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Special Pensionskassen

Schweizer Privatmärkte: Attraktiv für die berufliche Vorsorge

Heimische KMU bieten Pensionskassen in einem unsicheren Umfeld Rendite, Stabilität und eine natürliche Verankerung im Schweizer Franken.

Christian Waldvogel

Ship Swiss flag and Pilatus, Lucerne, Switzerland, Europe
Auf Kurs: Schweizer Privatmärkte bieten Stabilität in einer unsicheren Welt. Getty Images/imageBROKER RF

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Angesichts volatiler Finanzmärk­te und zunehmender Wäh­rungsschwankungen überprü­fen Schweizer Pensionskassen vermehrt ihre Anlagestrategien. Steigende Kosten für die Währungsab­­sicherung – insbesondere gegenüber dem Dollar – sowie weniger berechenbare Börsenentwicklungen als in den vergangenen Jahren lenken den Blick zunehmend auf inländische Anlagemöglichkeiten.
Von diesem Trend profitiert der Schweizer Immobilienmarkt, der seinen Ruf als sicherer Hafen behauptet. Doch auch ein weiteres Segment gewinnt bei institutionellen Anlegern an Bedeutung: die Schweizer Privatmärkte und nicht kotierte kleine und mittlere Unternehmen (KMU).
Über den Autoren
Der Schweizer Markt für Private Debt entwickelt sich indes langsamer als in vielen anderen europäischen Ländern. Der Hauptgrund liegt darin, dass Banken oft günstigere Finanzierungskonditionen anbieten als speziali­sierte Private-Debt-Anbieter. Auch Venture-Capital stösst bei Pensionskassen nur auf begrenztes Interesse, denn die hohe Volatilität dieser Anlageform lässt sich nur durch Ansätze reduzieren, die meist über Fund-of-Funds-Strukturen umgesetzt werden.
Strukturelle Vorteile abseits der Börse
Gleichzeitig beweist die Schweizer Wirtschaft weiterhin Widerstandskraft. Trotz der Stärke des Schweizer Frankens behaupten sich zahlreiche Unternehmen im internationalen Wettbewerb. Entscheidend dafür sind ihre führenden Positionen in Nischenmärkten. Einige Unternehmen sind sogar in der Lage, ihre Produkte und Dienstleistungen weltweit in Schweizer Franken zu fakturieren – ein eindrücklicher Beleg für ihre starke Marktstellung. Für Pensionskassen bietet diese Anlageklasse strukturelle Vorteile. KMU stellen rund zwei Drittel aller Arbeitsplätze in der Schweiz und erwirtschaften die Hälfte des Bruttoinland­produkts. Sie eröffnen damit einen Zugang zu einem bedeutenden Teil der Schweizer Wirtschaft, der an den kotierten Aktienmärkten kaum repräsentiert ist, und stellen eine wertvolle Ergänzung zu den oft stark konzentrierten Börsenindizes dar.

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Parallel dazu befindet sich der Markt für Unternehmensnachfolgen und die Finanzierung von Familienunternehmen in einem tiefgreifenden Wandel. Immer häufiger verzichten Nachfolgegenerationen auf die Übernahme des Familienbetriebs. Gleichzeitig planen viele Unternehmerinnen und Unternehmer ihre Nachfolge früher, um neue berufliche oder persönliche Lebensabschnitte vorzubereiten.
Langfristigkeit schlägt schnellen Ausstieg
Diese Entwicklung führt zu einem stetig steigenden Bedarf an externem Kapital. Schätzungen verschiedener Marktteilnehmer zufolge umfasst der Schweizer Markt für Unternehmensnachfolgen inzwischen mehrere Milliarden Franken pro Jahr. Vor diesem Hintergrund gewinnen Evergreen-Fonds bei institutionellen Investoren zunehmend an Bedeutung. Anders als klassische Private-Equity-Strategien, die auf vergleichsweise kurze Investitionszyklen mit anschliessendem Verkauf ausgerichtet sind, verfolgen Evergreen-Strukturen einen langfristigen Beteiligungsansatz.
Im Mittelpunkt steht nicht die Veräusserung eines Unternehmens nach wenigen Jahren zur Realisierung eines möglichst hohen Kapitalgewinns. Vielmehr geht es darum, Unternehmen langfristig in ihrer Entwicklung zu be­gleiten und nachhaltig Wert zu schaffen. Dieser Buy-and-Hold-Ansatz entspricht den langfristigen Verpflichtungen von Pensionskassen und ihrem Stabilitätsbedürfnis sowie plan­baren ­Erträgen besonders gut.

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KMU in der Schweiz
66,1 Prozent aller Arbeitsplätze in der Schweiz werden gemäss BFS von KMU gestellt. Sie erwirtschaften die Hälfte des Bruttoinlandprodukts.
Ein weiterer wesentlicher Vorteil liegt in den Bewertungen. Beteiligungen, die direkt von Gründer- oder Unternehmerfamilien übernommen werden, erfolgen häufig zu tieferen Bewertungsmultiplikatoren als vergleichbare Investitionen an den öffentlichen Märkten. Dieser Bewertungsabschlag eröffnet Investoren Renditepotenzial und reduziert gleichzeitig die Abhängigkeit von kurzfristigen Börsenschwankungen.
Obwohl dieses Marktsegment in der Schweiz noch vergleichsweise wenig erschlossen ist, wächst das Interesse spürbar. Mehrere auf nicht kotierte Unternehmen spezialisierte Fonds konnten bereits zahlreiche Pensionskassen als Investoren gewinnen. Ausschlaggebend sind insbesondere die Aussicht auf stabile Erträge, Ausschüttungen sowie eine Anlageexponierung in Schweizer Franken.
In einer von zunehmender Unsicherheit ­geprägten Welt, in der Währungsabsicherungen immer kostspieliger werden, stellen die Schweizer Privatmärkte eine überzeugende ­Alternative für institutionelle Anleger dar. Auf der Suche nach Diversifikation, nachhaltigen Renditen und einer stärkeren Verankerung im Heimmarkt entdecken Pensionskassen zunehmend das strategische Potenzial der Schweizer Realwirtschaft neu.
Dieser Beitrag ist Teil des am 02. Juli 2026 erschienenen HZ-Insurance-Print-Specials «Pensionskassen».

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