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Allianz Safety and Shipping Review 2024

Schiffshavarien auf Rekordtief trotz steigender Risiken

Die Zahl havarierter Schiffe sank 2023 auf einen neuen Tiefststand. Doch geopolitische Konflikte und Klimarisiken bergen neue Herausforderungen.

ZwischenfΓ€lle mit grossen Containerschiffen wie in Baltimore verursachen aussergewΓΆhnlich hohe SchΓ€den.
ZwischenfΓ€lle mit grossen Containerschiffen wie in Baltimore verursachen aussergewΓΆhnlich hohe SchΓ€den.The Washington Post via Getty Im

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Der aktuelle Allianz Safety and Shipping Review 2024 zeigt einen signifikanten RΓΌckgang der Schiffshavarien. Im Jahr 2023 sank die Zahl der havarierten Schiffe auf 26, gegenΓΌber 41 im Vorjahr und 200 vor 30 Jahren. Dies stellt ein neues Rekordtief dar und bedeutet eine Reduktion von mehr als 70 Prozent im Vergleich zu 2013, als noch 729 Schiffe verunglΓΌckten. Trotz dieser positiven Entwicklung steht die Schifffahrtsbranche vor erheblichen Herausforderungen.

Geopolitische Spannungen und Klimarisiken

Konflikte wie im Gazastreifen und in der Ukraine beeinflussen die globale Schifffahrt erheblich. Laut KapitΓ€n Rahul Khanna, Global Head of Marine Risk Consulting bei Allianz Commercial, wirken sich diese Konflikte auf die Sicherheit von Besatzungen und Schiffen sowie auf Lieferketten und Umwelt aus. Piraterie, besonders am Horn von Afrika, und Klimawandel-bedingte StΓΆrungen wie die DΓΌrre im Panamakanal erhΓΆhen die Risiken zusΓ€tzlich.

SΓΌdostasien bleibt Risikozone

Die Region SΓΌdostasien bleibt mit 184 Havarien in den letzten zehn Jahren die am stΓ€rksten betroffene Seeregion. Im Jahr 2023 entfielen fast ein Drittel der weltweiten Verluste auf diese Region. Frachtschiffe machten ΓΌber 60 Prozent der weltweiten AusfΓ€lle aus, wobei gesunkene Schiffe die Hauptursache fΓΌr alle Totalverluste darstellten.

Partner-Inhalte

Zunahme technologiebasierter Bedrohungen

Die Nutzung von Drohnen stellt eine zunehmende Bedrohung fΓΌr die Handelsschifffahrt dar. Berichte ΓΌber GPS-StΓΆrungen, besonders in der Straße von Hormus, im Mittelmeer und im Schwarzen Meer, nehmen zu. Auch die Sanktionen gegen russische Γ–l- und Gasexporte haben zur Entstehung einer "Schattenflotte" beigetragen, die aus Γ€lteren, schlecht gewarteten Schiffen besteht und erhebliche Umwelt- und Sicherheitsrisiken birgt.

Umwege und ihre Auswirkungen

Angriffe auf die Schifffahrt im Nahen Osten haben den Transitverkehr auf dem Suezkanal stark beeintrΓ€chtigt. Die Umgehung des Kanals ΓΌber das Kap der Guten Hoffnung verlΓ€ngert die Fahrzeit und erhΓΆht die Emissionen. Diese Umleitungen werden als Hauptgrund fΓΌr den Anstieg der Emissionen im EU-Schifffahrtssektor um 14 Prozent in diesem Jahr genannt.

Herausforderungen der Dekarbonisierung

Die Schifffahrt ist fΓΌr etwa drei Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich. Die Branche steht vor der Herausforderung, eine Infrastruktur fΓΌr alternative Kraftstoffe zu entwickeln und gleichzeitig fossile Brennstoffe auslaufen zu lassen. Laut Justus Heinrich, Leiter der Schifffahrtsversicherung bei Allianz Commercial, mΓΌssen bis 2050 jΓ€hrlich ΓΌber 3.500 Schiffe gebaut oder umgerΓΌstet werden, wΓ€hrend die Zahl der Werften seit 2007 um mehr als die HΓ€lfte gesunken ist. Diese EngpΓ€sse kΓΆnnten zu VerzΓΆgerungen bei Reparaturen und Wartungen fΓΌhren, was die Sicherheitsrisiken weiter erhΓΆht.

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Der Allianz Safety and Shipping Review 2024 zeigt, dass trotz eines historischen RΓΌckgangs der Schiffshavarien, die Schifffahrtsbranche vor komplexen und vielfΓ€ltigen Herausforderungen steht.(pd/hzi/hoh)

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