Die grossen schweizerischen Versicherungen haben vergangenes Jahr solide gearbeitet. Bei Helvetia/Baloise wird die Integration spΓΌrbare Auswirkungen haben. Mobiliar muss ohne Einmaleffekte auskommen.
Β«Wen interessiert schon das vergangene Jahr?Β» β Die Frage, welche ein Medienschaffender zu Helvetia/Baloise aufwarf, betraf vor allem die Haltung von Investoren. FΓΌr viele Mitarbeitende dagegen hΓ€ngen Bonus, AktienplΓ€ne und BefΓΆrderungen von guten Leistungen der Vergangenheit ab. FΓΌr die Analysten und Marktbeobachter sind diese Zahlen ebenso wichtig. Sie zeigen, welches Management einen guten Job gemacht hat, wo solide gearbeitet wurde β und auch, wo Einmaleffekte die schwachen Leistungen im operativen GeschΓ€ft kaschierten und wo gerade grΓΆssere interne Baustellen von der Arbeit fΓΌr die Kundinnen bzw. Kunden ablenken. Die PrΓ€mienentwicklung des vergangenen Jahres legt das Fundament fΓΌr das laufende Jahr β und es zeigt, wer die bessere Distribution aufgebaut hat.
RΓΌckblick: Diese Gesellschaften haben am besten gearbeitet
RΓΌckblickend lΓ€sst sich bei den sechs grossen Gesellschaften, bei denen ausreichend Daten zum GeschΓ€ftsverlauf vorliegen, ein starkes Jahr konstatieren. Alle sechs hier analysierten Gruppen steigerten ihren Gewinn oder hielten ihn auf hohem Niveau, profitierten von einer gΓΌnstigen Schadenlage (weniger ElementarschΓ€den als in Vorjahren) und verbesserten ihre Combined Ratios. Der Felssturz in Blatten (VS) vom Mai 2025 war das prΓ€gende Einzelereignis mit branchenweiten BruttoschΓ€den von rund 330 Mio. Franken gesamt.
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Zurich Schweiz / Zurich Insurance Group
Zurich verzeichnete im Jahr 2025 in allen GeschΓ€ftsbereichen Rekordergebnisse. Der Reingewinn der Gruppe stieg um 10 Prozent auf USD 6,8 Mrd., der Betriebsgewinn der Gruppe (BOP) um 13 Prozent auf 8,9 Mrd. US-Dollar Besonders stark war das Schaden- und UnfallversicherungsgeschΓ€ft mit einem Betriebsgewinn von 5,1 Mrd. Dollar (+22Prozent). In der Schweiz wuchsen die BruttoprΓ€mien (NL) um 4 Prozent auf 3,9 Mrd. Franken, der BOP NL legte um 10 Prozent auf 318 Mio. Fr. zu.
Die Combined Ratio verbesserte sich in der Schweiz auf 94,0 Prozent (β1,8 Prozentpunkte), auf Gruppenebene sogar auf 92,6 Prozent. Die Eigenkapitalrendite (ROE, bereinigt) erreichte mit 26,9 Prozent einen Rekordwert. Die SST-Quote liegt bei 259 Prozent, die Dividende wird um 7 Prozent auf 30 Franken je Aktie erhΓΆht.
Zurich zeigte einen starken Start in den Zyklus 2025β2027 und auf dem besten Weg, ihre finanziellen Ziele zu erreichen und weiterhin Mehrwert fΓΌr alle ihre Anspruchsgruppen zu schaffen. Allerdings stellen sich hier einige Fragen um die Neubesetzung bzw. Nachfolgen des Top-Managements sowie des Verwaltungsrats. Gerade die Personalie Mario Greco ist offen β neben zwei, drei internen Kandidatinnen bzw. Kandidaten gibt es auch europaweit einige ganz hervorragende Leute, die sich einen Wechsel an den Mythenquai in ZΓΌrich vorstellen kΓΆnnen.
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Mobiliar
Die Mobiliar ΓΌberraschte mit einem Gewinnsprung von 111 Prozent auf 825 Mio. Franken. Dieser ist jedoch zu einem bedeutenden Teil auf Sondereffekte zurΓΌckzufΓΌhren: die Reduktion der Beteiligung an der Swiss Marketplace Group (SMG) beim BΓΆrsengang im September 2025 sowie hohe Realisierungsgewinne. Hier hatte man ein sehr gutes Timing gezeigt β die SMG-Aktie, die beim IPO im September 2025 fΓΌr 50 Franken auf den Markt gekommen war, ist derzeit nur wenig mehr als die HΓ€lfte wert. BefΓΌrchtungen, dass die agentische KI (auch) solche MarktplΓ€tze obsolet machen kΓΆnnte, wurden bisher nicht ΓΌberzeugend widerlegt.
