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Altersvorsorge

Pensionskassen erwarten Talfahrt im Jahr 2022

Noch haben Pensionskassen Reserven. Doch sie stehen nach einem gutem Anlagejahr vor Herausforderungen.

Michaela Geiger, HANDELSZEITUNG, HZ Insurance

Pensionskassen - Verluste im ersten Quartal 2022
Pensionskassen - Verluste im ersten Quartal 2022Suphachai - stock.adobe.com

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Die gute Entwicklung der AnlagemΓ€rkte 2021 hat sich positiv auf die FinanzstΓ€rke der Pensionskassen von Schweizer Grossunternehmen ausgewirkt. Im aktuellen Jahr haben die BΓΆrsen hingegen ein rabenschwarzes erstes Semester hinter sich. Das wirkt sich auch auf die Entwicklung der VorsorgeplΓ€ne aus.
Verluste sowohl bei Aktien als auch bei Anleihen bescheren den Vorsorgeeinrichtungen in diesem Jahr deutliche Verluste. Nach einigen Jahren mit hohen Renditen kΓΆnnen sie dies verkraften. Allerdings sind die Unterschiede zwischen den Pensionskassen enorm.
Der durchschnittliche Deckungsgrad fΓΌr die 30 im Swiss Leader Index der Schweizer BΓΆrse enthaltenen Firmen ist 2021 um 8 Prozentpunkte auf 92 Prozent gestiegen, wie aus der am Freitag verΓΆffentlichten Pension Risk Studie des Beratungsunternehmens Willis Towers Watson hervorgeht.
Der Deckungsgrad stellt die VermΓΆgen der Pensionskassen ihren Verpflichtungen gegenΓΌber. Die Vorsorgeverpflichtungen der von Willis Towers Watson betrachteten Unternehmen sind im letzten Jahr um 3,7 Prozent auf 7,8 Milliarden Franken gesunken. Gleichzeitig hat das PlanvermΓΆgen um 4,8 Prozent auf 9,4 Milliarden zugenommen.
Sehr hohe Deckungsgrade verzeichnen nach internationaler Rechtslegung laut Studie die Banken. Β«Das liegt in erster Linie daran, dass es fΓΌr Banken regulierungsbedingt vorteilhaft ist, einen hohen Deckungsgrad zu habenΒ»,  wie Christian Heiniger, Pensionskassenexperte von Willis Towers Watson, vor Medien erklΓ€rte. Β«Deshalb achten Banken darauf, dass ihre Deckungsgrade sehr hoch sind, notfalls auch mit Zusatzfinanzierungen.Β»

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Es gibt aber auch diverse Unternehmen, die eine Unterdeckung aufweisen. Bei Firmen, die sehr tiefe Deckungsgrade haben, liegt das gemΓ€ss den Studienautoren meist daran, dass sie viele Mitarbeitende im Ausland beschΓ€ftigen, wo es teils ganz andere Rentensysteme gibt.

DΓΌstere Entwicklung im 2022

Im laufenden Jahr hat sich das Umfeld an den FinanzmΓ€rkten komplett verΓ€ndert: Der Ukraine-Krieg brach aus, die Inflation beschleunigte sich und Γ–lpreise wie Zinsen stiegen an. Das warf die AktienmΓ€rkte zurΓΌck. Sie erlebten sogar das schlechteste Semester seit Jahrzehnten. Allein im ersten Quartal bΓΌssten die Pensionskassen an den FinanzmΓ€rkten aufgrund der schwachen Anlageperformance im Durchschnitt 3,5 Prozent ein.
Und so bald dΓΌrfte die Talfahrt nicht vorbei sein. Β«Zusammen mit einem befΓΌrchteten Einbruch der Realwirtschaft wird dies weitere Verwerfungen an den FinanzmΓ€rkten nach sich ziehenΒ», glaubt Heiniger. Die Entwicklung der FinanzmΓ€rkte dΓΌrfte damit weiter negativ auf die Pensionskassenperformance der SLI-Firmen einwirken.
Es gibt laut Heiniger aber einen Faktor, der die Pensionskassen entlastet: HΓΆhere DiskontsΓ€tze fΓΌhren nΓ€mlich dazu, dass Vorsorgeverpflichtungen zurΓΌckgehen. Die SΓ€tze sind zwischen Mai 2021 und Mai 2022 um 1,5 Prozent angestiegen. Bei einer Vorsorgeverpflichtungsdauer von 15 Jahren bewirkt das laut Studie einen RΓΌckgang bei den Verpflichtungen von gut 20 Prozent.

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Deshalb und weil die Zunahme der Lebenserwartung sich in vielen LΓ€ndern verlangsamt, sei es trotz der immer stΓ€rker werdenden Rentnerbelastung mΓΆglich, dass sich der Finanzierungsbedarf der VorsorgeplΓ€ne mittelfristig weniger stark erhΓΆhen werde als bisher befΓΌrchtet, so die Autoren.
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