk Partner Talk». Vertreter der SIRM Partner diskutierten konkrete Ansätze zur Schadenprävention bei Extremwetter. In drei parallelen Breakout Sessions standen «Best Practice; Schutzmassnahmen für Anlagen und Infrastruktur», «Reflective Dialogue zu finanzieller Resilienz, Parametrik, Captives und Versicherbarkeit» sowie «Scenario Lab zu menschlicher Bereitschaft, Organisationskultur und interner Krisenkommunikation» im Mittelpunkt. Der offene Austausch lieferte zahlreiche praxisnahe Erkenntnisse und umsetzbare Ansätze.
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Abschlussworte mit Stefan Lendi, Sabrina Hartusch und Jurrit Herber (links) / Gut gefüllte Ränge beim Dinner am SIRM Forum 2025 (rechts).zVg
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Abschlussworte mit Stefan Lendi, Sabrina Hartusch und Jurrit Herber (links) / Gut gefüllte Ränge beim Dinner am SIRM Forum 2025 (rechts).zVg

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Das SIRM Forum bestätigte damit erneut seinen Ruf als das relevanteste Branchentreffen für inhaltliche Schärfung, intensiven Dialog und Netzwerkaustausch. Gleichwohl bleibt der Appell deutlich: Erkenntnisse müssen in Taten münden, denn die verbleibende Zeit für wirkungsvolle Anpassung ist begrenzt.
Ein grosses Dankeschön gilt wiederum den Sponsoren AON, AXA XL, Berkshire Hathaway, FM Global, Gallagher, HDI Global, International SOS, Kessler, McGill and Partners, Sompo International, Swiss Re Corporate Solutions, WTW und Zürich für ihre wertgeschätzte Unterstützung.
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Die SIRM Mitglieder-Vertreterinnen und -Vertreter.zVg
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Die SIRM Mitglieder-Vertreterinnen und -Vertreter.zVg
SIRM ist die älteste und grösste Vereinigung für Versicherungs- und Risikomanager in der Schweiz und umfasst über 100 einflussreiche Mitgliederfirmen aus der Industrie, dem Handel, dem Dienstleistungssektor und aus öffentlich-rechtlichen Institutionen. Der SIRM Vorstand besteht aus Sabrina Hartusch (Präsidentin), Daniele Zucchi (Vize-Präsident, Evelyn Lämmli, Jurrit Herber, Michael De Boni, Pierre-Louis Chabert, Rocco Bozzelli, Stefan Günther und Volker Trapp. Siehe mehr Details auf www.sirm.ch oder www.sirmforum.ch.

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