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Europäische Aufsichtsbehörde

Eiopa erwartet steigende Anlagerisiken für Pensionskassen

Laut Risiko-Dashboard der Aufsichtsbehörde prägen geopolitische Spannungen und Inflationssorgen die Risikolandschaft für IORPs.

Bernd De Wall

Eiopa
Die Europäische Aufsichtsbehörde Eiopa behält die Risiken im Blick. EIOPA

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Die Finanzmärkte werden durch die geopolitische Unsicherheit auf die Probe gestellt. Das zeigt sich auch im aktuellen Risk Dashboard der Europäischen Aufsichtsbehörde für das Versicherungswesen und die betriebliche Altersversorgung (Eiopa). Diese Entwicklungen haben vor allem Einfluss auf die Markt- und Anlagerisiken von Einrichtungen der betrieblichen Altersversorgung (IORPs), die ihrer Ansicht nach gestiegen sind.
Höhere Inflation erwartet
Höhere Inflationsprognosen, die durch hohe Energiepreise infolge der Konflikte im Nahen Osten getrieben werden, prägen dem Bericht zufolge das makroökonomische Umfeld. So korrigierte Eiopa ihre Inflationsprognosen für die wichtigsten geografischen Regionen für das erste Quartal 2026 von 2,1 Prozent im Vorquartal auf 2,5 Prozent nach oben. Die Arbeitslosenquoten und die prognostizierten BIP-Wachstumsprognosen für die nächsten vier Quartale lagen im ersten Quartal 2026 bei etwa 5,3 Prozent beziehungsweise 1,6 Prozent. Das Lohnwachstum im Euroraum blieb im dritten Quartal 2025 bei 3,4 Prozent. Mit Blick auf die Zukunft sei der globale makroökonomische Ausblick weiterhin von erhöhter Unsicherheit geprägt, die durch anhaltende geopolitische Spannungen und deren mögliche Entwicklung bedingt ist.

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Screenshot 2026-05-06 164758.png
Das Risk Dashboard zeigt die Risiken für Versicherer auf. EIOPA
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Das Risk Dashboard zeigt die Risiken für Versicherer auf. EIOPA
Verschärfter Risikoausblick
Diese geopolitische Unsicherheit wirkt sich vor allem auf die Aktien- und Unternehmensanleihemärkte aus, die laut Eiopa wesentlich volatiler geworden sind. Potenzielle Schwachstellen im Zusammenhang mit hohen Bewertungen sowie wachsende Zweifel daran, ob künstliche Intelligenz die hohen Erwartungen der Anleger erfüllen kann, würden die Anfälligkeit gegenüber negativen geopolitischen Entwicklungen dabei noch verstärken.
Was die Kapitalanlagen der IORPs anbelangt, ging das Engagement in Anleihen als Anteil am Gesamtvermögen im 4. Quartal 2025 leicht von 54,3 Prozent auf 53,3 Prozent zurück, während die Investitionen in Aktien mit 26,3 Prozent weitgehend stabil blieben. Die Immobilienpreise setzten ihren seit Ende 2024 anhaltenden Aufwärtstrend im gesamten Euroraum fort und stiegen im zweiten Quartal 2025 um 2,2 Prozent – gegenüber einem Minus von 1,6 Prozent im Vorquartal. Insgesamt würden sich die Markt- und Renditerisiken angesichts der anhaltenden geopolitischen Instabilität in den kommenden zwölf Monaten verschärfen, teilte die Aufsichtsbehörde mit.

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Trotz des schwierigen Umfelds zeige sich der europäische IORP-Sektor aber weiterhin widerstandsfähig. So habe sich die Finanzlage der leistungsorientierten IORPs dank der kombinierten Wirkung starker Anlageerträge, höherer Aktienkurse und steigender langfristiger Zinssätze verbessert, lautet das Fazit des Berichts.
Über das Risiko Dashboard
Das Risiko Dashboard basiert auf den neuesten IORP-Meldedaten mit Bezug bis zum vierten Quartal 2025. Es fasst anhand einer Reihe von Risikoindikatoren die wichtigsten Risiken und Schwachstellen im IORP-Sektor des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) für die verschiedenen Systeme, d. h. beitragsorientierte (DC) und leistungsorientierte (DB) Systeme, zusammen. Die Daten basieren auf den aufsichtsrechtlichen Meldungen für das vierte Quartal 2025, die von 625 IORPs erhoben wurden.
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