Immobilienanlagen haben verglichen mit anderen Anlagekategorien in den vergangenen zehn Jahren eine robuste und attraktive Performance gezeigt. Im aktuellen Umfeld mit historisch hoher Inflation kann die Anlageklasse einen weiteren Vorteil ausspielen, da Mietertrรคge bei kommerziellen Immobilien oft an die Inflation gekoppelt sind. Sowohl bei direkten als auch bei indirekten Immobilienanlagen sollten Anleger jedoch eine gute Diversifikation anstreben.
Ob direkt oder indirekt รผber Wertschriften gehalten โ Immobilien gehรถren meiner Ansicht nach in jedes ausgewogene Anlageportfolio. Der Diversifikationseffekt von Immobilienanlagen ist heute unbestritten. Durch die tiefe Korrelation zu anderen Anlageklassen wie Aktien oder Obligationen verbessert sich das Rendite-Risiko-Profil der Portfolios, wenn man Immobilien berรผcksichtigt.
Langfristig kann man bei Immobilienanlagen mit einer Gesamtrendite rechnen, die zwischen derjenigen von Aktien und Obligationen liegt. In den vergangenen 20 Jahren wurden in der Schweiz durchschnittliche Renditen von zwischen 5,0 und 6,0 Prozent pro Jahr erzielt. Allerdings gilt es zu berรผcksichtigen, dass fรผr die kommenden Jahre mit geringeren Renditen zu rechnen ist, da die Werte und Preise im Schweizer Immobilienmarkt stark angestiegen sind.
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ยซKlumpenrisikenยป sollten vermieden werden
Direkte Immobilienanlagen weisen ein erhebliches Diversifikationspotenzial auf, das um einiges grรถsser ist als bei indirekten Immobilienanlagen. Es kommt aber erst bei einem gut diversifizierten Immobilienportfolio richtig zur Geltung.
Ist das Portfolio zu klein oder schlecht diversifiziert, dominieren die Risiken, die den einzelnen Liegenschaften anhaften. Fรผr viele Anleger ist eine optimale Diversifikation des Immobilienbestands nach Region oder Nutzungsart aufgrund der Losgrรถssen und des limitierten Investitionsvolumens nicht mรถglich. Folglich resultieren Klumpenrisiken.
Weitere Nachteile bestehen auf der Kostenseite, da bei Verรคusserungen und beim Erwerb von Objekten hohe Transaktionskosten anfallen. Auch die Bewirtschaftung der Objekte ist aufwendig, da fรผr eine effiziente Verwaltung weitgehende betriebswirtschaftliche und rechtliche Kenntnisse erforderlich sind. Ausserdem ist die direkte Anlage im Vergleich zu anderen Anlageklassen relativ illiquid.
Grosse Auswahl an indirekte Immobilienanlagen
Aufgrund der hohen erforderlichen Investitionsvolumen bei direkten Immobilienanlagen stehen indirekte Immobilienanlagen zunehmend in der Gunst der Anleger. Dabei handelt es sich um die Investition in Immobilienaktien, -fonds oder Anlagestiftungen.
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Das Geld des Anlegers ist nicht direkt in Backsteinen und Mรถrtel gebunden, sondern in Form eines Wertpapiers handelbar. Damit ist bereits mit einem geringen Mitteleinsatz eine Investition in ein breit diversifiziertes Immobilienportfolio mรถglich.
Ist die Entscheidung zugunsten von indirekten Immobilienanlagen einmal gefallen, steht der Investor vor der Qual der Wahl. Nicht weniger als 40 Immobilienfonds und 15 Immobilien-Aktiengesellschaften sind an der Schweizer Bรถrse kotiert. Hinzu kommen rund 39 Immobilien-Anlagegruppen von Anlagestiftungen, die allerdings heute mehrheitlich fรผr Neuzeichnungen geschlossen sind und in die nur steuerbefreite Einrichtungen der 2. Sรคule sowie Anlagelรถsungen der Sรคule 3a investieren kรถnnen.
Immobilienaktien mit hรถchsten Renditen
In der Schweiz haben Immobilienaktien im Bereich der Immobilienanlagen in den vergangenen 20 Jahren die hรถchsten Renditen erzielt. Allerdings musste dafรผr eine erhรถhte Korrelation mit dem Aktienmarkt sowie stรคrkere Volatilitรคt in Kauf genommen werden.
Die Schwankungsbreite der Immobilienfonds ist trotz des Bรถrsenhandels geringer und der Diversifikationsbeitrag hรถher. Wรคhrend der Bรถrsenhandel mit schweizerischen Immobilien-Aktiengesellschaften erst im Jahr 2000 richtig begonnen hat, wurde der erste Immobilienfonds bereits 1938 gegrรผndet. Immobilienfonds sind รผber das Kollektivanlagengesetz deutlich stรคrker reguliert.
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Die Mehrheit der Schweizer Immobilienfonds ist auf Wohnobjekte fokussiert. Daneben existieren aber auch mehrere Immobilienfonds mit kommerzieller Ausrichtung oder einem Fokus auf Spezialimmobilien. Wรคhrend bei Wohnimmobilien die Mieteinnahmen an den Referenzzinssatz gebunden sind, wird bei kommerziellen Liegenschaften die Inflation oft auf die Mieter รผberwรคlzt.
Die Immobilien-Aktiengesellschaften sind vor allem im Bรผro- und Verkaufsflรคchenmarkt engagiert. Bei den einzelnen liegt ein besonderes Augenmerk auf dem Steuereinfluss. Allein im Bereich der Immobilienfonds kรถnnen drei Besteuerungsformen unterschieden werden.
Megatrends: Nachhaltigkeit und Globalisierung
Wir bei bei Credit Suisse Asset Management glauben, dass die Nachfrage nach Immobilien langfristig von Megatrends abhรคngt. Da der Lebenszyklus einer Immobilie durchaus 80 Jahre und mehr betragen kann, ist es besonders wichtig, Immobilieninvestitionen auf die Herausforderungen auszurichten, die sich abzeichnen. Nach unserer Einschรคtzung werden die Megatrends Nachhaltigkeit und Globalisierung den Immobilienmarkt im nรคchsten Jahrzehnt einschneidend verรคndern.
Eine nachhaltige Entwicklung ist ohne den Einbezug von Immobilien nicht denkbar. Denn Liegenschaften sind nicht nur langlebig und kapitalintensiv, sie sind auch fรผr rund 37 Prozent der globalen CO2-Emissionen sowie den Verbrauch von rund der Hรคlfte aller Rohmaterialien verantwortlich. In den vergangenen Jahren ist die Nachfrage nach nachhaltigen Immobilienanlagen auch in der Schweiz stark gestiegen. Viele bestehende Immobilienfonds arbeiten daran, ihre Transparenz hinsichtlich Emissions- und Energieintensitรคt zu verbessern und haben Ziele zur Erreichung der Klimaneutralitรคt definiert.
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Internationale Immobilienanlagen werden immer mehr zu einem unverzichtbaren Bestandteil einer modernen Vermรถgensallokation. Damit wird im Immobilienbereich nachvollzogen, was im Aktien- oder Obligationenmarkt schon seit Jahren Standard ist: internationale Diversifikation. Da politischen Risiken, Wรคhrungs- und auch Steuerthemen eine grosse Bedeutung in Bezug auf die Performance der internationalen Immobilienanlagen zukommt, ist auf eine gute Diversifikation des Portfolios zu achten.
Ulrich Braun ist Leiter Immobilienstrategien und -beratung bei Credit Suisse Asset Management
Dieser Text ist erstmals erschienen im Vorsorge Guide 2022/2023.
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