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Vorsorge

Parlament will Leibrenten tiefer besteuern und anpassen

Das Parlament will die Leibrenten tiefer besteuern respektive die Besteuerung kΓΌnftig den Anlagebedingungen anpassen.

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Rentnerin und Rentner
Rentnerin und RentnerGetty Images

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Nach dem StΓ€nderat hat auch der Nationalrat der Vorlage deutlich zugestimmt. Das GeschΓ€ft ist damit bereit fΓΌr die Schlussabstimmung.
Die grosse Kammer hat die Vorlage am Montag mit 148 zu 37 Stimmen gutgeheissen. Die Nein-Stimmen kamen von der SP. Sie lehnte die Vorlage als nicht verhΓ€ltnismΓ€ssig ab. Der entsprechende RΓΌckweisungsantrag hatte indes keine Chance und scheiterte mit 131 zu 37 Stimmen.
CΓ©dric Wermuth (SP/ZH) sagte, die Vorlage sie im derzeitigen politischen Kontext nicht zu rechtfertigen. Zudem sei der Zeitpunkt wegen der sich anbahnenden Zinswende ungΓΌnstig. Und es wΓΌrden wieder einmal nur die Gutbetuchten zu Lasten des Staates profitieren.
Beat Walti (FDP/ZH) warf dem Co-ParteiprΓ€sidenten der SP "ideologischen Starrsinn" und falsche Annahmen vor. Es sei eben gerade nicht ein Problem der "reichen GeldsΓ€cke". Wer sehr viele Mittel habe, sei nicht auf eine Leibrente angewiesen. Es handle sich vielmehr um ein Mittelstandsproblem, das gelΓΆst werden mΓΌsse.

Zuviel Geld eingenommen

Die grosse Mehrheit war wie schon der Bundesrat und der StΓ€nderat der Meinung, dass Leibrenten und Γ€hnliche Vorsorgeformen der SΓ€ule 3b bei der aktuellen Zinslage zu hoch besteuert werden. Die Vorlage hat zum Ziel, den steuerbaren Anteil von Leibrenten flexibel an das Zinsniveau zu binden. Bisher wurden 40 Prozent als pauschaler Ertragsanteil besteuert.

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Die geltende Berechnungsmethode stimme schon lΓ€nger nicht mehr, so die BefΓΌrworter, weil die Zinsen tief sind. Bund und Kantone hΓ€tten dadurch zu viel Geld eingenommen. Die neue LΓΆsung orientiere sich am Kapitalmarkt, was der RealitΓ€t nΓ€her komme.
Mit der Vorlage setzt der Bundesrat die abgeΓ€nderte FDP-Motion "Stopp der Steuerstrafe in der SΓ€ule 3b" um. Diese verlangte die Abschaffung der 40-Prozent-Regel. In der Vernehmlassung anerkannten die Teilnehmenden den Handlungsbedarf, und die Vorlage stiess grundsΓ€tzlich auf Zustimmung.

JΓ€hrlich rund 1,2 Milliarden

Wie Finanzminister Ueli Maurer im Rat ausfΓΌhrte, werden derzeit jΓ€hrlich rund 1,2 Milliarden Franken an Leibrenten ausbezahlt. Der Bundesrat rechnet durch den Systemwechsel zunΓ€chst mit weniger Geld in der Kasse. Die HΓΆhe der AusfΓ€lle kann nur geschΓ€tzt werden, weil das heutige Steueraufkommen aus Leibrentenversicherungen sowie Leibrenten- und VerpfrΓΌndungsvertrΓ€gen nicht bekannt ist.
Im Jahr 2019 hΓ€tten sich laut neusten SchΓ€tzungen des Bundes Mindereinnahmen von 45 Millionen Franken ergeben; 35 Millionen bei Kantonen und Gemeinden sowie rund 10 Millionen beim Bund. Die kΓΌnftigen Mehr- oder Mindereinnahmen wΓΌrden von den weiteren Anlagebedingungen abhΓ€ngen. (sda/hzi/kbo)

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