Abo

Zurich, Axa und Helvetia setzen auf Private Debt

Mehr Rendite und bessere Diversifikation: Das sind zwei Hauptargumente fΓΌr diese Anlageklasse.

Alexander Saheb

Grosse Versicherungen setzen bei ihren Kapitalanlagen mittlerweile auch auf die Anlageklasse Private Debt.
Grosse Versicherungen setzen bei ihren Kapitalanlagen mittlerweile auch auf die Anlageklasse Private Debt.Adobe Stock

Werbung

Grosse Versicherungen setzen bei ihren Kapitalanlagen mittlerweile auch die Anlageklasse Private Debt ein. Dazu nutzen sie vorrangig Vehikel spezialisierter Produktanbieter, wie eine kurze Marktumfrage von HZ Insurance zeigt. Die Zurich Versicherung war Ende 2020 bei insgesamt 226 Milliarden US-Dollar VermΓΆgensanlagen mit etwa 11 Milliarden in dieser Anlageklasse investiert, teilt Firmensprecher Thomas Baer mit. Das Portfolio bestehe aus AAA-bewerteten Tranchen von Collateralized Loan Obligations, Privatplatzierungen, breit syndizierten Krediten, Mittelstands- und Infrastrukturkrediten und gewerblichen Immobilienhypotheken.

Kleine Portfolioanteile

Axa Schweiz ist seit 2013 in Private Debt aktiv, Ende 2020 waren rund 800 Millionen Franken oder etwa 3 Prozent der gesamten Kapitalanlagen so platziert. Das VermΓΆgen von Drittkunden werde in etwas geringerem Umfang so angelegt, teilt Sprecherin Anna Ehrensperger mit. Bei Helvetia besteht seit 2017 ein entsprechendes Engagement. Je nach GeschΓ€ftseinheit liege der Private-Debt-Anteil im Portfolio bei bis zu 5 Prozent, erlΓ€utert Firmensprecher Jonas Grossniklaus.

Swiss Life mit Alternativen

Swiss Life hingegen investiert fΓΌr die eigene Kapitalanlage nicht in Private Debt. Laut Sprecherin Tatjana Stamm nutzt man artverwandte Senior Secured Loans, also syndizierte und OTC-handelbare Kredite an Grossunternehmen mit einem Public Rating von Moody’s und S&P. Rund 2,6 Prozent der auf eigenes Risiko gehaltenen Anlagen, rund 4,5 Milliarden Franken, legt Swiss Life so an.

Partner-Inhalte

Externe Expertise einkaufen

Die meisten Versicherungen nutzen zur Realisierung dieser Investments Anlagefonds. Bei Swiss Life und Axa Schweiz sind es verschiedene Investmentfonds unterschiedlicher Anbieter, bei Helvetia kommt eine Dachfondsstruktur zum Einsatz. Zurich schliesslich setzt auf externe VermΓΆgensverwalter, welche sich in der Anlageklasse spezialisiert haben.

Suche nach Rendite

Die ursprünglichen Überlegungen, die zum Engagement in Private Debt führten, waren ebenfalls recht Àhnlich. Die Zurich verweist auf im Vergleich zu Àhnlich bewerteten âffentlichen Schuldtiteln vorteilhafte Risiko- und Renditeeigenschaften und Diversifikationsvorteile. Axa Schweiz betont die Zusatzrendite aufgrund der IlliquiditÀt von Private-Debt-Anlagen, welche sich in den vergangenen Jahren als sehr wertvoll erwiesen habe. Helvetia blickt auf gute Erfahrungen mit Private Debt in der eigenen Pensionskasse zurück. Somit zÀhlen auch dort Aspekte wie Mehrertrag und bessere Diversifikation. Dank der erstrangigen Besicherung werde selbst bei einem Kreditausfall in der Regel eine attraktive Recovery Rate erreicht.

Zufrieden in die Zukunft

Bis heute ziehen die Firmen ein recht positives Fazit ΓΌber ihre Engagements. Axa erwartet eine Rendite nach Absicherung von WΓ€hrungs- und Ausfallrisiken von 4 bis 5 Prozent und will das Investitionsvolumen weiter ausbauen. Zurich freut sich ΓΌber die gute WiderstandsfΓ€higkeit des Portfolios in den Marktturbulenzen von 2020. Das berichtet auch Helvetia und verweist auf den Nominalwert-Charakter der Anlagen. Die Performance sei positiv gewesen, es gab nur wenige Wertberichtigungen und die VolatilitΓ€t war tiefer als bei anderen Anlagen mit vergleichbaren Renditechancen. Allerdings dauerten PrΓΌfung und Aufbau der Anlageklasse lΓ€nger als geplant.

Werbung

Werbung