Cyberangriffe sind fΓΌr Firmen nicht nur unangenehm, sondern mitunter existenzbedrohend. Eine geplante, transparente Kommunikation ist zentral.
Sandra Escher Clauss
Zuerst analysieren, dann kommunizieren: Kommt es zu einem Cyberangriff, mΓΌssen nicht nur die IT-Sicherheitssysteme umfassend greifen, sondern auch die Kommunikation.zVg
Im Ernstfall gilt: Alles, was ein Unternehmen kommuniziert, muss wahr sein β aber nicht alles, was wahr ist, muss kommuniziert werden. Insofern unterscheidet sich die Kommunikation nach einer Cyberattacke kaum von der Kommunikation anderer Krisen. Β«Bei einem Cybervorfall soll man gut prΓΌfen und abwΓ€gen, inwieweit man kommuniziert β dies gilt vor allem, wenn die Cyberkriminellen ein Unternehmen oder Personen erpressenΒ», betont Bettina Zimmermann, CEO und Mitinhaberin der auf Krisenmanagement spezialisierten GU Sicherheit. In diesem Fall rΓ€t sie vor allem dazu, nicht selbst mit den Erpressern zu verhandeln, sondern Cyberspezialisten hinzuzuziehen.
Kommt es zu einem Cyberangriff, mΓΌssen also nicht nur die IT-Sicherheitssysteme umfassend greifen, sondern auch die Kommunikation. Β«Sich bedeckt zu halten, kann Vertrauen nachhaltig schΓ€digen, besonders wenn Kunden und Mitarbeitende zuerst aus den Medien von einem Vorfall erfahren.Β» Apropos Medien: GegenΓΌber diesen gilt es abzuwΓ€gen, ob man als Unternehmen rein reaktiv bleibt oder proaktiv nach aussen geht. Β«Entscheidend dafΓΌr ist die Schwere des Ereignisses.Β»
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Weil ein gross angelegter Cyberangriff das Unternehmen in eine Ausnahmesituation bringt, ist es ratsam, mΓΆglichst schnell professionelle UnterstΓΌtzung an Bord zu holen und den Schaden grΓΌndlich zu analysieren. Β«In dieser frΓΌhen Phase kann ΓΌberstΓΌrzte Kommunikation mehr Schaden als Nutzen anrichtenΒ», konstatiert Bettina Zimmermann.
Fakten schaffen Vertrauen
Tatsache ist: Eine offene und regelmΓ€ssige Kommunikation wirkt gegen innen und gegen aussen vertrauensbildend. Sie sollte faktenbasiert sein, gut abgestimmt und zentral gesteuert werden. GemΓ€ss Bettina Zimmermann gilt es zuerst zu prΓΌfen, ob sensible Daten und welche Systeme betroffen sind und ob interne und externe KommunikationskanΓ€le wie E-Mail, Intranet, Website oder Telefone noch funktionieren. Zudem muss eruiert werden, welche Systeme noch sicher nutzbar sind und ob die Mitarbeitenden damit noch arbeiten kΓΆnnen. Auch die Frage, ob Kunden- oder Lieferantendaten betroffen sind sowie der Zeitpunkt der voraussichtlichen Systemherstellung sind zentrale Punkte und mΓΌssen berΓΌcksichtigt sein.
Was wann und wie kommuniziert wird, hΓ€ngt also eng von den Erkenntnissen der technischen Spezialisten ab. Im Idealfall verfΓΌgt das Unternehmen ΓΌber einen Krisenstab, in dem auch eine fΓΌr die Kommunikation verantwortliche Person sitzt. Β«Auf jeden Fall muss dieser Stab auf das Unternehmen massgeschneidert sein, jemanden von der GeschΓ€ftsleitung beinhalten, und bei Bedarf kΓΆnnen externe Fachspezialisten beigezogen werden.Β»
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GestΓ€rkt aus der Krise hervorgehen
Ist der Angriff dereinst abgewehrt und der Schaden behoben, ist die Kommunikation noch nicht zu Ende. Informationen zu zusΓ€tzlichen Sicherheitsmassnahmen mΓΌssen nicht nur im Unternehmen, sondern allenfalls auch bei Kunden und anderen Stakeholdern platziert werden. Und wie nach jeder Krise sollte man sich Zeit nehmen fΓΌr eine grΓΌndliche Nachbearbeitung. Allenfalls gilt es, AblΓ€ufe anzupassen und Verantwortlichkeiten neu zu definieren. Denn gerade bei Cyberattacken gilt: Nach der Krise ist vor der Krise.