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Versicherungsberatung

Sozialkompetenz kommt vor Digitalkompetenz

Kundenberatung bleibt in der Assekuranz auch im Zeitalter der Digitalisierung zentral. Sie muss jedoch ganzheitlich verstanden werden.

Sandra Escher Clauss

Der Mensch bleibt auch in der digitalisierten Welt der SchlΓΌssel fΓΌr die erfolgreiche Kundenbeziehung.
Der Mensch bleibt auch in der digitalisierten Welt der SchlΓΌssel fΓΌr die erfolgreiche Kundenbeziehung.Adobe Stock

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Auch wenn landauf, landab neue digitale Versicherungsangebote entstehen und Robo-Advisors sowie Insurtech-Plattformen aus dem Boden schiessen, darf dabei eines nicht vergessen gehen: Kundenberatung ist und bleibt in der Assekuranz auch im Digitalzeitalter zentral, sie muss jedoch neu verstanden werden, und zwar ganzheitlich. Denn der Mensch bleibt Mensch – er braucht trotz Digitalisierung Halt und Orientierung. Daher gehΓΆren Vertrauen, NΓ€he und Sicherheit zu den Werten, die auch bei Online-Strategien nie vergessen gehen dΓΌrfen.
FΓΌr Versicherer heisst das: Die AktivitΓ€ten rund um das arg in Mode gekommene Schlagwort Β«Customer JourneyΒ» enden nicht mit dem Verkauf von Produkten und Dienstleistungen. Digitalisierung sei Dank kann diese mit gesammelten Verhaltensdaten der Kunden weiter personalisiert werden. Christoph Peter, Leiter der FΓΌhrungsausbildung am Institut fΓΌr Versicherungswirtschaft der UniversitΓ€t St. Gallen, ist ΓΌberzeugt: Β«Durch die Nutzung persΓΆnlicher und digitaler Erlebnisse kann echte Kundenbegeisterung entstehen.Β»

Kundenbeziehung pflegen

Die Zukunft der Kundenberatung ist somit hybrid. Versicherer und deren Mitarbeitende sind zwar gefordert, sich mit Big-Data-, Cloud- und Blockchain- sowie Artificial-Intelligence-Technologien vertraut zu machen. Weil sich BedΓΌrfnisse, AnsprΓΌche und Medienverhalten der Kunden jedoch laufend verΓ€ndern, mΓΌssen der Kunde als PersΓΆnlichkeit und das Kundenerlebnis in den Mittelpunkt gestellt werden.

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Die Kunst eines guten Beraters bleibt es also weiterhin, die Kundenbeziehung aufrechtzuerhalten. Die FΓ€higkeit, auf andere Menschen eingehen zu kΓΆnnen, ist dazu aber wichtiger denn je. Daher muss die bei Aussendienstmitarbeitenden tief verankerte Transaktionsorientierung zugunsten der Beziehungsorientierung in den Hintergrund treten. Β«Generalagenten und Berater sollten heute in erster Linie ΓΌber Sozialkompetenz verfΓΌgenΒ», konstatiert Christoph Peter. Β«Danach folgen Fach- und Digitalkompetenz.Β»
Β«Generalagenten und Berater sollten heute in erster Linie ΓΌber Sozialkompetenz verfΓΌgen.Β»

Trainingsprogramm fΓΌr Sozialkompetenz

WΓ€hrend sich Letztere in zig Aus- und Weiterbildungen relativ leicht aneignen lassen, braucht es fΓΌr Sozialkompetenz bereits eine gewisse Grunddisposition. Nichtsdestotrotz kann sie zusΓ€tzlich trainiert und ausgebaut werden. Β«Vorausgesetzt, eine Person bringt VerΓ€nderungsbereitschaft mit und ist offen fΓΌr FeedbackΒ», betont Mathias Zingg, Leiter Vertrieb und Marketing bei der Baloise und PrΓ€sident des Berufsbildungsverbands der Schweizerischen Versicherungswirtschaft VBV.
Daher wird Sozialkompetenz bei der Baloise bereits in der Grundausbildung thematisiert und in Weiterbildungen angeboten, wofΓΌr teilweise auch Cicero-Credits vergeben werden. Β«Wichtig ist, dass Sozialkompetenz als eine integrierte Dimension im Rahmen der gesamten Beratungskompetenz gesehen wirdΒ», sagt Mathias Zingg.

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Am IVW wird Sozialkompetenz in verschiedenen Formen in die Ausbildungen integriert. Einerseits als Teilaspekt moderner Methoden wie Design Thinking. Β«Andererseits findet die Thematik der Behavioral Sciences gerade Einzug in die GeschΓ€ftsleitungen vieler VersichererΒ», stellt Christoph Peter fest. FΓΌr ihn ist aber auch klar, dass Sozialkompetenz eng mit der Unternehmenskultur verzahnt ist. Vor allem bei Generalagenturen, in denen die PersΓΆnlichkeit des Unternehmens entscheidend ist.

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