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Innovationspreis

Β«Telematik-Angebote stehen in der Schweiz noch in den AnfΓ€ngenΒ»

Rocco Minelli, CEO Automate AG, und Pia Burghartz, Automotive Manager Swiss Re, zu den Entwicklungen beim Gewinner des Innovationspreises 2020.

Eli Barbier

Das glΓΌckliche Gewinnerteam 2020 (v.l.n.r.:) Arnold LΓΆw, Swiss Re, Market Head Switzerland & Netherlands; Annina Bracher, Swiss Re, Senior Solutions Manager; Rocco Minelli, Automate, CEO & Co-Founder; Pia Burghartz, Swiss Re, Automative & Mobility Solutions Manager.
Das glΓΌckliche Gewinnerteam 2020 (v.l.n.r.:) Arnold LΓΆw, Swiss Re, Market Head Switzerland & Netherlands; Annina Bracher, Swiss Re, Senior Solutions Manager;Β Rocco Minelli, Automate, CEO & Co-Founder;Β Pia Burghartz, Swiss Re, Automative & Mobility Solutions Manager.zVg

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Frau Burghartz, Herr Minelli, was war Ihr grΓΆsster Erfolg seit dem Gewinn des Innovationspreises der Schweizer Assekuranz im November 2020?
Rocco Minelli: Durch den Gewinn des Preises konnten wir bereits diverse Erfolge verzeichnen: Unser Bekanntheitsgrad innerhalb der Branche, das Interesse bei Partnern sowie das Vertrauen in Automate insgesamt wΓ€chst weiter, was auch zu einem Anstieg der AbschlΓΌsse im Bereich der Telematik-Produkte beitrΓ€gt.
Pia Burghartz: Eine Γ€hnliche Entwicklung sehen wir bei uns ebenfalls. Seit Verleihung des Preises, der sicher zur Bekanntheit unserer LΓΆsungen beigetragen hat, haben wir weltweit sechs Telematik-VersicherungslΓΆsungen lanciert und weitere 25 Projekte befinden sich in der Pilotphase.
Welche Herausforderungen galt es zu meistern?
Minelli: Der Gewinn des Awards kam ΓΌberraschend und ehrt uns sehr. Ein solcher Sieg schΓΌrt natΓΌrlich Erwartungen unter den Stakeholdern. Hier gilt es, eine Balance zu finden, die Stakeholder transparent zu informieren und gesetzte Ziele nicht komplett zu Γ€ndern. Telematik-Angebote stehen in der Schweiz noch in den AnfΓ€ngen und wir lernen stetig dazu. DiesbezΓΌglich gilt es, die Strategie weiterhin zu schΓ€rfen und RΓΌckmeldungen aus dem Markt anzunehmen.

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Burghartz: Wichtig war fΓΌr uns, auch wΓ€hrend der Covid-19-Pandemie unseren Kunden den gewohnten, erstklassigen Service zu bieten. Die Pandemie verstΓ€rkte aber auch Diskussionen mit unseren Kunden, dass der Umstieg auf digitale VersicherungslΓΆsungen wie die Telematik noch mehr an Relevanz gewinnt und somit in Zukunft umso wichtiger werden wird.
Wollen Sie Ihr Angebot ausweiten? Und falls ja, an wen und wie?
Burghartz: Zurzeit fokussieren wir uns unter anderem darauf, das Customer Engagement durch Angebote wie zum Beispiel Post-Drive Coaching zu erhΓΆhen. Post-Drive Coaching ermΓΆglicht es den Kundinnen und Kunden, auf Basis von Data Analytics das eigene Fahrverhalten auf spielerische Art und Weise nachhaltig zu verbessern. DarΓΌber hinaus evaluieren wir Optionen, um Angebote wie Smart Claims – eine LΓΆsung zur KI-gesteuerten digitalen Schadenabwicklung auf Basis von bildbasierter Schadenerkennung – in unsere Telematik-LΓΆsung zu integrieren.
Minelli: Auch wir sehen weiteres Potenzial, das Customer Engagement zu stΓ€rken und die Value Proposition unserer Angebote weiterhin zu schΓ€rfen; auch ΓΌber die derzeit bereits gewΓ€hrten attraktiven PrΓ€mienrabatte hinaus. Mit dem Einstieg ins DirektgeschΓ€ft werden wir dies Γ€ndern. Auf Produktseite prΓΌfen wir derzeit, inwieweit die Telematik-LΓΆsung auch in das gemeinsam mit unserem RisikotrΓ€ger TSM Compagnie d’Assurance entwickelte neue Classic-Car-Produkt integriert werden kann.

