Konkret wΓΌrden aktuell 75 Prozent der BerufstΓ€tigen, bei denen Homeoffice vom Job her grundsΓ€tzlich mΓΆglich ist, zumindest teilweise zu Hause arbeiten. Zu diesem Befund kommt die am Mittwoch publizierte Umfrage der Marketagent.com Schweiz AG im Auftrag des Immobiliendienstleisters Steiner. Weitere 16 Prozent mΓΆchten lieber nur im BΓΌro arbeiten und bei 9 Prozent lΓ€sst die Firma Homeoffice nicht zu.
Ob Homeoffice bleibt oder nicht, sei daher nicht die Frage: "Die Herausforderung fΓΌr Unternehmen liegt nicht mehr darin, Homeoffice grundsΓ€tzlich zu ermΓΆglichen, sondern das Homeoffice-Pensum so zu definieren, dass die Mitarbeitenden zufrieden sind und die ArbeitsqualitΓ€t steigt", sagte Studienleiterin Jaqueline RΓΌtter anlΓ€sslich einer Videokonferenz.
FlΓ€chennachfrage steigt
Nicht zu beobachten sei indes, dass die Nachfrage nach BΓΌroflΓ€chen stetig abnimmt, betonte Steiner-Co-CEO Michael Schiltknecht, im Gegenteil: "Die Unternehmen sind vermehrt darauf erpicht, ihren Mitarbeitenden qualitativ hochstehende FlΓ€chen mΓΆglichst in ZentrumsnΓ€he anzubieten". Damit soll die noch verbleibende Aufenthaltsdauer im BΓΌro produktiver gestaltet werden. Der Bereitstellung von offenen und kommunikativen RΓ€umen in den BΓΌros werde daher mehr Platz eingerΓ€umt als zuvor, sagte Schiltknecht.
Finanzielle Benachteiligung
GrundsΓ€tzlich wΓΌrden von den aktuell im Homeoffice tΓ€tigen Befragten nur noch 17 Prozent ausschliesslich von zu Hause aus arbeiten. In der im April 2021 durchgefΓΌhrten Befragung lag dieser Anteil noch bei 28 Prozent. Nun wΓΌrden mehr als die HΓ€lfte der Befragten maximal die HΓ€lfte der Arbeitszeit in der eigenen Wohnung oder im eigenen Haus arbeiten.
Dies kΓΆnnte teilweise auch damit erklΓ€rt werden, dass die UnterstΓΌtzung von Homeoffice seitens der Unternehmen in Form von finanziellen oder anderen BeitrΓ€gen gering ausfalle, fΓΌhrte RΓΌtter weiter aus. Denn bereits jeder zehnte Befragte gab an, dass die Homeoffice-TΓ€tigkeit als finanzielle Benachteiligung angesehen wird.
Konkret erhΓ€lt die Mehrheit (64 Prozent) keine UnterstΓΌtzung durch die Unternehmen fΓΌr das Arbeiten zu Hause. Nur 9 Prozent haben eine Homeoffice-Pauschale zur freien Verwendung erhalten. Bei 6 Prozent werden etwa Strom- oder Telefonrechnungen ΓΌbernommen. Knapp ein Viertel erhielt hingegen zumindest technische BΓΌroausstattung wie Bildschirme oder Tastaturen.
AuffΓ€llig zudem: MΓ€nner arbeiten hΓ€ufiger gelegentlich im Homeoffice (81 Prozent) als Frauen (66 Prozent). Die Studienautoren erklΓ€ren dies damit, dass Frauen hΓ€ufiger bei Unternehmen arbeiten, die diese Arbeitsform nicht zulassen. FΓΌr die Untersuchung wurden in der zweiten Februar-HΓ€lfte 2022 gut 1'000 Personen befragt. (awp/hzi/kbo)