Über die Hälfte der Naturkatastrophenschäden bleibt unversichert
Versicherer und Rückversicherer können die Versicherungslücke bei Naturkatastrophen nicht allein schliessen. Das hält Moody’s in einem neuen Bericht fest.
In den USA sind laut Moody’s rund 84 Prozent der Überschwemmungs-Risiken nicht versichert.Christian - stock.adobe.com
Im Jahr 2025 waren mehr als 50 Prozent der Schäden nicht versichert. Für den Zeitraum seit 2015 beziffert Moody’s den unversicherten Anteil auf 57,8 Prozent. Besonders gross ist die Lücke bei seltenen, aber folgenschweren Ereignissen. In den USA sind laut Moody’s rund 84 Prozent des Erdbebenrisikos nicht versichert; bei Überschwemmungen beträgt der Anteil 83 Prozent. Erdbebenversicherungen sind vielerorts freiwillig, teuer oder werden als unnötig angesehen. Bei Waldbränden liegt die von Moody’s ausgewiesene Lücke dagegen bei 27 Prozent, bei schweren Gewittern bei 48 Prozent und bei Hurrikanen bei 49 Prozent. Diese Werte beziehen sich auf einzelne Naturgefahren in den USA und sind vom weltweiten Anteil unversicherter Katastrophenschäden zu unterscheiden.
Moody’s verweist auf Grenzen des Versicherungsmarkts: Versicherer müssen genügend Prämien einnehmen, um Schäden zu bezahlen, Kapitalanforderungen zu erfüllen und wirtschaftlich zu arbeiten. Rückversicherer stehen bei extremen, gleichzeitig viele Menschen treffenden Ereignissen vor ähnlichen Herausforderungen. Hinzu kommt, dass sich manche Betroffene eine Deckung nicht leisten können oder ohne Versicherungspflicht darauf verzichten.