Das finanzielle Ergebnis allein betrug 901,9 Mio. Fr. Das operative NichtlebengeschΓ€ft blieb mit einer Combined Ratio von 97,0 Prozent (Vorjahr 97,1 Prozent) eher bescheiden, obwohl das PrΓ€mienvolumen um 5,4 Prozent auf 4,2 Mrd. Franken wuchs. Die Eigenkapitalrendite verdoppelte sich auf 10,5 Prozent.
Bemerkenswert: Die Mobiliar ist mit einem Marktanteil von 20,9 Prozent der grΓΆsste Nichtlebenversicherer der Schweiz. Die SST-Quote von 519 Prozent ist mit Abstand die hΓΆchste in der Branche und zeigt eine ausserordentlich komfortable Kapitalisierung. Der Felssturz Blatten belastete mit 140 Mio. Franken brutto am stΓ€rksten aller analysierten Unternehmen.
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WΓ€re die Mobiliar ein bΓΆrsengelistetes Unternehmen, hΓ€tte sie lΓ€ngst aktivistische Investoren im Haus: Diese wΓΌrden eine Reduktion des ΓΌberreichlich vorhandenen Kapitals verlangen und Kostensparmassnahmen durchsetzen. WΓ€re das die HΓΆlle fΓΌr das Management und das Unternehmen? Nicht unbedingt β denn damit kommen auch Bonus- und Beteiligungsprogramme, welche gerade fΓΌr die LeistungstrΓ€ger und das Talent-Recruiting interessant sind.
Vaudoise
Die Vaudoise erzielte 2025 einen Rekordgewinn von 156,3 Mio. Fr. (+16,7Prozent). Das NichtlebengeschΓ€ft war der Haupttreiber: Die BruttoprΓ€mien wuchsen um 7,5 Prozent (deutlich ΓΌber Marktdurchschnitt), und die Combined Ratio verbesserte sich auf 96,4 Prozent (β1,5 Prozentpunkte). Das Wachstum war geographisch breit: Deutschschweiz +9,5 Prozent, Westschweiz +6,8 Prozent. Es zeigt sich auch, dass die Gesellschaft aus der Romandie diesseits des RΓΆstigrabens das Aufholpotenzial ausnutzt, ohne jedoch die Kostenbasis spΓΌrbar zu verschlechtern.
Das LebengeschΓ€ft zeigte hingegen einen RΓΌckgang von 3,4 Prozent beim PrΓ€mienvolumen. Die SST-Quote ist mit 344 Prozent sehr solide, die Eigenkapitalrendite mit 6,0 Prozent eher moderat. Positiv herauszuheben ist die Gewinnweitergabe von 40 Mio. Franken an Nichtleben-Kunden (PrΓ€mienrabatt von 10 Prozent auf MFZ-Versicherungen 2026β2027), was dem genossenschaftlichen GeschΓ€ftsmodell entspricht.
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Helvetia Baloise
Das Jahr 2025 war fΓΌr Helvetia Baloise ein Sonderjahr: Die Fusion der beiden Holding-Gesellschaften wurde am 5. Dezember 2025 abgeschlossen. In der IFRS-Rechnung erscheint deshalb nur das Helvetia-Ergebnis; der Baloise-Beitrag fliesst erst ab 2026 vollstΓ€ndig ein.
Helvetia allein erzielte Underlying Earnings von 633 Mio. Franken (+19,8 Prozent), das IFRS-Periodenergebnis betrug 575 Mio. Franken (+14,4 Prozent). Die Combined Ratio NL verbesserte sich auf 93,1 Prozent (β1,9 Prozentpunkte). Grund hierfΓΌr ist eine deutliche Verbesserung der Schadenquote. Baloise erzielte standalone einen bereinigten AktionΓ€rsgewinn von 570,6 Mio. Franken (+19,7 Prozent) und eine Combined Ratio von 92, 2 Prozent. Der Gewinn Nichtleben blieb unter den Erwartungen (- 8,3 Prozent), der Underlying Gewinn dieser Sparte dagegen klar ΓΌber den Erwartungen.
