Die Gesundheitskosten der Schweiz stiegen 2022 um 2,5 Prozent. Dieser Anstieg fΓ€llt weniger stark aus als in den letzten fΓΌnf Jahren.
Haupttreiber sind Ausgaben fΓΌr Kurativbehandlungen und Langzeitpflege, wΓ€hrend Frauen hΓΆhere Kosten tragen.
Die Finanzierung erfolgt hauptsΓ€chlich durch die obligatorische Krankenversicherung, wobei Frauen im gebΓ€rfΓ€higen Alter oder wΓ€hrend der Wechseljahre hΓΆhere Gesundheitskosten verursachen.
Die Gesundheitskosten steigen unaufhaltsam: Im Jahr 2022 nahmen die diese gegenΓΌber dem Vorjahr um 2,5% zu. Dieser Anstieg fΓ€llt jedoch weniger stark aus als in den letzten fΓΌnf Jahren (+3,2%), wie aus der aktuellen Statistik Β«Kosten und Finanzierung des GesundheitswesensΒ» des Bundesamtes fΓΌr Statistik (BFS) hervor geht.
2022 stiegen die Kosten des Gesundheitswesens im Vergleich zum Vorjahr um 2,2 Milliarden auf 91,5 Milliarden Franken an. Das schreibt das BFS in einer aktuellen Mitteilung. Der Anteil der Gesundheitskosten am Bruttoinlandprodukt (BIP) zu laufenden Preisen verringerte sich gegenΓΌber 2021 leicht von 12,0% auf 11,7% im Jahr 2022.
Kosten nach Leistungserbringer
Die drei wichtigsten Leistungserbringer sind die SpitΓ€ler (32,6 Mrd. Franken fΓΌr Gesundheitsleistungen; +2,6%), die sozialmedizinischen Einrichtungen (14,5 Mrd. Franken; +3%) und die Arztpraxen (13,7 Mrd. Franken; +3,2%). Weitere Leistungserbringer mit signifikanten VerΓ€nderungen waren der Staat (-11,3%) infolge geringerer PrΓ€ventionsausgaben sowie die anderen Anbieter ambulanter und hΓ€uslicher Leistungen (+6,3%) und der Detailhandel (+6,1%).
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Kosten nach Leistung
Bei den erbrachten Leistungen zeigen die Zahlen von 2022, dass die stationΓ€ren Kurativbehandlungen (19,6 Mrd. Franken; +2,2% gegenΓΌber dem Vorjahr), die ambulanten Kurativbehandlungen (19,2 Mrd. Franken; +2,5%) und die Langzeitpflege und Hilfe (18,4 Mrd. Franken; +3,4%) zusammen rund 63% der Gesamtkosten generierten. Die Kosten der GesundheitsgΓΌter (Medikamente, Verbrauchsmaterialien, therapeutische Apparate) beliefen sich auf 14,6 Milliarden Franken, was gegenΓΌber 2021 einem Anstieg um 5,2% entspricht. Zu erwΓ€hnen ist auch die Zunahme der Verwaltungskosten (+4,8%), wΓ€hrend die PrΓ€ventionsausgaben ein Minus von 9% registrierten. Letzteres ist hauptsΓ€chlich auf die geringeren Ausgaben fΓΌr die Anschaffung von GesundheitsgΓΌtern und Impfstoffen durch die Kantone im Jahr 2022 zurΓΌckzufΓΌhren.
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Kosten nach Finanzierungsregime
Die obligatorische Krankenversicherung (34,5 Mrd. Franken; +3,8% gegenΓΌber 2021), der Staat (20,3 Mrd. Franken; nahezu unverΓ€ndert) und die Haushalte (19,7 Mrd. Franken; +3,9%) ΓΌbernehmen mit rund 80% des Gesamtbetrags den grΓΆssten Teil der Gesundheitskosten.
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Der Beitrag jedes Finanzierungsregimes fΓ€llt je nach Art der gedeckten Leistung unterschiedlich aus. Der Fokus auf einige Leistungen und ihre Finanzierung zeigt, dass die Kosten fΓΌr GesundheitsgΓΌter hauptsΓ€chlich von der obligatorischen Krankenversicherung (57%) und von den Haushalten (27,5%) getragen werden. StationΓ€re Kurativbehandlungen werden zu gut drei Vierteln (78%) vom Staat und von der obligatorischen Krankenversicherung (47% bzw. 31%) ΓΌbernommen, wΓ€hrend die Kosten fΓΌr ambulante Kurativbehandlungen zu 86% von der obligatorischen Krankenversicherung und den Privathaushalten gedeckt werden (52% bzw. 34%). Die Langzeitpflege und Hilfe wird zu nahezu gleichen Teilen vom Staat und von den Privathaushalten (je rund 30%) sowie von der obligatorischen Krankenversicherung (17%) getragen, wΓ€hrend die ΓΌbrigen Sozialversicherungen (AHV, IV, UV, MV) rund 20% der Kosten decken.
Kosten nach Altersklasse und Geschlecht
2022 entfielen 52% der Gesundheitskosten auf Personen ab 61 Jahren. Mit Ausnahme einiger Altersklassen (0-10 Jahre und 56-75 Jahre) waren die Gesundheitskosten fΓΌr Frauen (55% der Gesamtkosten) systematisch hΓΆher als jene fΓΌr MΓ€nner. Dies ist hauptsΓ€chlich auf die fΓΌr Frauen im gebΓ€rfΓ€higen Alter oder wΓ€hrend der Wechseljahre erbrachten Leistungen sowie auf den hΓΆheren Frauenanteil insbesondere in den hΓΆheren Altersklassen zurΓΌckzufΓΌhren. Diese Zahlen sind im Zeitverlauf relativ stabil.
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Finanzierung des Gesundheitswesens
Im Jahr 2022 wurde das Gesundheitswesen mit insgesamt 92,9 Milliarden Franken finanziert. Der Staat deckte 32% dieses Betrags, wΓ€hrend die Unternehmen 5% und die Privathaushalte 60% ΓΌbernahmen. Der Restbetrag stammt aus unbekannten Finanzierungsquellen.
Der Anteil der Privathaushalte bezifferte sich auf monatlich 526 Franken pro Person. Davon entfielen 264 Franken auf die PrΓ€mien fΓΌr die obligatorische Krankenversicherung, 68 Franken auf die PrΓ€mien fΓΌr Zusatzversicherungen und 50 Franken auf die von der Krankenversicherung vorgesehene Kostenbeteiligung. 138 Franken bezahlten die Haushalte selbst. Der Restbetrag stammt aus Spenden der Haushalte. Im Allgemeinen lΓ€sst sich die Differenz zwischen den BeitrΓ€gen der Finanzierungsregimes und den Gesundheitskosten mit allfΓ€lligen FinanzierungsΓΌberschΓΌssen bei den Versicherungen erklΓ€ren (obligatorische Krankenversicherung und Zusatzversicherungen), wobei 2022 nur die Zusatzversicherungen einen Γberschuss registrierten.