Versicherung ist längst mehr als Policen und Prämien. Die Schweizer Privatassekuranz ist ein «Haus der 100 Berufe»: Hier arbeiten Menschen in Beratung, IT, Datenanalyse, Kommunikation, Recht, Vertrieb oder Produktentwicklung – mit vielfältigen Einstiegs- und Entwicklungsmöglichkeiten. Flexible Arbeitsmodelle, unterschiedliche Karrierewege und eine zunehmende Vielfalt in den Teams machen die Branche zu einer attraktiven Arbeitgeberin für Frauen und Männer.
Das unterstreicht die aktuelle Personalstatistik des Schweizerischen Versicherungsverbands (SVV). Die Schweizer Privatassekuranz bestätigt ihre Rolle als bedeutende Arbeitgeberin und bleibt trotz anspruchsvollem Marktumfeld stabil. Per 31. Dezember 2025 beschäftigte die Branche insgesamt 50’513 Mitarbeitende. Nach mehreren Jahren kontinuierlichen Wachstums seit 2019 flacht die Dynamik zwar ab, die Beschäftigung bleibt jedoch auf hohem Niveau und verzeichnet gegenüber dem Vorjahr nochmals ein leichtes Plus von 0,2 Prozent. Interessant in diesem Zusammenhang: Zwölf Versicherer beschäftigen laut SVV je über 1’000 Mitarbeitende und vereinen über 85 Prozent aller Mitarbeitenden der Privatassekuranz allein auf sich.
Die Anzahl der Mitarbeitenden konsolidiert sich auf hohem Niveau. Schweizersicher Versicherungsverband (SVV)
Die Anzahl der Mitarbeitenden konsolidiert sich auf hohem Niveau. Schweizersicher Versicherungsverband (SVV)
Die Zahlen unterstreichen zugleich den Wandel der Versicherungswirtschaft hin zu einer vielfältigen und modernen Arbeitswelt. Neben Kundenberatung und Fachfunktionen gewinnen insbesondere digitale Tätigkeiten, IT-Profile und interdisziplinäre Kompetenzen an Bedeutung. Rund 9,8 Prozent aller Mitarbeitenden arbeiten der Personalstatistik zufolge inzwischen in IT-Funktionen – ein Anteil, der sich in den vergangenen Jahren deutlich erhöht hat und Ausdruck der fortschreitenden Digitalisierung der Branche ist. Gleichzeitig bleibt der Innendienst mit 65,3 Prozent der Beschäftigten der grösste Tätigkeitsbereich, während knapp ein Viertel (24,9 Prozent) im Vertrieb und in der Kundenberatung tätig sind.
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Frauenanteil auf Direktionsstufe steigt
Der Frauenanteil über alle Beschäftigten hinweg liegt 2025 bei 44,2 Prozent und hat sich damit gegenüber dem Vorjahr stabil gehalten. Vor 25 Jahren lag der Frauenanteil noch bei 38,1 Prozent. Die Versicherungsbranche hat sich damit in den vergangenen zwei Jahrzehnten somit etwas mehr diversifiziert, auch wenn sich der Wert in den letzten sechs Jahren bei etwa 44 Prozent eingependelt hat.
Auf Direktionsstufe arbeiten nach SVV-Zahlen 1’830 Mitarbeitende oder 3,6 Prozent aller Beschäftigten. Hier stieg der Frauenanteil auf 25,9 Prozent und legte damit gegenüber dem Vorjahr um 1,9 Prozentpunkte zu. Auf Kaderstufe arbeiten rund 14’000 Mitarbeitende oder 27,8 Prozent aller Beschäftigten. Im Kader beträgt der Frauenanteil inzwischen 35,5 Prozent. Auch wenn Führungspositionen weiterhin häufiger von Männern besetzt sind, zeigt der längerfristige Trend in eine etwas ausgewogenere Richtung. Gleichzeitig bleibt das Geschlechterverhältnis bei den übrigen Mitarbeitenden mit einem Frauenanteil von 48,8 Prozent nahezu ausgeglichen.
Die Diversität auf Direktions- und Kaderstufe ist durchaus noch ausbaufähig. Schweizersicher Versicherungsverband (SVV)
Die Diversität auf Direktions- und Kaderstufe ist durchaus noch ausbaufähig. Schweizersicher Versicherungsverband (SVV)
Eine klassische Männerdomäne ist und bleibt der Aussendienst: So liegt der Frauenanteil bei den Kundenberatenden bei 23,2 Prozent, hier besteht also noch viel Potenzial. Insgesamt beschäftigten die Versicherer im vergangenen Jahr rund 12'600 Kundenberaterinnen und -berater, wobei die Anzahl leicht gesunken ist (-1,4%).
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Teilzeit ist gefragt
Home Office, flexible Arbeitszeiten, gute Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben: Die Versicherungsbranche ist sehr attraktiv für Teilzeitmodelle, wie die Personalstatistik unterstreicht. Mehr als jede vierte Person (28,6 Prozent) arbeitet Teilzeit – ein Trend, der sich seit Jahren fortsetzt. Auffällig sind dabei Unterschiede zwischen den Geschlechtern: Während 46,7 Prozent der Frauen Teilzeit arbeiten, liegt dieser Anteil bei den Männern bei deutlich darunter 14,3 Prozent – Tendenz immerhin leicht steigend (+0,3%). Flexible Arbeitsmodelle gehören damit zunehmend zum Branchenalltag und tragen zur Attraktivität der Assekuranz als Arbeitgeberin bei.
Ausbildung als wichtiges Fundament
Ein wichtiges Fundament für die Zukunft der Branche bleibt die Ausbildung. 2025 beschäftigte die Privatassekuranz rund 2’100 Auszubildende – konstant rund vier Prozent der gesamten Belegschaft. Der Anteil der weiblichen Auszubildenden ist mit 47 Prozent fast gleichauf mit den männlichen. Der häufigste Ausbildungsweg bleibt mit 58,5 Prozent die Lehre als «Kauffrau/Kaufmann EFZ». Daneben gewinnen Praktika, Traineeprogramme und postmaturitäre Ausbildungsmodelle an Bedeutung: Rund jede fünfte Person in Ausbildung absolviert inzwischen ein solches Programm. Gleichzeitig zeigt die Statistik, dass die Versicherungswirtschaft auch technische und digitale Berufsbilder fördert – etwa in der Informatik oder in neuen Berufsprofilen an der Schnittstelle von Technologie und Business. Allerdings sind Informatik-Lehrgänge, die 9,5 Prozent aller Auszubildenden belegen, nach Angaben des SVV weiterhin Männerdomänen. Ihr Anteil liegt dort bei 80,3 Prozent.
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Insgesamt zeichnet die Personalstatistik das Bild einer Branche, die Stabilität mit Veränderung verbindet: Die Beschäftigung bleibt robust, die Berufsbilder werden vielfältiger, und flexible Arbeitsformen etablieren sich weiter. Die kommenden Jahre werden zeigen, welchen Einfluss die Künstliche Intelligenz auf die Beschäftigung in allen Bereichen haben wird.