Auf Pro-Forma-Basis (als wΓ€re die Fusion ein Jahr frΓΌher erfolgt) ergibt sich ein kombinierter Underlying-Gewinn von 1,035 Mrd. Franken und ein GeschΓ€ftsvolumen von 19,8 Mrd. Franken, womit Helvetia Baloise zum grΓΆssten Allbranchenversicherer der Schweiz avanciert. Die Integrationssynergien sind auf Kurs (21 Prozent von 650 Mio. Franken realisiert), wie das kombinierte Top-Management am Analysten-Tag Mitte April 2026 in London erklΓ€rte.
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Kommentatoren vermerkten eine insgesamt gute Entwicklung, die getragen ist durch weitere versicherungstechnische Verbesserungen ist, was sich auch gut in den vorteilhaften Underlying Earnings-Kennzahlen zeigt. Vorteilhaft ist zudem auch, dass bereits ein Teil der Integrationskosten fΓΌr die Γbernahme der Baloise-GeschΓ€fte im vergangenen Jahr abgebucht ist. Hier wurde 2025 offenbar solide weiter gearbeitet, obwohl sich bereits grΓΆssere Einsparmassnahmen abzeichneten, die indes erst im laufenden Jahr bemerkbar machen werden.
AXA Schweiz
AXA Schweiz ist fΓΌr das global aktive Unternehmen ΓΌberaus wichtig: Man spielt hierzulande zwar lediglich 5 bis 6 Prozent des gesamten PrΓ€mienvolumens ein, aber man erarbeitet auch 8 bis 10 Prozent des Nettogewinns der Gruppe. AXA ist seit Jahren der Schweizer MarktfΓΌhrer in der Schadenversicherung und zeigte 2025 das stΓ€rkste PrΓ€mienvolumenwachstum der analysierten Gruppe: +7 Prozent auf 6,6 Mrd. Franken. Der Reingewinn stieg um 3 Prozent auf 805 Mio. Fr. Besonders herausstechend: Das EinzellebengeschΓ€ft wuchs um 21 Prozent Dank der "SmartFlex"-Produkte, die Gesundheitsvorsorge um 20 Prozent.
Die Combined Ratio NL von 90,1 Prozent ist die beste unter allen verglichenen Unternehmen, auch wenn die Verbesserung mit β0,3 Prozentpunkten moderat ausfiel. AXA ist mit 56 Mrd. Franken verwalteten Drittkunden-Assets auch als VermΓΆgensverwalterin stark aufgestellt. Eine separate SST-Quote wurde nicht publiziert. β Die jahrelang gehaltene MarktfΓΌhrerschaft wird in diesem Jahr an Helvetia abgegeben werden. Am Stellenwert des Unternehmens in der Schweiz und innerhalb der Gruppe Γ€ndert das nichts.
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Swiss Life
Swiss Life blieb seiner Strategie als Lebensversicherer mit starkem Fee-GeschΓ€ft treu. Der Reingewinn blieb mit 1,26 Mrd. Fr. stabil, der Betriebsgewinn stieg um 3 Prozent auf 1,83 Mrd. Fr. Die Eigenkapitalrendite verbesserte sich auf 17,2 Prozent (Ziel: 17β19 Prozent p. a.). Das ist eines der stΓ€rksten Werte im Vergleich.
Das Fee-GeschΓ€ft (2,59 Mrd. Fr, +5 Prozent) und das Asset Management (verwaltete DrittvermΓΆgen 146 Mrd. Fr., +17 Prozent, NettoneugeldzuflΓΌsse fast verdoppelt) sind die differenzierenden StΓ€rken. Allerdings machen auch immer wieder Spekulationen um mΓΆgliche grΓΆssere ZukΓ€ufe, beispielsweise einer Privatbank, die Runde (das Management dementiert das). Damit liesse sich das GeschΓ€ft mit vermΓΆgenden (aber nicht sehr reichen) Privatkunden deutlich stΓ€rken. Die seit Jahren laufende Anwerbekampagne fΓΌr Banker hat sich hier nicht als echter Game-Changer erwiesen.
Die SST-Quote liegt bei rund 210 Prozent, oberhalb des eigenen strategischen Ziels von 140β190 Prozent. Das AktienrΓΌckkaufprogramm (750 Mio. Franken) lΓ€uft planmΓ€ssig, die Dividende steigt auf 36.50 Franken (+4Prozent).
