Klima-Allianz Schweiz sieht Thema Nachhaltigkeit in der Politik angekommen
Mehr Druck auf Pensionskassen bei ESG-Investments
Verpflichtende Branchenstandards etablieren
In Teil 2 ihres Klimareports bemΓ€ngelte die Klima-Allianz Schweiz die Transparenz vieler Pensionskassen bei der Offenlegung ihrer nachhaltigen Investments. Im abschliessenden dritten Teil sieht sie nun die Politik in der Pflicht, den Druck auf die Β«Unbewegten und IntransparentenΒ» durch verpflichtende Regulierungen zu erhΓΆhen.
Unter dem Radar
Dabei verweist die Klima-Allianz auf die Motion des frΓΌheren Nationalrats und Mitte-Politikers Martin Landolt, welche die Beachtung der Nachhaltigkeitsziele explizit im Gesetz zur beruflichen Vorsorge (BVG) zum Teil der treuhΓ€nderischen Sorgfaltspflicht der Pensionskassen machen und die Berichterstattung darΓΌber zur Pflicht erheben will. Die Motion wird zwar vom Bundesrat abgelehnt, dennoch werten die KlimaschΓΌtzer diese positiv. Denn dadurch sei das Thema der Nachhaltigkeit bei den Pensionskassen mittlerweile in der Politik angekommen. Das - so die Hoffnung der Klima-Allianz - wird den Druck auf die Pensionskassen in der Schweiz erhΓΆhen. Bislang habe sich die BVG-Branche Β«unter dem Radar bewegtΒ» - und auch PensionskassenverbΓ€nde wie die Asip wΓΌrden mit ihrer ESG-Wegleitung fΓΌr ihre Mitglieder lediglich Empfehlungen aussprechen. Das gleiche gelte fΓΌr den Bundesrat, der die Pensionskassen lediglich zu mehr Transparenz auf ihren KommunikationskanΓ€len bewegen will. Das ist in den Augen der Klima-Allianz angesichts der Intransparenz vieler Pensionskassen eindeutig zu wenig, nach ihrer SchΓ€tzung bleiben rund 20 Prozent des Anlagevolumens der Vorsorgeeinrichtungen - rund 280 Milliarden Franken - Β«vΓΆllig im DunkelnΒ».
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Der Druck steigt
Aus diesem Grund kΓΌndigte die Klima-Allianz an, die GeschΓ€ftsberichte der Pensionskassen intensiv auszuwerten oder bei Β«ESG-BeginnersΒ» nachzufassen, ob ΓΌberhaupt ein ESG-Reporting besteht. Der Druck auf die Pensionskassen steige auch durch das deutliche Β«JaΒ» des Stimmvolks zum Klima- und Innovationsgesetz vergangenes Jahr, mit dem die Treibhausgasemissionen in der Schweiz bis 2050 auf netto null gesenkt werden sollen - fast 60 Prozent der Schweizer Stimmberechtigten sprachen sich an der Wahlurne fΓΌr die KlimaneutralitΓ€t aus. Mit der Annahme des Klimaschutzgesetzes seien auch Bestimmungen zur Umlenkung der FinanzmittelflΓΌsse in Kraft, die mit Hilfe des Bundes unter anderem dafΓΌr sorgen sollen, dass der Schweizer Finanzplatz einen effektiven Beitrag zur emissionsarmen und gegenΓΌber dem Klimawandel widerstandsfΓ€higen Entwicklung leistet.
Die Gesetzesvorlage mΓΌsse frΓΌher oder spΓ€ter konkretisiert werden. Β«Wenn der Pfad der Freiwilligkeit versagt, wie es scheint, dann werden verbindliche Regulierungen unvermeidlichΒ», schreibt die Klima-Allianz in ihrem Report. Etwa im Rahmen verpflichtender Branchenstandards und ΓΌber Branchen-Selbstregulierung. Die Schweiz habe ihren Beitrag zu den globalen Nachhaltigkeitszielen zu leisten - einschliesslich der Pensionskassen. Β«Wenn die Pensionskassen-Branche es nicht selbst leistet, dann ist die Politik gefordertΒ», lautet das Fazit der Klima-Allianz.