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Geneva Association

Inclusive Insurance: Versicherungen fΓΌr alle zugΓ€nglich machen

In einer aktuellen Studie untersucht die Geneva Association das Potenzial und die Herausforderungen inklusiver Versicherungen.

Bernd De Wall

Versicherungsschutz fΓΌr alle bezahlbar machen: Darin liegt grosses Potenzial.
Versicherungsschutz fΓΌr alle bezahlbar machen: Darin liegt grosses Potenzial.Adobe Stock

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Finanzkrise, Pandemie, Inflation: Die soziale Ungleichheit in den IndustrielΓ€ndern wΓ€chst angesichts dieser Herausforderungen in vielen IndustrielΓ€ndern. Darauf weist der Autor des im November verΓΆffentlichten Reports Β«Inclusive Insurance in Advanced EconomiesΒ», Kai-Uwe Schanz, hin. Deshalb gebe es in vielen LΓ€ndern Bestrebungen, inklusive Versicherungen als MΓΆglichkeit zu prΓΌfen, den Versicherungsschutz auf unterversorgte BevΓΆlkerungsgruppen auszudehnen. Inklusive Versicherungen seien Kernbestandteil der finanziellen Inklusion, die den Zugang zu grundlegenden Finanzdienstleistungen unabhΓ€ngig vom sozioΓΆkonomischen oder soziodemografischen Status gewΓ€hrleistet, schreibt Schanz, Deputy Managing Director und Head of Research & Foresight der Geneva Association mit Sitz in ZΓΌrich, in seiner Einleitung. Dabei kΓΆnnten Versicherungen soziale Ungleichheit verringern, indem sie verhindern, dass Einzelpersonen und Haushalte in Armut geraten.

Thema eng mit VersicherungslΓΌcken verknΓΌpft

Das Thema Inklusive Versicherungen ist dabei eng mit dem Thema DeckungslΓΌcken verknΓΌpft, bei denen  Einzelpersonen, Haushalte und Unternehmen ΓΌber keinen ausreichenden Schutz gegen Risiken wie beispielsweise Naturkatastrophen oder Cyberattacken verfΓΌgen. Der ungedeckte Versicherungsbedarf geht laut Schanz weltweit in die Billionen Dollar. An verlΓ€ssliche Daten zu kommen ist indessen schwierig. Aus diesem Grund fΓΌhrte die Geneva Association eine Umfrage unter mehr als 28’000 Haushalten in Frankreich, Deutschland, Italien, Japan, Spanien, Großbritannien und den USA durch.

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Die Umfrage zeigt, dass etwa 85 Prozent der Befragten in den IndustrielΓ€ndern mindestens ein Versicherungsprodukt besitzen, wobei Motorfahrzeug- und WohngebΓ€udeversicherungen am weitesten verbreitet sind. Vor allem Befragte mit niedrigem Einkommen, der Generation Z und mit Migrationshintergrund seien laut Umfrage tendenziell weniger versichert als die ReferenzbevΓΆlkerung, was auf InklusionslΓΌcken hindeutet. Weltweit sind private Kranken- und WohngebΓ€udeversicherungen die am meisten benΓΆtigten zusΓ€tzlichen Deckungen, lautet ein Fazit der Umfrage.

Versicherungsschutz muss bezahlbar sein

Allerdings: Versicherungsschutz kostet. Die Bezahlbarkeit sei durchweg das wichtigste Thema fΓΌr alle soziodemografischen Untergruppen, insbesondere fΓΌr einkommensschwache Befragte. Der Report kategorisiert Hindernisse fΓΌr eine inklusive Versicherung in vier Hauptbereiche: VerfΓΌgbarkeit, ZugΓ€nglichkeit, Erschwinglichkeit und Bewusstsein.
VerfΓΌgbarkeitsprobleme entstehen durch ein eingeschrΓ€nktes Angebot an verschiedenen Versicherungsprodukten fΓΌr unterschiedliche soziodemografische Gruppen. Zugang zu Versicherungen sind ein besonderes Problem in geografisch abgelegenen Gebieten, in denen es kaum Makler oder keinen Internetzugang gibt. Die Bezahlbarkeit von Versicherungsschutz ist ein entscheidendes Hindernis, insbesondere fΓΌr Haushalte mit niedrigem Einkommen. Und letztendlich spiegelt ein mangelndes Bewusstsein fΓΌr Versicherungen oft eine geringe Finanzkompetenz bei potenziellen Kunden wider, so die Haupterkenntnisse.

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Hindernisse abbauen

Die Entwicklung von Versicherungsprodukten, die erschwinglich und fΓΌr verschiedene, unterversorgte BevΓΆlkerungsgruppen relevant sind, sind laut Report also der SchlΓΌssel zu einer inklusiven Versicherung und zu sozialer Gerechtigkeit. Zudem gelte es, Hindernisse beim Zugang zu Versicherungen abzubauen und das Finanzwissen ΓΌber entsprechende Programme zu fΓΆrdern. Die Zusammenarbeit mit RegierungsbehΓΆrden und Regulierungsstellen seien fΓΌr die Schaffung inklusiver VersicherungsmΓ€rkte von entscheidender Bedeutung. Gleichzeitig ist das Potenzial fΓΌr Versicherer angesichts der Billionen-Dollar-VersicherungslΓΌcke riesig. Dies gilt es zu nutzen.
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