Swiss Life liesse sich auch als Immobilienfirma mit angehΓ€ngtem Lebensversicherungsvertrieb bezeichnen (tatsΓ€chlich verfolgen einige Versicherungs-Analysten gleichzeitig auch die Immobilienfirmen in der Schweiz). Die AbhΓ€ngigkeit vom ImmobiliengeschΓ€ft ist weiterhin sehr hoch und hier verlΓ€sst man sich darauf, dass es in den kommenden zehn Jahren kaum negative Entwicklungen bei der Wohnimmobiliennachfrage geben wird. Selbst wenn die Zuwanderung stoppen wΓΌrde, wΓΌrde die FlΓ€chen-Nachfrage weiter steigen. Und ein robustes GeschΓ€ft bei Wohnimmobilien glΓ€ttet auch die Wellen bei den GeschΓ€ftsimmobilien.
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ProduktivitΓ€t pro Mitarbeitende 2025
Die hier verwendeten Mitarbeiterzahlen stammen aus den offiziellen GeschΓ€ftsberichten und Medienmitteilungen der Unternehmen fΓΌr 2025. NatΓΌrlich gibt es hier UnschΓ€rfen beim Vergleich, wenn einzelne Versicherungen eher auf unabhΓ€ngige Agenturen als Vertriebsnetz setzen und andere den ganzen Vertrieb auf der eigenen Payroll fΓΌhren. Dennoch β so weit sind die Gesellschaften und die abgeleiteten Werte nicht auseinander.
Zurich Schweiz beschΓ€ftigt 7'000 Mitarbeitende in der Schweiz (Gruppe weltweit: mehr als 63'000). Die Mobiliar beschΓ€ftigt rund 6'600 Mitarbeitende (Stand Mitte 2025). AXA Schweiz zΓ€hlt rund 4'700 Mitarbeitende sowie 3'100 Kolleginnen und Kollegen im Vertrieb. Helvetia Baloise beschΓ€ftigt nach der Fusion mehr als 22'000 Mitarbeitende in acht LΓ€ndern und baut davon mehr als 10 Prozent ab. Die Vaudoise weist gemΓ€ss den vorliegenden Dokumenten etwas mehr als 2'000 Vollzeit-Γquivalente aus. Swiss Life beschΓ€ftigt rund 11'000 Mitarbeitende und verfΓΌgt ΓΌber ein Vertriebsnetz mit rund 17'000 Beraterinnen und Beratern.
Hinweise zur Vergleichbarkeit: Die Zahlen sind nicht homogen. Zurich, Swiss Life und Helvetia Baloise sind internationale Konzerne, deren Schweizer Segment nur einen Teil der Belegschaft ausmacht. FΓΌr Zurich und Swiss Life werden deshalb zwei Perspektiven gezeigt (CH-Segment und Gruppe). Bei AXA werden nur die 4'700 fest angestellten Mitarbeitenden verwendet, ohne die 3'100 externen Vertriebsmitarbeitenden.
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AXA Schweiz ist in dieser Betrachtung mit Abstand die produktivste Nichtlebenversicherung: 1,4 Mio. Franken PrΓ€mien und 171'000 Franken Reingewinn pro Mitarbeitenden. Allerdings sind hier die Konzernfunktionen nicht berΓΌcksichtigt, diese sitzt in Paris. Dieser Overhead wird bei den Mitbewerben in der einen oder anderen Form mitgerechnet und -berΓΌcksichtigt.
Swiss Life erzielt strukturell bedingt die hΓΆchsten PrΓ€mien je Mitarbeitendem, was aber dem Lebensversicherungsmodell mit kapitalintensiven Produkten geschuldet ist. Helvetia Baloise weist den tiefsten Gewinn pro Kopf aus β hier drΓΌcken die 22'000 Mitarbeitenden und die erheblichen Fusionskosten auf die Kennzahl. Der geplante Abbau von bis zu 2'600 Stellen bis 2028 sowie die FrΓΌhpensionierungen werden die ProduktivitΓ€t pro Kopf deutlich verbessern.
Ausblick 2026 / 2027: Fast alle haben Hausaufgaben zu machen
Zurich hat mit der Γbernahme von Beazley den den wichtigsten Strategieentscheid seit Jahren getroffen und ist operativ in Bestform.Nach der Γbernahme entstehtein globaler Specialty-Versicherer mit kombinierten BruttoprΓ€mien von rund 15 Mrd. Dollar Die KapitalerhΓΆhung, die zur Teilfinanzierung nΓΆtig ist, bringt einen kurzfristigen VerwΓ€sserungseffekt fΓΌr AktionΓ€re.
