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Von der KI-Ambition zur operativen Realität

KI-Piloten reichen nicht: Erst die Verbindung mit Kernsystemen, Daten und Prozessen bringt künstliche Intelligenz in die operative Realität.

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Künstliche Intelligenz ist in der Versicherungsbranche längst angekommen. Doch zwischen Ambition und operativer Realität besteht weiterhin eine erhebliche Lücke. Viele Versicherer experimentieren erfolgreich mit KI, doch zahlreiche Anwendungen bleiben isolierte Piloten. Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht mehr, ob KI eingesetzt wird, sondern wie sie den Weg in produktive Geschäftsprozesse findet.
Das wirtschaftliche Potenzial ist erheblich. BCG Platinion beziffert die adressierbare Automatisierungslücke in den Kernprozessen europäischer Versicherer auf rund fünf Milliarden Euro jährlich. Besonders groß ist der Hebel im Schadenbereich: Mehr als 90 Prozent der Schadenereignisse werden laut Analyse noch mit erheblichem manuellem Aufwand bearbeitet.
Um dieses Potenzial zu erschließen, muss KI dort ankommen, wo Anträge geprüft, Verträge geändert und Schäden reguliert werden: im Kern der Versicherung. Dafür braucht es moderne, modulare Architekturen, offene Schnittstellen und verlässliche Daten. Denn ein KI-Modell, das isoliert neben dem Kernsystem arbeitet, kann zwar Informationen erkennen und bewerten – ohne Verbindung zu Regeln, Workflows und Folgeprozessen bleibt es jedoch eine Punktlösung.
msg verfolgt deshalb zwei Ansätze: Bei „AI in a Process“ wird KI direkt in bestehende Fachprozesse integriert. Bei „AI as a Process“ übernehmen KI-Agenten eigenständig definierte Teilprozesse und bearbeiten Aufgaben entlang festgelegter Regeln und Übergabepunkte.
Wie das in der Praxis aussehen kann, zeigen Anwendungen wie msg.claim:it für die KI-gestützte Schadenbearbeitung, msg.process:it für den Kundendialog oder msg.ask:it für Sachbearbeitung und Servicekommunikation. Der Kern bleibt dabei das stabile und regulatorisch verlässliche Rückgrat, während KI als zusätzliche Architekturschicht Flexibilität und Automatisierung ermöglicht.
Entscheidend für die Skalierung sind Datenqualität und Governance. Erklärbarkeit, Auditierbarkeit und Human-in-the-Loop-Mechanismen müssen von Beginn an mitgedacht werden. Denn die nächste Entwicklungsstufe entsteht nicht durch immer neue KI-Piloten, sondern durch die Verbindung von Kernsystem, Daten, Prozessen und agentischer KI.
Mehr erfahren: Den vollständigen Fachartikel von Helmut Körfer, CSO msg nexinsure ag, finden Sie hier. Die zugrunde liegende Analyse „Closing the €5 Billion Automation Gap“ von BCG Platinion finden Sie direkt bei BCG.