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Special Pensionskassen

Ein neues Paradigma fΓΌr Pensionskassen

Vorsorgewerke richten die Asset-Allokation mit dem Total-Portfolio-Ansatz zunehmend ganzheitlich auf Rendite, Governance und Nachhaltigkeit aus.

Alexandra Tischendorf,

Sebastian Krejci

Strategischer Kompass: Der TPA bietet Pensionskassen neue Orientierung.
Strategischer Kompass: Der TPA bietet Pensionskassen neue Orientierung.Getty Images

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Wie kΓΆnnen Pensionskassen in einem komplexeren Anlageumfeld Rendite, Governance und Nachhaltigkeit wirksam verbinden? Internationale Investoren verweisen zunehmend auf ein Konzept: den Total-Portfolio-Ansatz (TPA). GemΓ€ss der Β«Global Asset Owner Peer Study 2025Β» des Thinking Ahead Institute habe Kassen mit TPA ΓΌber zehn Jahre eine um bis zu 1,7 Prozentpunkte hΓΆhere jΓ€hrliche Performance erzielt als solche mit traditionellen AnsΓ€tzen. Rund 90 Prozent der befragten Kassen gaben an, bereits bestimmte TPA-Prinzipien anzuwenden oder deren EinfΓΌhrung zu prΓΌfen – ein klares Signal fΓΌr das wachsende Interesse an diesem Ansatz.
Traditionelle Modelle an ihren Grenzen
Schweizer Pensionskassen stehen unter Druck. In einem volatilen Markt mΓΌssen sie nachhaltige Renditen erzielen, regulatorische Anforderungen wie die AnlagebeschrΓ€nkungen gemΓ€ss BVV 2 einhalten und zugleich gestiegene ESG-Erwartungen sowie den demografischen Wandel berΓΌcksichtigen. Traditionelle Modelle, die auf der strategischen Asset-Allokation (SAA) und einer siloartigen Bewirtschaftung nach Β­Anlageklassen beruhen, stossen dabei an ihre Grenzen. Der TPA gewinnt als ΓΌberzeugende Alternative an Bedeutung. Mit ihm gelingt es, Entscheidungsprozesse zu hinterfragen und auf die neuen Anforderungen auszurichten.

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Über die Autoren
Alexandra Tischendorf, Head of Investment, und Sebastian Krejci, Head of Investment Romandie, beide bei WTW Switzerland.
Der TPA ist eine ganzheitliche Anlagephilosophie, die Governance, Unternehmenskultur und Portfoliozusammensetzung in einem Β­Rahmenwerk bΓΌndelt. Statt innerhalb einzelner Anlageklassen zu optimieren, fΓΆrdert dieser Β­Ansatz eine integrierte Entscheidungsfindung, bei der jede Anlage danach beurteilt wird, welchen Beitrag sie zu den Gesamtzielen der Kasse leistet. Dadurch kΓΆnnen sich Investoren auf Ziele konzentrieren, die ΓΌber das klassische Rendite-Risiko-VerhΓ€ltnis hinausgehen. Dieser Wandel bringt mehr AgilitΓ€t, eine bessere Ausrichtung auf Langfristigkeit und ein resilienteres Portfoliodesign mit sich.
Die vollstΓ€ndige Umsetzung eines TPA ist kein einmaliger Schritt. Sie erfordert Anpassungen in der Governance, kollektives Lernen und eine schrittweise Transformation der Anlagepraktiken. Dieser Kulturwandel verlangt, dass sich Anlageteams von starren Mandaten lΓΆsen und ΓΌbergreifend zusammenarbeiten. Entscheidend ist der Blick auf das Gesamtportfolio.
Das setzt klare Kompetenzen und Verantwortlichkeiten voraus: Der Stiftungsrat konΒ­zentriert sich auf Strategie und Risikobudget, wΓ€hrend die Anlageteams einen kohΓ€renten Handlungsrahmen mit Gestaltungsspielraum erhalten. Orientierung bieten dabei die fΓΌnf SΓ€ulen, die das Thinking Ahead Institute zusammen mit WTW in die Weiterentwicklung integrierter Anlagemodelle einbezieht: Governance, Investment, Mitarbeitende, Risiko und Nachhaltigkeit. Der Erfolg des TPA hΓ€ngt von klarer Aufgabenteilung, Teamzusammenarbeit und Anreizen fΓΌr bereichsΓΌbergreifendes Denken ab.

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Ein Modell fΓΌr den Schweizer Kontext
Der Schweizer Vorsorgemarkt ist geprΓ€gt von einem stabilen regulatorischen Umfeld, einer soliden Governancekultur und Vorsorgeeinrichtungen, die dynamischere Anlagemodelle zunehmend prΓΌfen. Die langfristigen Verpflichtungen der Pensionskassen in Kombination mit deren verstΓ€rktem Fokus auf Risikomanagement, Kapitaleffizienz und NachhaltigkeitsΒ­aspekte machen den TPA besonders geeignet fΓΌr den hiesigen Kontext.
Ob Sicherstellung der Rentenleistungen, Steuerung des Deckungsgrads oder Integration breiterer gesellschaftlicher und ΓΆkologischer Zielsetzungen – mit diesem Ansatz kΓΆnnen Pensionskassen ihre Portfolios enger an ihrem Kernauftrag ausrichten. Aufgrund seiner FlexibilitΓ€t lΓ€sst sich der TPA dabei nicht nur von grossen institutionellen Anlegern, sondern auch von mittelgrossen Pensionskassen wirksam einsetzen.
Vorsorgeeinrichtungen erΓΆffnet der TPA die MΓΆglichkeit, Anlageentscheide stΓ€rker vom langfristigen Nutzen fΓΌr die Versicherten her zu denken, statt sich primΓ€r an Benchmarks zu orientieren. Der Ansatz verlangt zwar eine schrittweise Anpassung, kann aber fΓΌr mehr strategische Klarheit und widerstandsfΓ€higere Portfolios sorgen. In einer sich wandelnden Anlagewelt hilft er Pensionskassen, grundΒ­legend zu klΓ€ren, nach welchen Prinzipien und mit welchem Zweck sie investieren – mit dem Ziel, nachhaltige Portfolios zu gestalten, die den kΓΌnftigen BedΓΌrfnissen gerecht werden.

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Dieser Beitrag ist Teil des am 02. Juli 2026 erschienenen HZ-Insurance-Print-Specials Β«PensionskassenΒ».

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