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Swiss Insurance Monitor

Steigende Prämien: Versicherte vergleichen genauer

Der Swiss Insurance Monitor 2026 zeigt: Stetig steigende Prämien beschäftigen viele Versicherte. Fast jede zweite Person nutzt bereits digitale Vergleichsplattformen zur Informationssuche und Offertenbestellung.

Gioia Gerber,

Immo Hütte

Wer seine Police überprüft, möchte verstehen, welche Leistungen eingeschlossen sind.
Wer seine Police überprüft, möchte verstehen, welche Leistungen eingeschlossen sind.Adobe Stock

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Mit dem Swiss Insurance Monitor 2026 liegt die sechste Ausgabe der repräsentativen Studie zum Versicherungsverhalten in der Schweiz vor. Die Studie wurde von der ETH Zürich, der Universität St. Gallen und der Technischen Universität München gemeinsam mit FinanceScout24, dem Verband für Digitalversicherung Schweiz, moneyland.ch und Merkle durchgeführt und beleuchtet, wie Versicherte Prämien, Leistungen, Beratung und digitale Angebote wahrnehmen. Ein Thema zieht sich dabei besonders deutlich durch die Ergebnisse: die Entwicklung der Versicherungsprämien und deren Konsequenzen.
Ob Krankenkasse, Hausrat oder Lebensversicherung: Die Prämienentwicklung beschäftigt viele Menschen in der Schweiz. Besonders Krankenversicherungsprämien werden als finanzielle Belastung wahrgenommen. Gleichzeitig zeigt die Studie, dass höhere Prämien nicht automatisch zu einem Wechsel führen: Viele Versicherte bleiben trotz steigender Kosten zunächst passiv. Wer nach Alternativen sucht oder Offerten berechnet, nutzt dafür jedoch vermehrt digitale Kanäle.

Krankenversicherungsprämien belasten am stärksten

Die Prämienentwicklung bleibt für Versicherte ein sensibles Thema. 85 Prozent der Befragten mit Krankenversicherung geben an, dass ihre Prämien im vergangenen Jahr gestiegen sind. Entsprechend hoch ist die empfundene Belastung: Auf einer Skala von 1 bis 7 bewerten die Befragten die finanzielle Belastung der Prämien im Schnitt mit 4,9. Bei Sach- und Lebensversicherungen liegt der Schnitt bei etwa 3,7.

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Auch was die Fairness und Nachvollziehbarkeit von Prämienerhöhungen betrifft, stechen Krankenkassen negativ hervor. So werden Krankenkassen in beiden Kategorien im Schnitt als eher nicht fair und nachvollziehbar bewertet, während Sachversicherungen eher positiv abschneiden. Gerade dort, wo Prämien das Budget am stärksten belasten, entsteht somit auch ein grösseres Bedürfnis nach Transparenz.

Preis-Leistung wird kritischer beurteilt

Eine weitere Erkenntnis aus der Studie zeigt, dass steigende Prämien die Wahrnehmung der bestehenden Versicherung verändern. Sachversicherungen werden im Vergleich eher als preiswerter eingestuft als Kranken- und Lebensversicherungen. Was die Deckung betrifft, empfinden die Befragten ihren Versicherungsschutz grundsätzlich als umfassend. Ob die Versicherung aber auch ihren Preis wert ist, wird zurückhaltender beurteilt – besonders bei Kranken- und Lebensversicherungen.
Wer seine Police überprüft, möchte verstehen, welche Leistungen eingeschlossen sind, welche Selbstbehalte gelten und ob der bestehende Schutz noch zur persönlichen Situation passt. Ein tieferer Preis ist dabei nicht automatisch die bessere Lösung – entscheidend bleibt das Verhältnis zwischen Prämie und Leistung.
Dennoch ist die gefühlte Höhe der Anpassungen erheblich. Personen, deren Prämien gestiegen sind, schätzen die Erhöhung bei Sach- und Krankenversicherungen im Median auf 10 Prozent.

