Abo
Special Vorsorge

Von der Altersvorsorge zur Familienvorsorge

Altersvorsorge wird mit einer einfachen Frage verbunden: Reicht mein Geld im Alter aus?

Aron Veress

Gemeinsame Vorsorge schafft finanzielle Fairness fΓΌr alle Generationen.
Gemeinsame Vorsorge schafft finanzielle Fairness fΓΌr alle Generationen.ALLEN CHEN

Werbung

TatsΓ€chlich konzentriert sich ein grosser Teil der Finanzplanung auf die Absicherung der eigenen Pensionierung. Doch diese Perspektive greift oft zu kurz: Wer Verantwortung fΓΌr eine Familie trΓ€gt, trifft finanzielle Entscheidungen, die weit ΓΌber die eigene Vorsorge hinausreichen. Denn was heute als Β­gemeinsame Entscheidung fΓΌr die Familie Β­getroffen wird, kann sich spΓ€ter sehr unterschiedlich auf die finanzielle Situation der einzelnen Familienmitglieder auswirken.
Besonders deutlich zeigt sich das bei der Verteilung von Erwerbs- und Familienarbeit. Wer Kinder betreut, AngehΓΆrige pflegt oder das Arbeitspensum reduziert, leistet einen wichtigen Beitrag zum Haushalt, baut in dieser Zeit aber hΓ€ufig weniger eigenes Einkommen und Vorsorgekapital auf. Die Folgen werden erst Jahre spΓ€ter sichtbar: In der Schweiz bezogen laut Bundesamt fΓΌr Statistik Frauen 2024 im Durchschnitt 37'267 Franken jΓ€hrlich aus der Altersvorsorge, MΓ€nner rund 53'154 Franken. Der daraus resultierende Gender-Pension-Gap betrΓ€gt 29,9 Prozent. Frauen erhalten damit im Durchschnitt rund 16'000 Franken weniger Altersleistungen pro Jahr.
Über den Autoren
Der Rentenunterschied ist dabei nicht allein eine Frage der Altersvorsorge. Er ist zu einem wesentlichen Teil das Ergebnis unterschiedΒ­licher Erwerbsbiografien: Teilzeitarbeit, ErwerbsunterbrΓΌche und die ungleiche Verteilung unbezahlter Betreuungsarbeit wirken sich ΓΌber Jahre auf Einkommen, berufliche VorΒ­sorge und privaten VermΓΆgensaufbau aus. Β­Damit wird finanzielle Fairness innerhalb einer Partnerschaft zu einem zentralen Bestandteil einer vorausschauenden Vorsorgeplanung. Denn wenn ein Partner zugunsten der Familie beruflich zurΓΌcksteckt, profitiert davon hΓ€ufig der gesamte Haushalt – die daraus entstehenden Vorsorgenachteile trΓ€gt jedoch zunΓ€chst die einzelne Person. Eine gemeinsame Lebensplanung sollte deshalb auch eine gemeinsame finanzielle Vorsorge einschliessen.

Partner-Inhalte

Vorausdenken lohnt sich
Diese Perspektive lΓ€sst sich auf die nΓ€chste Generation erweitern. Eltern und Grosseltern mΓΆchten ihren Kindern hΓ€ufig finanzielle MΓΆglichkeiten erΓΆffnen, wenn spΓ€ter grΓΆssere Ausgaben anstehen – etwa fΓΌr Ausbildung, Β­Studium oder den ersten Schritt in ein eigenstΓ€ndiges Leben. Gleichzeitig werden solche Ziele nicht selten erst dann konkret, wenn die Ausgaben bereits absehbar sind. Beim langfristigen VermΓΆgensaufbau ist jedoch gerade der Faktor Zeit entscheidend. Wer frΓΌh beginnt, schafft einen lΓ€ngeren Anlagehorizont und Β­damit mehr Spielraum, um auch grΓΆssere Β­finanzielle Ziele planbar zu machen.
Familienvorsorge bedeutet allerdings nicht nur, VermΓΆgen aufzubauen. Ebenso wichtig ist die Frage, was passiert, wenn die finanzielle Grundlage einer Familie unerwartet wegfΓ€llt. Krankheit, ErwerbsunfΓ€higkeit oder der Tod eines Elternteils kΓΆnnen Einkommen und Β­Lebensplanung innerhalb kurzer Zeit grundlegend verΓ€ndern. Eine ganzheitliche Vorsorge muss deshalb neben dem langfristigen VermΓΆgensaufbau auch die Absicherung existenΒ­zieller Risiken berΓΌcksichtigen. In diesem Zusammenhang kΓΆnnen rΓΌckkaufsfΓ€hige Lebensversicherungen ein zentrales Instrument sein. Sie ermΓΆglichen nicht nur den Aufbau von VermΓΆgen, sondern auch die finanzielle Absicherung von AngehΓΆrigen. Gerade die MΓΆglichkeit, Partner oder Kinder gezielt zu begΓΌnstigen, macht sie zu einem Baustein einer generationenΓΌbergreifend gedachten Vorsorgeplanung.

Werbung

Vorsorge als Familienstrategie
Damit verΓ€ndert sich auch die Perspektive auf die Vorsorge. Sie ist nicht mehr ausschliesslich eine individuelle Aufgabe, bei der es darum geht, die eigene finanzielle LΓΌcke bis zur Pensionierung zu schliessen. Sie wird zu Β­einer strategischen Frage fΓΌr die gesamte Familie: Wie lassen sich die finanziellen Folgen unterschiedlicher Erwerbsmodelle ausgleichen? Welche Ziele sollen fΓΌr die nΓ€chste Generation erreicht Β­werden? Wie bleibt die Familie auch dann handlungsfΓ€hig, wenn sich die Lebenssituation unerwartet verΓ€ndert?
Eine solche Betrachtung setzt voraus, dass Vorsorge nicht isoliert nach einzelnen Lebensphasen oder Produkten geplant wird. Entscheidend ist vielmehr das Zusammenspiel von Altersvorsorge, VermΓΆgensaufbau und Risikoschutz – und die Frage, wie diese Elemente zur jeweiligen familiΓ€ren Situation passen. Je vielfΓ€ltiger die Lebensmodelle und je lΓ€nger die finanziellen Horizonte werden, desto wichtiger wird eine Beratung, die nicht nur die einzelne Person, sondern das gesamte familiΓ€re Umfeld betrachtet. Vorsorge beginnt damit bei der Β­eigenen Zukunft – sollte aber dort nicht enden.
Dieser Beitrag ist Teil des am 24. September 2026 erschienenen HZ-Insurance-Print-Specials Β«VorsorgeΒ».

Werbung

Werbung