Versicherer treiben Automatisierung im Underwriting voran
Die Versicherungsbranche tritt in eine entscheidende Phase der Digitalisierung des Underwritings ein, angetrieben von steigendem Wettbewerbsdruck, eine Abschwächung des Marktes und rasante Fortschritte im Bereich der künstlichen Intelligenz.
«Der Digitalisierungsgrad im Underwriting ist bei Versicherern in den deutschsprachigen Märkten noch vergleichsweise gering»: Martin Seibold, Partner und Head of DACH bei Sollers. zVg
Laut neuen Untersuchungen von Sollers Consulting setzen mittlerweile vier von zehn Versicherern KI im Underwriting ein. Die Automatisierung des Underwritings entwickelt sich rasch zu einer strategischen Priorität für Versicherer in allen wichtigen Märkten. Dieser Wandel markiert einen Wendepunkt für einen Bereich, der bei der Digitalisierung hinter Schadenmanagement und Vertrieb zurückgeblieben ist. Er verändert bereits die Mitarbeiterschaft. Der Anteil von IT‑Positionen in der Versicherungsbranche, die Underwriting‑Expertise erfordern, hat sich im Jahr 2025 verdoppelt und wächst schneller als jede andere Spezialisierung.
Eine Sollers‑Umfrage in zehn Märkten identifiziert 126 aktive KI‑Anwendungsfälle im Versicherungswesen, von denen 13 direkt dem Underwriting zuzurechnen sind. Diese Zahl ist im Vergleich zum Schadenbereich noch gering, doch die Entwicklung verläuft steil. Die deutlichsten Fortschritte zeigen sich bislang in der Firmenkundenversicherung. Hier setzen bereits 20% der Versicherer KI ein, um eingehende Anträge vorzusortieren und Daten aus unstrukturierten Dokumenten zu extrahieren.