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Operativ ist Zurich auf sehr gutem Kurs: Der Zielkorridor fΓΌr 2027 (ROE >23 Prozent, EPS-Wachstum >9 Prozent) wurde im ersten Jahr bereits ΓΌbererfΓΌllt (ROE 26,9 Prozent, EPS +13 Prozent). Das AktionΓ€rspotenzial bleibt hoch β und das ist auch Ausdruck der fundamentalen StΓ€rke der Gesellschaft. Die Dividende dΓΌrfte weiter steigen (Analysten projizieren 32 Franken fΓΌr 2026 und 34 Franken fΓΌr 2027), was gegenwΓ€rtig eine Rendite von rund 5,6 Prozent auf der Basis der GewinnschΓ€tzung fΓΌr 2027 ergibt.Beazley wird das Ergebnis ab 2027 mit beeinflussen, wenn alle Bewilligungen der involvierten AufsichtsbehΓΆrden vorliegen.
Bei Zurich lohnt sich auch der Vergleich ΓΌber die Landesgrenzen hinweg. Im Underwriting ist Zurich stark, spΓΌrt aber unter dem PreisrΓΌckgang in Commercial Lines und dem relativ geringen Life&Health-Wachstum. Die Verschiebung hin zu kΓΌrzerlaufenden L&H-VertrΓ€gen bei AXA und Zurich kΓΆnnte das CSM-Wachstum bremsen, wΓ€hrend Allianz und Generali mit ihrem Fokus auf langfristige Lebensvorsorge in diesem Bereich besser positioniert erscheinen.
Allianz schlΓ€gt Zurich klar in der Combined Ratio (91,8 Prozent vs. Zurich mit 93 bis 95 Prozent) und profitiert zusΓ€tzlich vom grossen Asset-Management-Beitrag (PIMCO/AGI). Operativ der stΓ€rkste Player im Peer-Vergleich mit AXA und Generali.
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Mobiliar hat operativen Verbesserungsdruck: Man kann sich nicht jedes Jahr elegant von einem hoch bewerteten Investment zum besten Zeitpunkt trennen. Ohne Sondereffekte wird das Ergebnis im laufenden Jahr deutlich tiefer ausfallen als die 825 Mio. Franken des Vorjahres. Der strategische Fokus liegt auf der Modernisierung der IT-Plattform (Β«Avantage 2030Β») und dem Einsatz von KI in der Schadenregulierung.
Die Combined Ratio von 97 Prozent bleibt ein Schwachpunkt. Hier besteht Handlungsbedarf. Immerhin: Als grΓΆsster Sachversicherer der Schweiz mit 20,9 Prozent Marktanteil profitiert die Mobiliar ΓΌberdurchschnittlich von PrΓ€mienerhΓΆhungen. Das JubilΓ€umsjahr 200 Jahre (2026) wird fΓΌr MarketingaktivitΓ€ten genutzt. Die hohe SST-Quote von 519 Prozent gibt darΓΌber hinaus Spielraum fΓΌr Wachstumsinvestitionen.
Vaudoise diversifiziert mit Procimmo: Die geplante Γbernahme der Procimmo Group AG (Immobilien-VermΓΆgensverwaltung) ist der wichtigste strategische Schritt fΓΌr die WaadlΓ€nder. Sie erweitert das GeschΓ€ftsmodell um eine neue Ertragsquelle ausserhalb des VersicherungsgeschΓ€fts. Das Nichtleben-PrΓ€mienvolumen dΓΌrfte weiter ΓΌber dem Markt wachsen (+6β8 Prozent p.a. sind realistisch). Das LebengeschΓ€ft bleibt unter Druck; der RΓΌckgang von 3,4 Prozent im PrΓ€mienvolumen 2025 ist ein Signal fΓΌr strukturelle Herausforderungen in diesem Segment und den harten Wettbewerb. Die Combined Ratio von 96,4 Prozent hat noch erheblichen Verbesserungspotenzial bis zum Branchenprimus von 90 bis 93 Prozent.
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Helvetia Baloise vor wichtigem Integrationsjahr: 2026 ist das wichtigste Jahr fΓΌr das Gelingen der Fusion. Die Fusionierung der Versicherungsgesellschaften in der Schweiz soll bis 1. Juli 2026 abgeschlossen sein, die ersten gemeinsamen Produkte kommen dann auf den Markt. Mehr als 1 Mrd. Franken an immateriellen Anlagen wird 2026 abgeschrieben (wegen des neuen Markenauftritts), was das IFRS-Ergebnis erheblich belasten wird.
