Swiss Re erwartet mehr versicherte Schäden durch Naturkatastrophen
Jährliche Schäden von 400 Milliarden Dollar wegen Unwetter sind bald möglich: Swiss Re mahnt mehr Prävention gegen Naturkatastrophen an.
Andreas Minor
Es sitzen nicht alle im sicheren Boot: Die Deckungslücke liegt bei 49 Prozent. Weltweit ist etwa die Hälfte aller möglichen Unwetterschäden nicht gedeckt – in Schwellenländern beträgt die Protection-Gap gar bis zu 90 Prozent. Keystone
Naturkatastrophen (Nat Cat) verursachten gemäss Swiss Re im Jahr 2025 versicherte Schäden zu Kosten von rund 107 Milliarden Dollar. Das liegt unter dem langjährigen Trend und könnte manchen zu einem Fehlschluss verleiten. Denn global agierende Rückversicherungskonzerne wie die Swiss Re rechnen keineswegs mit einer Entspannung bei den Naturkatastrophen. Tendenziell nähmen Ereignisse an Intensität zu, und die saisonalen Voraussetzungen etwa für Waldbrände würden durch längere Trockenperioden begünstigt.
2030 könnten Unwetter 400 Milliarden kosten
Die Swiss-Re-Experten erwarten unter Einbezug verschiedener Faktoren heuer Nat-Cat-Schadenkosten von etwa 148 Milliarden Dollar. Allerdings kann eine einzige Riesenkatastrophe den monetären Schaden mehr als verdoppeln. Ein solches Grossereignis würde typischerweise ein dicht besiedeltes Gebiet mit hohem Vermögenswert und hohem Versicherungsschutz betreffen. Dieses könnte als Spitzenverlustereignis, das statistisch gesehen alle zehn Jahre auftritt, momentan «zu einem Gesamtverlust von rund 320 Milliarden Dollar führen», sagte Balz Grollimund, Leiter des Bereichs Katastrophenrisiken bei der Swiss Re an einer Medienkonferenz des Schweizer Rückversicherers zu Naturkatastrophen und deren Entwicklung rund um die Welt.