Basel III könnte Finanzierungslücke von bis zu 24 Mrd. Franken pro Jahr hinterlassen
Die neuen Basel-III-Regeln könnten bei Rendite- und Projektfinanzierungen eine Milliardenlücke öffnen. Alternative Kapitalgeber wie Versicherungen können sie teilweise schliessen.
Selbstbewohntes Wohneigentum bleibt für Banken attraktiv.imago/Westend61
Die seit Anfang 2025 geltenden Basel-III-Vorgaben verändern die Immobilienfinanzierung in der Schweiz. Eine von MoneyPark in Auftrag gegebene Masterarbeit am Institut für Finanzdienstleistungen Zug der Hochschule Luzern zeigt: Während selbstbewohntes Wohneigentum für Banken attraktiv bleibt und regulatorisch teilweise entlastet wird, geraten Renditeliegenschaften sowie Promotions- und Projektentwicklungsfinanzierungen stärker unter Druck. Sie binden mehr Kapital und werden damit für Banken weniger interessant.
Die Modellrechnung basiert auf einem jährlich relevanten Wohnhypothekarvolumen von rund 218 Milliarden Franken. Davon entfallen 158 Milliarden Franken auf die Refinanzierung bestehender Hypotheken und 60 Milliarden auf Neufinanzierungen. Die regulatorische Belastung verteilt sich dabei sehr unterschiedlich auf die einzelnen Segmente. Während selbstbewohntes Wohneigentum in der Modellrechnung kapitalentlastend wirkt, entsteht bei Renditeliegenschaften sowie Promotions- und Projektentwicklungsfinanzierungen zusätzlicher Kapitalbedarf. Ohne Gegenmassnahmen könnte in den stärker belasteten Segmenten theoretisch eine Finanzierungslücke von rund 48 Milliarden Franken pro Jahr entstehen.