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Mehr Wechsel nach Prämienerhöhungen – trotzdem bleibt ein grosser Teil passiv

Die Studie zeigt auch eine gewisse Zurückhaltung, die die Befragten trotz höherer Kosten an den Tag legen. Gleichzeitig ist der Versicherungswechsel nach einer Prämienerhöhung gestiegen: Bei Sach- und Krankenversicherungen stieg der Anteil der Befragten, die in den vergangenen zwölf Monaten die Versicherung wechselten, von rund 5 Prozent im Vorjahr auf rund 9 Prozent im Jahr 2026. Der primäre Grund für einen Versicherungswechsel ist laut Studie eine Prämienerhöhung.
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Dennoch unternimmt ein grosser Teil derjenigen, deren Prämien gestiegen sind, nichts Weiterführendes: Bei Sachversicherungen sind es 59 Prozent. Für diese Zurückhaltung gibt es mehrere Gründe: Versicherungen sind erklärungsbedürftige Produkte, Vertragsfristen begrenzen den Handlungsspielraum und ein Wechsel ist nicht bei jeder Versicherungsart gleich einfach.
Ausserdem wissen viele Versicherte nicht, wie viel sie bei einem Wechsel überhaupt einsparen können und somit, ob sich der Aufwand rentiert. Dennoch lohnt es sich, die Prämienentwicklung als Anlass für einen regelmässigen Check zu nehmen. Wer frühzeitig prüft, kann Fristen besser einhalten und informierte Entscheidungen ohne Zeitdruck treffen.

Vergleichsportale gewinnen bei der Suche an Bedeutung

Gerade bei den regelmässigen Checks spielen digitale Vergleichsplattformen eine tragende Rolle: Online-Vergleichstools führen das Ranking der Optionen zur Informationssuche an, vor beispielsweise Webseiten der Versicherungen selbst oder Versicherungsvertretern.

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Auch bei der Offertenberechnung nehmen digitale Plattformen weiterhin an Relevanz zu. 43 Prozent der Befragten, die in den vergangenen zwölf Monaten Offerten berechnet haben, nutzten dafür ein unabhängiges Online-Vergleichsportal. Das sind 12 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Damit sind Vergleichsportale der wichtigste Kanal bei der konkreten Prüfung von Angeboten.
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Die Entwicklung zeigt: Digitale Vergleiche ersetzen die persönliche Beratung nicht zwingend. Wer aber verschiedene Prämien und Leistungen nebeneinander sieht, kann selbst informierte Entscheidungen treffen oder bei einem potenziellen Gespräch gezielter nachfragen und besser beurteilen, welches Angebot zum eigenen Bedarf passt.

Transparenz wird zum entscheidenden Faktor

Der Swiss Insurance Monitor 2026 macht deutlich, dass die Prämienentwicklung weiterhin ein zentraler Auslöser für die Auseinandersetzung mit Versicherungen ist. Besonders bei Krankenversicherungen treffen eine hohe finanzielle Belastung, steigende Prämien und eine vergleichsweise geringe Nachvollziehbarkeit der Erhöhungen zusammen.
Die Reaktionen darauf sind unterschiedlich: Während ein Teil der Betroffenen trotz Prämienerhöhung nichts Weiterführendes unternimmt, hat die Zahl der Versicherungswechsel gegenüber dem Vorjahr zugenommen. Gleichzeitig verschiebt sich die Customer Journey weiter ins Digitale. Versicherte suchen vermehrt Informationen online und nutzen Vergleichsportale zunehmend auch für die Offertenberechnung.

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Für Versicherer und Vergleichsplattformen liegt die Aufgabe deshalb nicht allein darin, Preise sichtbar zu machen. Entscheidend ist, komplexe Policen verständlich einzuordnen und Transparenz dort zu schaffen, wo Prämienerhöhungen Fragen aufwerfen. Denn wer versteht, was eine Versicherung leistet und was sie kostet, kann fundierter entscheiden.

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