Abo
Swiss Insurance Innovation Award

Wie sich Innovationen in der Versicherungsbranche wandeln

Jury-Mitglied Niklowitz spricht im Interview über die Seele des Swiss Insurance Innovation Awards und warum er mit der Zeit «cooler» wurde.

Andrea Hohendahl

Matthias Niklowitz
Matthias Niklowitz, Journalist und Jurymitglied des Swiss Insurance Innovation Award. ZVG Matthias Niklowitz

Werbung

Herr Niklowitz, Sie sind seit vielen Jahren in der Jury des Swiss Insurance Innovation Awards, der zu Beginn noch Innovationspreis der Schweizer Assekuranz hiess, vertreten. Wie haben sich die Innovationen, die für den Award eingereicht werden, über die Jahre verändert?

Seit 2012, seit ich in dieser Jury dabei bin, hat sich das, was man als Innovation bezeichnet, deutlich verändert. Damals argumentierten einige verdiente Jury-Vertreter mit Argumenten wie «ja, man kann es doch jetzt auch schon per Email schicken» als Fortschritt und Innovation. Wir mussten uns dann erst einmal verständigen, was eine Innovation ist und welche Verbesserungen überhaupt dafür qualifizieren. Bei der Versicherungsbranche kommt hinzu, dass Innovationen auf unterschiedlichen Ebenen stattfinden können: Beispielsweise bei Produkten, bei Produkt-Features, bei Prozessen und bei der Kundenschnittstelle. Klein wirkende Verbesserungen bei internen Prozessen können eine Menge ausmachen, wenn es beispielsweise darum geht, die Kundeninteraktion zu vereinfachen und später dann zu digitalisieren. Man muss deshalb in der Jury auch ein Feeling für die «Äquidistanz» von Innovationen in unterschiedlichen Bereichen entwickeln - sonst fällt man auf oberflächliche vermeintliche Innovationen rein. Schliesslich gibt es bei einigen Themen eine gewisse Zyklizität - nach fünf, sieben, manchmal zehn Jahren kommen ältere Ideen wieder auf und sie werden neu verpackt. Hierbei spielen dann die älteren Jury-Mitglieder eine wichtige Rolle - sie schützen dann vor «Neuentdeckungen»

Werbung