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Gibt es Nachahmer im Markt oder zumindest Γ€hnliche LΓΆsungen?
Minelli: Auf dem Schweizer Markt sind Automate, Smile und Kasko2go/Simpego aktive Anbieter, die rein App-basierte Telematik-LΓΆsungen anbieten.
Burghartz: Weltweit werden inzwischen Γ€hnliche mobile Telematik- bzw. Usage-based-Insurance-(UBI-)LΓΆsungen angeboten, wobei solche, die mit unserer vergleichbar sind, von Tech-Startups entwickelt wurden. ZusΓ€tzliche Hardware-LΓΆsungen einiger Anbieter, wie zum Beispiel Beacons, ermΓΆglichen unter anderem eine bessere Fahrtaufzeichnung und Schadenabwicklung. Auch reine Hardware-LΓΆsungen sind in diesem Markt keine Seltenheit.

Trotz leeren Strassen gab es nicht weniger schwere UnfΓ€lle

Am Ende hat sich die Pandemie positiv auf die Telematik-LΓΆsung von Automate ausgewirkt. Das von der Swiss Re initiierte ZΓΌrcher Unternehmen konnte trotz den EinschrΓ€nkungen seine laufenden Projekte weiterfΓΌhren und auch die Diskussionen ΓΌber neue Projekte nehmen nach pandemiebedingten Startschwierigkeiten wieder Fahrt auf. Automate bietet Versicherern und Brokern telematikbasierte Motorfahrzeugversicherungen an. Der Gewinner des Innovationspreises der Schweizer Assekuranz aus dem Jahr 2020 ermΓΆglicht autofahrenden Kunden mittels einer Smartphone-App Feedback zu riskanten Fahrmustern, beispielsweise Handynutzung, zΓΌgige KreuzungsΓΌberquerung und Rasen, und animiert sie, umsichtig zu fahren. Das Paket kombiniert diese App mit einer VersicherungslΓΆsung.

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Anders als hΓ€ufig wahrgenommen haben die Lockdowns nicht fΓΌr Entspannung auf der Schadenseite gefΓΌhrt. Β«Pandemiebedingt wurde im Schnitt weniger gefahren und die Strassen waren somit verhΓ€ltnismΓ€ssig leer. Erstaunlicherweise hat das aber nicht unbedingt zu weniger schlimmen UnfΓ€llen gefΓΌhrt, denn die leeren Strassen haben Fahrer oftmals zum Rasen veranlasstΒ», berichtet Pia Burghartz, Automotive & Mobility Solutions Manager bei der Swiss Re. Die Automate Insurance AG kooperiert in ihrer White-Label-LΓΆsung mit der TSM Versicherungs-Gesellschaft, Europ Assistance und Assista Rechtsschutz. In der Schweiz wurden erst wenige auf Telematik basierende VersicherungslΓΆsungen lanciert. Bei vielen App-LΓΆsungen hapert es oft an der Aufzeichnungsgenauigkeit, betont die Swiss Re. FΓΌr Kunden kommt es jedoch vor allem auf Genauigkeit an, etwas, das bei vielen dieser Apps kritisiert wird. In einem Interview mit HZ Insurance erklΓ€ren Burghartz und Rocco Minelli, CEO der Automate AG, wie sich die Pandemie auf die Telematik-LΓΆsung ausgewirkt hat.

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