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8. SVVG-Kongress in Lausanne

Provisionen ja – aber sie mΓΌssen begrΓΌndbar sein

Am 8. SVVG-Kongress in Lausanne stand die Aus- und Weiterbildung im Zentrum – als Antwort auf Regulierungsdruck und technologischen Wandel.

Andrea Hohendahl

SVV-Direktor Urs Arbter spricht am 12. Juni 2026 am 8. SVVG-Kongress im Lausanne zu den anwesenden Mitgliedern.
SVV-Direktor Urs Arbter spricht am 12. Juni 2026 am 8. SVVG-Kongress im Lausanne zu den anwesenden Mitgliedern.RMS

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Provisionen stΓΌnden nicht zur Disposition – aber sie mΓΌssten begrΓΌndbar sein. Mit dieser Ansage steckte Urs Arbter, Direktor des Schweizerischen Versicherungsverbands SVV, am 8. Kongress des Schweizerischen Verbands der Versicherungsgeneralagenten (SVVG/FSAGA) im Royal Savoy in Lausanne das Terrain ab. Im NichtlebengeschΓ€ft sei die EntschΓ€digung politisch unbestritten; in der Krankenversicherung dagegen wachse mit den PrΓ€mien auch der gesellschaftliche Druck – hier wΓΌrde die Branchenvereinbarung Β«VermittlerΒ» klare Leitplanken setzen. Genau darin liegt fΓΌr Arbter das Erfolgsrezept: Wo die Branche selbst Verantwortung ΓΌbernehme, wirke Regulierung besser. Die Selbstregulierung in der Aus- und Weiterbildung zeige, dass QualitΓ€t, PraxisnΓ€he und VerhΓ€ltnismΓ€ssigkeit zusammengehen – ein bewusst gewΓ€hlter Schweizer Weg, zwanzig Jahre nach Start der Vermittleraufsicht mit heute ΓΌber 11'000 ungebundenen und rund 25'000 gebundenen Vermittlern. Umso wachsamer mΓΌsse der Blick auf das anstehende FINMA-Rundschreiben fΓΌr Vermittler gerichtet sein: Das Ausmass der Reportingpflichten werde allmΓ€hlich zum grossen Thema.
Bildung als strategischer Vorteil
Den Rahmen fΓΌr Arbters Gastreferat setzte das Kongressmotto Β«Compliance, Kompetenz, Vertrauen – die Aus- und Weiterbildung im Herzen der VersicherungsbrancheΒ». SVVG-PrΓ€sident Erwan Descloux lieferte dazu die Formel: Compliance verleihe LegitimitΓ€t, Kompetenz zeichne aus, Vertrauen sei die Existenzgrundlage – und die Ausbildung halte alles zusammen. Dass diese Rechnung aufgehen kΓΆnne, untermauerte VBV-Direktor JΓΌrg Zellweger schliesslich mit Fakten: hohe Qualifikationsanforderungen an die Ausbildung und die tiefe Arbeitslosigkeit in der Branche etwa wΓΌrden eine klare Sprache sprechen. Offen liess er dabei, ob die KI mittlere Qualifikationen unter Druck setzt – und ob bald die Einstiegsjobs fehlten, in denen der Nachwuchs das GeschΓ€ft lernte.

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KI macht den Berater nicht ΓΌberflΓΌssig
Wo Zellweger die Kompetenzfrage stellte, rΓΌckte Mobiliar-CEO MichΓ¨le Rodoni das Vertrauen zwischen den Akteuren der Branche ins Zentrum und betonte dabei, dass das Miteinander in allen Regionen der Schweiz der Garant des Erfolgs der Mobiliar ist - seit nunmehr 200 Jahren. Den technologischen Kontrapunkt setzte FrΓ©dΓ©ric Traimond, Stellvertretender CEO der Vaudoise: KI wΓΌrde den Berater nicht ersetzen, sondern bringe dessen StΓ€rken noch stΓ€rker zum Vorschein – gerade im Zeitalter von Deepfakes werde der Mensch zum unbedingten Vertrauensanker.
Handfest wurde es im statutarischen Teil: Die Delegierten stimmten ΓΌber schlankere Strukturen beim SVVG ab, darunter eine geschΓ€rfte Definition des Generalagenten sowie die Aufhebung von Ausschuss, Schlichtungs- und Aufsichtskommission. Den emotionalen Schlusspunkt setzte Skirennfahrer Arnaud Boisset.

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