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Spezial Finanzplanung/Vorsorge

Zweitwohnsitz: Luxus und Investition zugleich

Ist es eine gute Idee, sein Geld in eine Finca auf Mallorca zu investieren und so einen zweiten Lebensmittelpunkt zu begrรผnden, im Hinblick auf einen angenehmen Ruhestand?

Reto Spring

Manch eine Rentnerin oder ein Rentner verlegt den Alterswohnsitz ins Ausland.
Manch eine Rentnerin oder ein Rentner verlegt den Alterswohnsitz ins Ausland.detailblick-foto - stock.adobe.com

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Darum geht's

  • Viele Schweizerinnen und Schweizer รผberlegen, den Ruhestand teilweise oder ganz im Ausland zu verbringen, um von tieferen Lebenshaltungskosten, steuerlichen Vorteilen und einem angenehmeren Klima zu profitieren, wรคhrend die Schweiz als sicherer Rรผckzugsort bleibt.
  • Fรผr die Wahl des Zweitwohnsitzes sind Kriterien wie Gesundheitsversorgung, Rechtssicherheit und Infrastruktur entscheidend, wobei lรคnderรผbergreifende Finanzplanung und Expertenrat eine wichtige Rolle spielen.
  • Neben Chancen wie hรถherer Kaufkraft oder Immobilieninvestitionen gibt es auch Risiken, etwa politische Unsicherheiten oder Auswirkungen des Klimawandels, die sorgfรคltig abgewogen werden mรผssen.
In der zweiten Lebenshรคlfte reift bei vielen der Gedanke, den Ruhestand teilweise oder ganz im Ausland zu verbringen. Ausschlaggebende Grรผnde kรถnnen die Gesundheit, tiefere Lebenshaltungskosten und steuerliche Vorteile sein. Man mรถchte das Beste aus zwei Welten verbinden: die Schweiz als sicheren Rรผckzugsort behalten, aber fรผr die Wintersaison einen zweiten Lebensmittelpunkt in einer warmen Klimazone begrรผnden.
Schon heute lebt jeder vierte AHV-Rentner im Ausland, jรคhrlich wandern รผber 30โ€™000 Schweizer und Schweizerinnen aus. Wer die hohen Lebenshaltungskosten in der Schweiz dauerhaft vermeiden mรถchte, wรคhlt fรผr den Ruhestand tendenziell ein Land mit deutlich tieferen Lebenshaltungskosten. Die Rentenleistungen von AHV und Pensionskassen werden genauso ins Ausland entrichtet, entfalten dort aber in der Regel eine wesentlich hรถhere Kaufkraft.

Auswahlkriterien und Vorgehensweise

Natรผrlich sind die Beweggrรผnde zur Grรผndung eines Nebenwohnsitzes im Ausland sehr individuell. Trotzdem hat sich in der Praxis bewรคhrt, den Zielort fรผr einen potenziellen Zweitwohnsitz nach objektiven Kriterien zu evaluieren. Diese kรถnnen zum Beispiel die Gesundheitsvorsorge, die Rechtssicherheit oder die Erbschaftssteuern betreffen. Die zu beachtenden Kriterien bei der Auswahl sind unter anderem die Infrastruktur, das Gesundheitssystem, die Lebenshaltungskosten, das Klima, die Sicherheit und Rechtssicherheit, der Immobilienmarkt, die Bedingungen fรผr den Eigentumserwerb und das Steuersystem.

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Je nachdem, wie man die einzelnen Parameter priorisiert und gewichtet, verรคndert sich das Lรคnderrating fรผr einen Zweitwohnsitz massiv. Einen guten รœberblick kann man sich mit dem Onlinetool 2lmp.ch/tool/ verschaffen, das der Unternehmer Roland V. Weber fรผr diesen Zweck entwickelt hat. Immobilienmaklerinnen, Rechtsanwรคlte und Steuerexpertinnen sind dann fรผr eine rechtswirksame Umsetzung zu konsultieren. Fรผr Fragen zur Auszahlung von Vorsorgeleistungen oder zur Anwendung des Erbrechts sollten Spezialisten und Spezialistinnen fรผr lรคnderรผbergreifende Finanzplanung beigezogen werden.

Die Kostenfrage

Natรผrlich ist es eine Luxusfrage, ob und wo man sich einen zweiten Lebensmittelpunkt einrichten will. Es muss aber nicht zwingend doppelt so teuer sein wie ein einziger Standort. Denn erstens kรถnnen die Lebenshaltungskosten im Vergleich zum Hochpreisland Schweiz deutlich tiefer ausfallen. Und die zweite Immobilie kann bei Nichtgebrauch ja auch vermietet werden. Und je nachdem, wie sich der jeweilige Immobilienmarkt entwickelt, kann ein Immobilienkauf auch unter Investmentรผberlegungen vorteilhaft sein. In der Regel aber steigt das Klumpenrisiko, wenn man zum Eigenheim in der Schweiz auch noch eine Immobilie im Ausland kauft. Aber viele Eigenheimbesitzende verkaufen ihre Immobilie in der Schweiz und kaufen damit im Ausland ein neues Objekt. In der Schweiz wird dann nur noch eine Mietwohnung gehalten.

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Gewisse Lรคnder eignen sich aus Steuergrรผnden nicht fรผr eine Wohnsitzverlegung, wie zum Beispiel Frankreich, Griechenland, Italien, Portugal oder die USA. Der angelsรคchsische Non-Dom-Status ist eine Zwitterlรถsung mit Domizil ohne steuerliche Ansรคssigkeit. Und in gewissen Lรคndern kann mit einem Immobilienerwerb ein ยซResidential Statusยป erreicht werden. Das setzt genรผgend liquide Mittel voraus, oft auch den Nachweis regelmรคssiger (Renten-)Einkรผnfte.

Chancen und Risiken

Wer seinen Lebensmittelpunkt in den letzten zwanzig Jahren (teilweise) ins Ausland verlegt hatte, konnte durch die Aufwertung des Schweizer Frankens jรคhrlich eine Rendite erzielen, die รผber der Schweizer Inflation lag. Aber es gibt auch Unsicherheitsfaktoren: Wie wird sich das politische System eines Landes entwickeln? Welche Auswirkungen wird der Klimawandel auf den Sonnenort haben? Ist die Wasserversorgung gewรคhrleistet?
Die Schweizer Vollkasko-Mentalitรคt trifft auf die Erkenntnis, dass man mit Risiken leben muss, wenn man Lebensentwรผrfe umsetzen will. Eine vertretbare Prise Unsicherheit gehรถrt zum Leben, sie macht es spannend. Und es wird ertrรคglicher, wenn man darin auch Chancen erkennt. In der Finanzplanung wird versucht, beide Welten zu vereinen.

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Dieser Beitrag ist Teil des am 24. Oktober 2024 erschienenen HZ-Insurance-Print-Specials ยซFinanzplanung/Vorsorgeยป.

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