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Kommentar

Krankentaggeld: Gezielte Lösungen statt Symbolpolitik

Ein Obligatorium hat einen unschlagbaren politischen Vorteil: Es ist leicht zu erklären. Warum es hier dennoch fehl am Platz ist, erläutert Matthias Schenker vom SVV.

Matthias Schenker

Matthias Schenker vom Schweizerischen Versicherungsverband (SVV).
Matthias Schenker vom Schweizerischen Versicherungsverband (SVV). zVg

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Wer ein punktuelles Problem mit einer flächendeckenden Pflicht lösen will, riskiert, am eigentlichen Problem vorbeizuregulieren. Der Bundesrat hat mit seinen Berichten vom 19. August gezeigt, dass er das erkannt hat: Das heutige Krankentaggeldsystem hat sich bewährt, ein Obligatorium ist nicht notwendig. Nun liegt es an der Politik, aus diesem Befund auch die richtigen Schlüsse zu ziehen.
Denn die Zahlen zeigen auf, dass kein flächendeckendes Marktversagen vorliegt. Rund 84 Prozent der Beschäftigten arbeiten in Unternehmen mit einer Krankentaggeldversicherung. Hinzu kommen Betriebe ohne Versicherung, die den Lohnausfall bei Krankheit über vergleichbare eigene Lösungen absichern. Lediglich 0,5 Prozent aller Unternehmen erhalten trotz Bemühungen kein Versicherungsangebot, was wiederum 0,13 Prozent aller Arbeitnehmenden ausmacht.

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