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Finanzmarktaufsicht

Der Finma-Chef Stefan Walter will mehr Macht

Stefan Walter, Direktor der Finma, sagt gegenรผber HZ Insurance, wie er die Finanzmarktaufsicht ausrichten will, um den Wohlstand zu sichern.

Andrea Hohendahl

Stefan Walter, Direktor der Finanzmarktaufsicht (Finma).
Stefan Walter, Direktor der Finanzmarktaufsicht (Finma).Keystone

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Stefan Walter legt in einem Positionspapier, welches HZ Insurance vorliegt, dar, wie er die Eidgenรถssische Finanzmarktaufsicht (Finma) fรผr die Zukunft fit machen will. Darin beleuchtet der Finma-Direktor die entscheidende Bedeutung einer unabhรคngigen, starken Finanzmarktaufsicht fรผr die Stabilitรคt und den Wohlstand der Schweiz. Walter hebt hervor, dass der Finanzsektor โ€“ und insbesondere die Banken โ€“ immer wieder im Zentrum bedeutender Wirtschaftskrisen standen. ยซEine effektive Aufsicht ist unerlรคsslich, um kรผnftige Krisen abzuwehren und die Bevรถlkerung zu schรผtzenยป, schreibt Walter.
Besonders die Banken, die durch ihre Rolle in der Kreditvergabe, der Zahlungsabwicklung und als Hebel der Geldpolitik eine systemrelevante Stellung einnehmen, stehen dabei im Fokus. Walters zentrale Botschaft: Ohne eine wirksame und unabhรคngige Finanzaufsicht kรถnnen Fehlentwicklungen in diesem Sektor gravierende Folgen fรผr die Gesamtwirtschaft haben. Deshalb sieht er die Aufsicht als unverzichtbaren Bestandteil der Schweizer Wirtschaftspolitik, gleichrangig mit einer stabilen Geld- und Fiskalpolitik.

Frรผhintervention als Prรคvention

Ein wesentlicher Punkt in Walters Rede ist die Forderung nach einer stรคrkeren Frรผhintervention. Die Aufsicht mรผsse bereits dann eingreifen, wenn erste Anzeichen fรผr Risiken erkennbar sind, nicht erst in akuten Krisensituationen. ยซFrรผhintervention bedeutet, kleine Probleme zu beheben, bevor sie gross werdenยป, erklรคrt Walter.

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In diesem Zusammenhang fordert der Finma-Chef erweiterte gesetzliche Kompetenzen und neue Instrumente. Aktuell sei die Aufsicht in der Schweiz in ihrer Handlungsfรคhigkeit noch eingeschrรคnkt. Walter spricht sich dafรผr aus, dass die Aufsicht unabhรคngig von starren Kennzahlen handeln kann. Die Krise um die untergegangene Credit Suisse im Mรคrz 2023 habe gezeigt, dass Banken trotz erfรผllter Kapitalvorschriften in Schieflage geraten kรถnnen โ€“ oft aufgrund von qualitativen Mรคngeln, die frรผhzeitig hรคtten erkannt werden mรผssen.

Verhรคltnismรคssigkeit in der Aufsicht

Wรคhrend eine effektive Frรผhintervention im Zentrum steht, betont Walter, dass die Aufsicht verhรคltnismรคssig und risikobasiert erfolgen muss. Dies bedeutet, dass kleinere Institute, die weniger systemrelevant sind, nicht unnรถtig stark belastet werden dรผrfen, wรคhrend grรถssere Banken und Versicherer intensiver kontrolliert werden sollten. ยซDie Aufsicht muss ihre Mittel effizient und gezielt einsetzen, ohne dabei unverhรคltnismรคssige Belastungen zu schaffenยป, schreibt Walter in seinem Positionspapier. Bei den grรถsseren Versicherungsunternehmen wรผrden pro Jahr zwischen einer und fรผnf Vor-Ort-Kontrollen durchgefรผhrt, bei den kleinen werde alle fรผnf bis acht Jahre einmal vorbeigegangen.

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Die Zahlen belegen diese Herangehensweise: Von 2021 bis 2023 fรผhrte die Finma 116 Vor-Ort-Kontrollen bei den beiden grรถssten Banken der Schweiz durch. Im gleichen Zeitraum gab es nur 52 Kontrollen bei kleineren Instituten der Kategorien vier und fรผnf. Walter sieht hierin den Beweis, dass die Aufsicht risikobasiert und effizient arbeitet.

Erleichterungen fรผr Kleinbanken

Ein weiterer Punkt, den Walter anspricht, ist das Kleinbankenregime, das die Finma seit 2018 eingefรผhrt hat. Dieses System gewรคhrt kleineren, besonders liquiden Banken vereinfachte Anforderungen bei der Berechnung und Offenlegung von Eigenmitteln sowie Erleichterungen im Bereich des Risikomanagements. ยซDie Regulierung darf nicht eine unnรถtige Bรผrde fรผr kleinere Institute darstellen, die kein signifikantes Risiko fรผr das System darstellenยป, erklรคrt Walter.
Das Kleinbankenregime sieht vor, dass die Aufsicht proportional zu den Risiken der einzelnen Institute ausgestaltet wird. Die Entlastungen in Bereichen wie Eigenkapitalanforderungen und Meldewesen sollen kleineren Banken helfen, ihre Geschรคftstรคtigkeit effizienter zu gestalten, ohne die Stabilitรคt des Finanzsystems zu gefรคhrden.

Aufsicht fรผr den Wohlstand

Fรผr Stefan Walter ist die Botschaft klar: Eine starke, unabhรคngige Finanzaufsicht ist unverzichtbar, um den Schweizer Finanzplatz vor Krisen zu schรผtzen und langfristig den Wohlstand zu sichern. ยซDie Schweiz profitiert von einer stabilen und effizienten Finanzmarktaufsichtยป, hebt Walter hervor. Der Finanzplatz Schweiz kรถnne nur mit einer wirksamen und verhรคltnismรคssigen Aufsicht seine Wettbewerbsfรคhigkeit bewahren.

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