Versicherungs-CEOs: KI verändert nicht nur Technologie, sondern auch Menschen
Führungskräfte der Versicherungsbranche sehen Künstliche Intelligenz als die derzeit bedeutendste Technologie für die Branche – noch vor Cloud, Kernsystemen und dem Internet der Dinge.
Führungskräfte stellen fest, dass Technologie die Art und Weise verändert hat, wie Versicherer Risiken quantifizieren, bewerten und steuern. pexels
Künstliche Intelligenz wird von Versicherungs-CEOs als die einflussreichste – und potenziell disruptivste – Technologie angesehen, so der neue Sollers-Report «Künstliche Intelligenz und der menschliche Faktor». KI verändert die Versicherungsbranche nicht nur operativ, sondern grundlegend in der Art und Weise, wie Versicherer mit Menschen arbeiten. Während viele CEOs den Hype rund um KI anerkennen, heben sie gleichzeitig deren reale und wachsende Auswirkungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette hervor – von Underwriting und Pricing bis hin zur Schadenbearbeitung und zum Kundenservice.
Der Bericht basiert auf der Interviewreihe «CEO Voices», die die technologische Entwicklung der Versicherungsbranche im vergangenen Vierteljahrhundert reflektiert und einen Ausblick auf die nächsten 25 Jahre gibt. «CEO Voices» umfasst Interviews mit Versicherungs-CEOs aus Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, den USA, Australien, Kanada und Slowenien.
«KI steigert bereits heute die Effizienz, insbesondere bei der Verarbeitung unstrukturierter Daten», betont Sollers-Präsident und Mitbegründer Michał Trochimczuk. «Kostenkontrolle wird der Schlüssel zur Wettbewerbsfähigkeit sein. Das bedeutet Investitionen in Automatisierung, vereinfachte Standardarchitekturen, moderne Tarifierungssysteme und intelligente Risikoselektion.»
Partner-Inhalte
Werbung
Wie wirkt sich KI auf den Menschen aus?
Ein zentrales Thema des Reports – und ein wesentlicher Unterschied zu rein technischen Diskussionen – ist die Auswirkung von KI auf den Menschen. CEOs betonen wiederholt, dass KI Empathie, Personalisierung und persönliche Interaktion verbessern und nicht beeinträchtigen sollte.
«Mehrere CEOs sehen in der Transformation der Belegschaft eine der grössten Herausforderungen der kommenden Jahre», sagt Marcin Pluta, Präsident und Mitbegründer von Sollers. «Unsere Interviewpartner lehnen die Vorstellung ab, dass KI zwangsläufig Arbeitsplätze zerstört. Stattdessen verschieben sich Rollen hin zu stärker technologischen, analytischen und strategischen Aufgaben.»
Risiken werden neu quantifiziert
Der Bericht macht deutlich, dass KI nicht auf einzelne Abteilungen beschränkt ist. KI – und insbesondere generative KI – wird in allen Bereichen der Versicherung verankert sein, von Tarifierungsmodellen und Produktentwicklung bis hin zur Automatisierung von Schadensprozessen und der Kundeninteraktion. Das Risikomanagement gehört zu den Bereichen, die sich besonders stark weiterentwickeln. Führungskräfte stellen fest, dass Technologie die Art und Weise verändert hat, wie Versicherer Risiken quantifizieren, bewerten und steuern – während menschliches Urteilsvermögen weiterhin entscheidend bleibt, um datenbasierte Ergebnisse zu interpretieren und umzusetzen.
Werbung
Für den Bericht führte Sollers Interviews mit Prof. Dr. Frank Walthes (CEO der VKB, Deutschland), Andrew Horton (CEO von QBE, Australien), Simon Wilson (CEO von Markel Insurance, USA), Jean-Daniel Laffely (CEO von La Vaudoise, Schweiz), Ken Norgrove (CEO von Intact UK&I), Marcus Ryu (Battery Ventures, USA), Isabelle Le Bot (CEO von La France Mutualiste, Frankreich), Agnès Paquin (CEO von CNP Assurances, Frankreich), Andrej Slapar (CEO von Triglav, Slowenien), Dr. Jürg Schiltknecht (CEO von Helvetia Deutschland) sowie Brenda Gibson (CEO von Red River Mutual, Kanada).