Die Underlying-Earnings-Kennzahl, bereinigt um solche Effekte, bleibt aber die relevante MessgrΓΆsse. Bei gelungener Umsetzung sind die Finanzziele (16β18Prozent ROE bis 2028, EPS-Wachstum +10β12 Prozent p.a., Dividende 2029 +50 Prozent vs. 2025) realistisch. Das Risiko liegt in der IntegrationskomplexitΓ€t und dem Stellenabbau, der soziale und kulturelle Herausforderungen mit sich bringt.
AXA hat 2025 gezeigt, was sie kann: StΓ€rkstes PrΓ€mienwachstum, beste Combined Ratio, klare Produktstrategie (SmartFlex). Der SchlΓΌssel fΓΌr 2026/2027 ist, ob das EinzellebengeschΓ€ft (+21 Prozent in 2025) nachhaltig ist oder ob es sich um einen Einmaleffekt durch die SmartFlex-EinfΓΌhrung handelt. Auch verΓ€ndert sich das Wettbewerbsumfeld (vgl. Helvetia).
Das UnternehmenskundengeschΓ€ft wΓ€chst mit +2 Prozent schwΓ€cher als das PrivatkundengeschΓ€ft β hier wird AXA zulegen mΓΌssen und auch hier haben die Mitbewerber Ambitionen. Der Trend zu zunehmenden Arbeitsabsenzen wegen psychischer Erkrankungen (47 Prozent der InvaliditΓ€tsfΓ€lle in Sammelstiftungen) ist ein wachsendes Risiko fΓΌr die Schadenbelastung. Das Asset Management mit 56 Mrd. Franken verwalteter DrittvermΓΆgen ist ein stetig wachsender Ertragspfeiler, hat aber auch noch Potenzial.
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AXA verfolgt auf Konzernebene eine aggressive Wachstumsstrategie, hat 2025 mit dem Verkauf von AXA IM an BNP Paribas aber einen wichtigen Gewinnbeitrag abgegeben. Das operative Ergebnis blieb robust. AXA ist auf Konzernebene operativ auf AugenhΓΆhe mit Zurich, mit starker PrΓ€mienentwicklung, aber etwas hΓΆherer strategischer Unsicherheit durch den Asset-Management-Umbau.
Swiss Life hat mit dem Programm Β«Swiss Life 2027Β» klare Ziele: Fee-Ergebnis > 1 Mrd. Franken (aktuell 858 Mio Franken., Ziel in zwei Jahren noch zu ΓΌberbrΓΌcken), ROE 17β19 Prozent (2025: 17,2 Prozent und damit knapp im Ziel). Der fast verdoppelte Nettoneugeldzufluss im Asset Management auf 17,7 Mrd. Fr. ist ein sehr starkes Signal und dΓΌrfte das Fee-GeschΓ€ft weiter beflΓΌgeln. Die 750 Mio. Fr. AktienrΓΌckkΓ€ufe (bis Mai 2026) stΓΌtzen den Aktienkurs.
Die Dividende (2025: 36.50 Fr., +4 Prozent) dΓΌrfte weiter steigen. Das wichtigste Risiko fΓΌr Swiss Life ist das Zinsumfeld: Bei der SNB mit Null Prozent Leitzins und steigenden Langfristzinsen ist die Reinvestition des umfangreichen Anlageportfolios anspruchsvoll, und ob und wie das ImmobiliengeschΓ€ft hier kompensierend wirken wird, bleibt abzuwarten.
Der Contractual Service Margin (CSM), der wichtigste Vorausindikator fΓΌr kΓΌnftige Gewinne im Life-GeschΓ€ft unter IFRS 17, wuchs um fast 1 Mrd. Fr. auf 15,3 Milliarden Fr. Swiss Life verfolgt drei klare SΓ€ulen: Wachstum im VersicherungsgeschΓ€ft, Ausbau des Fee-GeschΓ€fts (IFAs, Asset Management), und Steigerung der Cash Remittance an die Holding.
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Auch hier lohnt sich ein Vergleich mit den europΓ€ischen Peers. Das sind Generali, Aviva und L&G. Sowohl beim Return on Equity (RoE) als auch bei den Solvency-Kennwerten liegt man vorne (17 Prozent vs. 12 bis 15; 213 Prozent vs. 160 bis 210 Prozent). Im Gegensatz zur Konkurrenz wΓ€chst das Fee-GeschΓ€ft stΓ€rker, man ist aber aufgrund der Zinssituation im Heimmarkt auch stΓ€rker als die Peers auf eine Ausdifferenzierung der Einnahmen angewiesen.