Raiffeisen will Anlage- und Vorsorgegeschäft ausbauen
Raiffeisen Schweiz möchte ihre Aktivitäten in den Bereichen Vermögensverwaltung und Vorsorge ausbauen. «Wir müssen einen Gang höher schalten», erklärte CEO Gabriel Brenna in einem Interview mit den Zeitungen der CH Media-Gruppe.
Raiffeisen hat vor einigen Jahren begonnen, gezielt in die Vermögensverwaltung zu investieren: Raiffeisen-CEO Gabriel Brenna. Salvatore Vinci salvatorevinci.com
In den letzten 20 Jahren hat sich die Bank auf das Hypothekargeschäft konzentriert. Diese reichen jedoch nicht mehr aus, um den ursprünglichen Auftrag der Bank zu erfüllen, nämlich «das finanzielle Wohlergehen der lokalen Bevölkerung zu fördern», erklärte der CEO von Raiffeisen. Im vergangenen Jahr steigerte die Bank ihren Marktanteil bei Hypotheken auf 18,4% und ist damit hinter der UBS die Nummer zwei der Branche.
Laut Brenna wird die Schweizer Bevölkerung immer älter und vermögender. Fragen rund um die Vermögensverwaltung und die Vorsorge werden daher an Bedeutung gewinnen. Allerdings halten viele vermögende Kunden ihr Vermögen heute bei anderen Instituten. «Das wollen wir ändern», kündigte er an.
Raiffeisen hat vor einigen Jahren begonnen, gezielt in die Vermögensverwaltung zu investieren. Im Jahr 2025 haben sich die Aktivitäten in den Bereichen Anlagen und Vorsorge weiterentwickelt: Das Einlagenvolumen stieg um 7,8 Milliarden Franken auf fast 60 Milliarden, was vor allem auf das starke Wachstum bei den Vermögensverwaltungsmandaten zurückzuführen ist.
Derzeitiger Kundenstamm ist ausreichend
Um diese Geschäftsbereiche auszubauen, muss die Bank ihren Bestand von 3,5 Millionen bestehenden Kunden nicht erweitern. Ihre dezentrale Organisation, bestehend aus 208 unabhängigen Raiffeisenbanken, stellt ebenfalls einen Vorteil dar. «Wir brauchen eine gemeinsame Vision», erklärte Brenna. Diese soll definieren, welche Position die Bank in zehn bis fünfzehn Jahren einnehmen möchte. Die neue Strategie dürfte bis Ende Jahr vom Verwaltungsrat genehmigt werden.
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Auch das Unternehmenssegment dürfte an Bedeutung gewinnen. Raiffeisen zählt heute über 200'000 Unternehmenskunden und verzeichnet in diesem Bereich ein jährliches Wachstum von 6 bis 7%. «Auch hier schöpfen wir unser Potenzial noch nicht voll aus», meinte der CEO.
Die Bank zielt jedoch nicht auf grosse internationale Konzerne ab, sondern auf Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mindestens 75 Millionen Franken, also etwa die 1'000 grössten Unternehmen der Schweiz. Laut Brenna gibt es ausser der UBS derzeit keine zweite Bank, die in diesem Segment landesweit tätig ist. Der Marktanteil von Raiffeisen bei diesen 1'000 grössten Unternehmen liegt heute unter 10%. (awp/hzi/ps)