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«Die Solidarität wird zur Ungerechtigkeit»

Manuel Ammann, Professor an der Universität St.Gallen, über nötige Reformen im System der Altersvorsorge und über die tiefen Zinsen, die Pensionskassen ins Risiko treiben.

Kurt Speck

Manuel Ammann
«Unsere Altersvorsorge ähnelt immer mehr einem Ponzi-System: Die Letzten zahlen viel ein, werden aber wenig erhalten»: Manuel Ammann, Professor an der Universität St.Gallen. Mirjam Kluka

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Die Corona-Krise hat das Wirtschaftswachstum in der Schweiz und weltweit verlangsamt. Was heisst das für unsere Vorsorgewerke? 
Ein kurzfristiger Schock hat auf die Vorsorge einen recht geringen Einfluss. Anders wäre es, wenn die Corona-Pandemie langfristige Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum hätte. Da gibt es aber wenige Gründe, dies zu vermuten. Die Vorsorgewerke haben vielmehr mit anderen Problemen zu kämpfen. Die strukturellen Ungleichgewichte beinträchtigen die Altersvorsorge wesentlich stärker als der aktuelle Gesundheitsschock.
Mit der steigenden Zahl an Arbeitslosen vermindern sich die Einnahmen der AHV und die Prämienbeiträge für die berufliche Vorsorge. Wird das Spuren hinterlassen? 
Es kommt darauf an, wie lange die Arbeitslosigkeit anhält. Ich gehe nicht davon aus, dass wir langfristig mit hohen Arbeitslosenzahlen rechnen müssen. Die Situation wird sich normalisieren und damit das System nur für kurze Zeit belasten.
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