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Studie | HZ Insurance

Zukunft der Generalagentur: Was denken die Kunden? – Teil 2

Im vierten Kurzauszug aus der IFZ Versicherungsstudie 2021 diskutieren wir vier weitere Hypothesen zur Zukunft der Generalagentur.

Florian Schreiber,

Anup Nastik,

Sophie Hundertmark

In der Deutschschweiz erfolgt die Beratung durch Generalagenturen immer ΓΆfter virtuell.
In der Deutschschweiz erfolgt die Beratung durch Generalagenturen immer ΓΆfter virtuell.Adobe Stock

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Basis unserer EinschΓ€tzungen bildet eine bevΓΆlkerungsreprΓ€sentative Umfrage unter 1000 Versicherungskunden in der Deutsch- und Westschweiz, die von LINK im Dezember 2020 erhoben wurde.
Autoren
  • Dr. Florian Schreiber ist Insurance Lead und Dozent am Institut fΓΌr Finanzdienstleistungen Zug IFZ der Hochschule Luzern – Wirtschaft. In dieser Rolle fungiert er auch als Studienleiter des Weiterbildungslehrgangs CAS Future of Insurance sowie als Herausgeber des IFZ Insurance Insights Blog.
  • Dr. Anup Nastik ist Insurance Executive mit langjΓ€hriger Erfahrung in der Schweizer Versicherungsindustrie. Er fΓΌhrt seit 2017 regelmΓ€ssig Studien zum Kaufverhalten von Versicherungskunden durch.
  • Sophie Hundertmark ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut fΓΌr Finanzdienstleistungen Zug IFZ und selbststΓ€ndige Beraterin fΓΌr die strategische Begleitung sowie Umsetzung von Chatbot-Projekten.

5. In der Westschweiz findet die Beratung am Wohnzimmertisch statt, in der Deutschschweiz immer ΓΆfter virtuell

GemΓ€ss Umfrageergebnissen bevorzugen die Westschweizer eine Beratung zu Versicherungsprodukten oder DeckungsbeitrΓ€gen direkt im eigenen Wohnzimmer. FΓΌr die meisten Deutschschweizer dient dagegen die online oder via Telefon durchgefΓΌhrte Beratung als prΓ€ferierte LΓΆsung. DarΓΌber hinaus wΓΌnscht sich diese Kundengruppe Fachspezialisten, die sich mit dem Produkt der Wahl bestens auskennen. Aus Sicht der Westschweizer scheint es mΓΌhsam zu sein, mehrere verschiedene Berater im eigenen Wohnzimmer zu empfangen. FΓΌr sie genΓΌgt daher mehrheitlich ein Allbranchen-Berater mit Kenntnissen in mehreren Bereichen.

6. Bildung, Einkommen und Sprachregion bestimmen die Bereitschaft zum Erwerb mehrerer Produkte eines einzigen Versicherers

Die Abbildung veranschaulicht, dass die Swiss Life, die Baloise und die Zurich als einzige Anbieter bei Personen mit hâheren Einkommen und hâheren Bildungsabschlüssen vorne liegen. Für die Vaudoise, Generali und Mobiliar stellt sich hingegen nur die Sprachregion als besonders signifikanter Unterschied der Umfrageteilnehmenden heraus. Die letztgenannte ist besonders stark in der Deutschschweiz vertreten, wÀhrend die Vaudoise und die Generali von Personen aus der Westschweiz bevorzugt werden. Überhaupt kein Unterschied in den drei genannten Merkmalen kann in den Personenprofilen derjenigen Umfrageteilnehmenden gefunden werden, die mehrere Produkte der restlichen vier Versicherer (Allianz Suisse, Axa, Helvetia, Pax) erwerben mâchten.

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Einfluss von Bildung, EK und Sprachregion auf Markentreue
Einfluss von Bildung, EK und Sprachregion auf Markentreue
Abbildung 1:Β Einfluss von Bildung, EinkommenΒ und Sprachregion auf Markentreue.zVg
Abbildung 1:Β Einfluss von Bildung, EinkommenΒ und Sprachregion auf Markentreue.zVg

7. Kunden der Mobiliar und der Vaudoise wΓΌrden fΓΌr die gleichen Services auch mehr bezahlen – steigen nun die PrΓ€mien?

Mit 36 Prozent der Befragten ist eine grosse Anzahl an Personen bereit, einen Mehrpreis fΓΌr ihre Versicherung zu bezahlen. Insbesondere im direkten Vergleich zu den eher preissensitiven Kunden der NachbarlΓ€nder ist dies ein erstaunlich hoher Anteil. Bei der Frage, fΓΌr welche Versicherung die Befragten bereit wΓ€ren, mehr als den Marktdurchschnitt zu bezahlen, schnitt die Mobiliar am besten ab. Dies gilt insbesondere fΓΌr die Gruppe 60+, die in kleinen Haushalten in der lΓ€ndlichen Deutschschweiz lebt. Die Westschweizer sind sich hingegen einig, dass sie einen Aufschlag auf den Marktdurchschnitt am ehesten bei der Vaudoise bezahlen wΓΌrden. Allerdings lΓ€sst sich aus diesem Blickwinkel kaum argumentieren, dass die PrΓ€mien in Zukunft steigen werden.

8. Die Kunden mΓΆchten in Zukunft mehr Bankenprodukte ΓΌber VersicherungskanΓ€le erwerben

In unserer IFZ Versicherungsstudie 2020 haben wir analysiert, wie sich das zukünftige Wettbewerbsumfeld im Schweizer Markt voraussichtlich prÀsentieren wird. Über alle Sparten hinweg zeigte sich, dass Banken mit durchschnittlich 2,26 von fünf Punkten («1: Überhaupt keine Konkurrenz» bis «5: Sehr hohe Konkurrenz») tendenziell eher als zukünftige Kooperationspartner angesehen werden (n=116).
Interessanterweise stimmen die BedΓΌrfnisse der Kunden mit dieser EinschΓ€tzung ΓΌberein. Konkret zeigen die Umfrageergebnisse, dass die befragten Personen zukΓΌnftig verschiedene Bankenprodukte ΓΌber VersicherungskanΓ€le erwerben mΓΆchten. Ein hohes Entwicklungspotenzial fΓΌr Versicherer bergen diesbezΓΌglich insbesondere Hypotheken und AnlagelΓΆsungen. Aus Sicht der Generalagenturen dΓΌrfte dies eine interessante PositionierungsmΓΆglichkeit darstellen, da beide genannten Themen traditionell mit einer hΓΆheren BeratungsintensitΓ€t verbunden sind. Zur Abdeckung des Bedarfs kΓΆnnten beispielsweise bestehende BeratungskapazitΓ€ten fΓΌr einfachere Produkte in diese beiden Themen umgelagert werden. Besonders viel Zuspruch fΓΌr den Vertrieb von Bankprodukten ΓΌber VersicherungskanΓ€le findet sich in der Altersgruppe der 30- bis 45-JΓ€hrigen, wohingegen eher Γ€ltere Kunden (60 bis 75 Jahre) dies weniger wΓΌnschen. DarΓΌber hinaus sind es vorrangig die besser gebildeten Personen, wΓ€hrend es keine Rolle spielt, ob die Kunden in der Agglomeration oder in lΓ€ndlichen Gebieten der Schweiz wohnen.

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