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Vorsorge

Wie man die passende Pensionskasse findet

Der Vorsorgemarkt verรคndert sich. Versicherer bremsen bei der Vollversicherung, autonome Pensionskassen verschwinden, Sammelstiftungen legen zu.

Dr. Kurt Speck, Chefredaktor i.o.New Management ร‚ยฉ Bruno Arnold

Bei der Suche nach der geeigneten Vorsorgelรถsung gilt es fรผr allem fรผr KMU den Durchblick zu behalten.
Bei der Suche nach der geeigneten Vorsorgelรถsung gilt es fรผr allem fรผr KMU den Durchblick zu behalten.Adobe Stock

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Fรผr kleine und mittlere Unternehmen schrรคnkt sich die Auswahl in der beruflichen Vorsorge immer mehr ein. Die Vollversicherung ist nach dem Ausstieg der Axa nur noch bei fรผnf Anbietern, Swiss Life, Allianz, Helvetia, Baloise und Pax mรถglich. Dabei ist dieses Modell mit einem 100-prozentigen Kapitalschutz der Vorsorgegelder รคusserst populรคr. Firmen mit einer eingeschrรคnkten Risikofรคhigkeit und speziell auch Startups suchen bei der Altersvorsorge nach Garantielรถsungen. ยซDie Vollversicherung entspricht einem ausgewiesenen Bedarfยป, sagt Hans-Jakob Stahel, Leiter Unternehmenskunden bei Swiss Life.
Fakt ist aber auch: Die Versicherer treten auf die Bremse. Nur Betriebe mit einer guten Altersstruktur und einem hohen Anteil an รผberobligatorischem Vermรถgen kommen problemlos unter. Wegen der ungenรผgenden Entschรคdigung fรผr das notwendige Kapital zur Absicherung der Leistungsverpflichtungen zeichnen die verbliebenen Lebensversicherer von Jahr zu Jahr weniger neue Prรคmien in der Vollversicherung.

Verschรคrfter Wettbewerb

Grosse Profiteure dieser Entwicklung sind die Sammel- und Gemeinschaftsstiftungen. Innerhalb der letzten zwei Jahrzehnte hat sich die Zahl der Vorsorgeeinrichtungen auf rund 1600 halbiert. In erster Linie firmeneigene Pensionskassen haben aufgegeben. Sie wechseln meist zu einer Sammel- oder Gemeinschaftsstiftung, wo heute schon sieben von zehn Erwerbstรคtigen versichert sind. Derzeit gibt es 4,3 Millionen Beschรคftigte in der zweiten Sรคule. Und weil stรคndige neue Unternehmen dazukommen, vermehrt sich der Versichertenbestand weiter. Gleichzeitig hรคlt die Konsolidierung an. Schรคtzungen gehen davon aus, dass in wenigen Jahren nur noch 1000 Vorsorgeeinrichtungen existieren, davon lediglich 250 firmeneigene Pensionskassen. Einzig fรผr kapitalkrรคftige Unternehmen mit mehr als 400 Mitarbeitenden dรผrfte die eigene autonome Vorsorgeeinrichtung auch in Zukunft sinnvoll bleiben.

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Entsprechend verschรคrft sich der Wettbewerb unter den Sammel- und Gemeinschaftsstiftungen. Zur Gewinnung von Marktanteilen operieren zahlreiche Anbieter mit hohen Umwandlungssรคtzen und einer attraktiven Verzinsung. Das hat die Oberaufsichtskommission der beruflichen Vorsorge (OAK) auf den Plan gerufen, die einen verstรคrkten Fokus auf Governance, Transparenz und Finanzierungssicherheit hat.

Sanierungsrisiko einschรคtzen

Die Lebensversicherer treten รผber die neu lancierten teilautonomen Lรถsungen vermehrt in Konkurrenz mit den klassischen Sammel- und Gemeinschaftsstiftungen. Das erfordert eine geringere Kapitalunterlegung und ermรถglicht eine hรถhere Rendite als bei der Vollversicherung. Teilautonome Lรถsungen werden im Vergleich zu Vollversicherungen meist 5 bis 15 Prozent gรผnstiger offeriert. Bei der Wahl einer solchen Sammeleinrichtung gilt es, vorab die Anlagestrategie, den Deckungsgrad, den technischen Zinssatz zur Berechnung der Rentenverpflichtungen und den Rentneranteil zu analysieren. Diese Eckwerte sind massgeblich, wenn es das Sanierungsrisiko einer Pensionskasse einzuschรคtzen gilt.
Innerhalb der Sammelstiftung bilden die angeschlossenen Firmen je ein eigenes Vorsorgewerk, mit jeweils eigener Rechnung und eigenem Deckungsgrad. Allfรคllige Deckungslรผcken mรผssen vom Arbeitgeber und den Versicherten getragen werden. Das Alterskapital wird durch die Sammelstiftung verwaltet, das Todesfall- und Invaliditรคtsrisiko jedoch oft an einen Versicherer รผbertragen. Mรถglich ist auch der Anschluss bei einer Gemeinschaftseinrichtung, was vor allem im Gewerbe und bei Berufsverbรคnden verbreitet ist.

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Konditionen regelmรคssig รผberprรผfen

Bei Vollversicherungen und dem Eintritt in eine Sammelstiftungen werden die Vertrรคge meist รผber drei bis fรผnf Jahre abgeschlossen. Vorsorgeexperten raten, die Konditionen regelmรคssig neu zu verhandeln. Aufgrund von Konkurrenzofferten lรคsst sich die Wahl zwischen verschiedenen Vorsorgemodellen objektiver treffen. Ein systematisches Vorgehen kann darin liegen, einzelne Kriterien wie etwa Preis, Abwicklung, Bonitรคt zu definieren, diese zu gewichten und daraus eine fundierte Empfehlung abzuleiten.
Dabei gilt es abzuwรคgen zwischen einer maximalen Sicherheit, der besseren Verzinsung des Alterskapitals und hรถheren Umwandlungssรคtzen und Renten. Das Preis-Leistungs-Verhรคltnis spielt eine zentrale Rolle. Wichtig sind aber auch das Serviceangebot, der elektronische Zugang und die Beratungsqualitรคt.
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