Der Stimmrechtsberater Ethos kritisiert die Nachhaltigkeitsberichterstattung vieler Schweizer Unternehmen. Es mangle oft an einer unabhΓ€ngigen PrΓΌfung, ambitionierten Zielen oder wesentlichen Informationen, erklΓ€rte Ethos am Donnerstag gestΓΌtzt auf eine Analyse der erstmaligen Anwendung der gesetzlichen Bestimmungen zu den Nachhaltigkeitsberichten. Ethos unterstΓΌtzte die von der Schweizer Regierung vorgeschlagene VerschΓ€rfung der Regulierung zur Erstellung von Nachhaltigkeitsberichten.
Nur die HΓ€lfte der Schweizer Firmen erfΓΌllt internationale Standards
Nur 75 der 143 berichtspflichtigen Unternehmen hΓ€tten einen Nachhaltigkeitsbericht verΓΆffentlicht, der einen international anerkannten Standard einhalte. 46 davon hΓ€tten sich an einem solchen Standard orientiert, ohne diesen aber integral anzuwenden. Darunter befΓ€nden sich die fΓΌnf Grossunternehmen Nestle, Swiss Re, Zurich, Alcon und Partners Group. Die Einhaltung eines anerkannten Standards fΓΌr die Nachhaltigkeitsberichterstattung sei ein wesentliches QualitΓ€tsmerkmal, das einen Vergleich zwischen Unternehmen ermΓΆgliche.
Zurich entgegnete, der Versicherer habe entsprechend den anerkanntesten globalen Standards fΓΌr die Versicherungsbranche und auch den Massgaben des Weltwirtschaftsforums (WEF) zum Stakeholder Capitalism berichtet. Eine Nestle-Sprecherin erklΓ€rte, fΓΌr 2023 habe die vollstΓ€ndige ErfΓΌllung der neuen Anforderungen an die Nachhaltigkeitsberichterstattung einschliesslich des Schweizerischen Obligationenrechts PrioritΓ€t gehabt. Gleichzeitig bereite sich der Nahrungsmittelkonzern auf die Anforderungen der EU an die Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen vor. Der RΓΌckversicherer Swiss Re und der Finanzinvestor Partners Group wollten sich nicht Γ€ussern. (reuters/hzi/kbo)