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Transformation in der Assekuranz

Bei Innovationen sind FΓΌhrungskrΓ€fte besonders gefragt

Ein aktueller Bericht von Wirz & Partners untersucht Trends und Herausforderungen bei Versicherern - und wie man ihnen begegnen kann.

Bernd De Wall

KΓΌnstliche Intelligenz
FΓΌhrungskrΓ€fte in den Versicherungsgesellschaften mΓΌssen sich den Zukunftsthemen annehmen. Adobe Stock

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Das Management Consulting-Unternehmen Wirz & Partners untersucht in ihrem Bericht die globalen Trends wie digitale Transformation, kundenorientierte Innovationen und Nachhaltigkeit - sowie die Auswirkungen auf die Schweizer Assekuranz und die FΓΌhrungskrΓ€fte. Diese globalen Trends hΓ€tten das Potenzial, bestehende GeschΓ€ftsmodelle und operative Effizienzen zu stΓΆren und somit proaktives Handeln und strategische Planung zur Aufrechterhaltung der WettbewerbsfΓ€higkeit erforderlich zu machen, so der Bericht. Vor allem FΓΌhrungskrΓ€fte seien sich unsicher, was diese Transformation in Form von echten und wertschΓΆpfenden Massnahmen bedeuten wird.

Vertrauensverluste wettmachen

Die Finanzinstitute sind derzeit nach Ansicht der Autoren mit einem Vertrauensverlust konfrontiert, vor allem seit dem Zusammenbruch der Credit Suisse. Dies manifestiert sich auch in der Assekuranz. Durch komplexe Vertragsbedingungen seien Krankenversicherer hinsichtlich Transparenz und Kundenkommunikation gefordert.
Zudem betonen laut Bericht 84 Prozent der Kunden die Bedeutung des Datenschutzes. Aber auch Schadenversicherer hΓ€tten mit Vertrauensproblemen zu kΓ€mpfen, besonders im Umgang mit GrossschΓ€den nach Naturereignissen. Deshalb mΓΌssten sie ihre Schadenprozesse effektiv kommunizieren und ihr Engagement fΓΌr eine faire Abwicklung demonstrieren, um das Vertrauen der Kunden zu erhalten, lautet ein Fazit des Berichts.

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Mit Innovationen auf KundenbedΓΌrfnisse reagieren

Ein weiteres Themenfeld des Berichts widmet sich innovativen Produkten, denn Kunden suchen zunehmend nach personalisierten und flexiblen Versicherungsprodukten, die zu ihren sich wandelnden Lebensstilen passen, wie z. B. On-Demand-Versicherungen. Krankenversicherer mΓΌssten durch die Bereitstellung von anpassbaren Produkten innovativ sein, auf individuelle GesundheitsbedΓΌrfnisse eingehen und den Schwerpunkt auf Wellness und PrΓ€vention legen.
Dies sei angesichts steigender Gesundheitskosten und PrΓ€miendeckelung, welche die Gewinnmargen vor allem bei Spitalzusatzversicherungen verringert, kein einfaches Unterfangen. Deshalb mΓΌsse gerade FΓΌhrungskrΓ€ften der GeschΓ€ftszweck und die MΓΆglichkeit einer klaren strategischen Positionierung besser vermittelt werden.
Nicht-Krankenversicherer stΓΌnden vor der Herausforderung, Echtzeit- und nutzungsbasierte Produkte fΓΌr Dienstleistungen wie Carsharing oder temporΓ€re Wohnraummieten zu entwickeln und diese in Γ–kosysteme zu integrieren - wobei die RentabilitΓ€t und die ProfitabilitΓ€t dabei ungewiss seien. Laut eines Research-Berichts von Kyndril haben allerdings 68 Prozent der FΓΌhrungskrΓ€fte in der Versicherungsbranche Schwierigkeiten, mit dem Tempo der technologischen Fortschritte Schritt zu halten.

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Agil auf MarktverΓ€nderungen reagieren

Das betrifft dann direkt einen weiteren Megatrend, die KΓΌnstliche Intelligenz. Allerdings wΓΌrden Schweizer Versicherer im Vergleich zu ihren mitteleuropΓ€ischen Pendants bei der digitalen Weiterentwicklung hinterherhinken, moniert der Bericht. FΓΌr Krankenversicherer bestΓΌnde die Herausforderung darin, KI fΓΌr die Schadensbearbeitung und die Personalisierung von GesundheitsplΓ€nen einzusetzen, wΓ€hrend gleichzeitig Datensicherheit und PrivatsphΓ€re gewΓ€hrleistet bleiben.
Schadenversicherer stΓΌnden vor der vor der Aufgabe, IoT und KI fΓΌr das Risikomanagement in der Immobilien- und Kraftfahrzeugversicherung zu integrieren, was erhebliche Technologieinvestitionen erfordert. Um wettbewerbsfΓ€hig zu bleiben, sollten Schweizer Versicherer von veralteten IT-Legacy-Systemen zu cloudbasierten LΓΆsungen wechseln. Dies ermΓΆgliche eine nahtlose Integration digitaler Tools, unterstΓΌtze eine schnellere ProdukteinfΓΌhrung und erlaube agile Reaktionen auf MarktverΓ€nderungen.

Klimarisiken begegnen

Ein weiterer Aspekt, den der Bericht nicht ausspart, sind die Klimarisiken. Der Bericht zitiert eine Studie des Beratungsunternehmens Ernst & Young, nach der Nachhaltigkeit fΓΌr rund 66 Prozent der Befragten wichtig ist, jedoch nur, wenn sie mit PreisΓΌberlegungen einhergeht. Gleichzeitig sind 40 Prozent der Befragten unsicher, ob ihr Versicherer sich fΓΌr Nachhaltigkeit einsetzt.

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Diese Unsicherheit schwΓ€che bei Schadenversicherern ihren Einfluss auf Kaufentscheidungen, deshalb mΓΌssten sie ihre Zeichnungs- und Preisgestaltungsmodelle innovativer gestalten. FΓΌr Krankenversicherer gelte es Produkte zu entwickeln, die die Auswirkungen des Klimawandels auf die ΓΆffentliche Gesundheit berΓΌcksichtigen. Was beide eint, ist die ist die Herausforderung der Umsetzung eines effektiven ESG-Berichtswesens.

FΓΌhrungskrΓ€fte mΓΌssen viele FΓ€higkeiten mitbringen

DarΓΌber hinaus streift der Bericht noch die Themenfelder Regulierung, Datenschutzvorhaben, Konvergenz, KI-Vorgaben und Regierungsvorhaben im Schweizer Versicherungssektor. Es ist also ein bunter Strauss an aktuellen Herausforderungen, die der Bericht leserlich zusammengestellt hat. FΓΌhrungskrΓ€fte sollten wesentliche FΓ€higkeiten in digitaler Transformation und Risikomanagement entwickeln und eine Kultur der AgilitΓ€t fΓΆrdern, um sich an die dynamische Umgebung anzupassen. Durch die Annahme dieser Trends kΓΆnnten Versicherer Risiken mindern und sich fΓΌr nachhaltiges Wachstum positionieren, lautet das Schlussfazit von Wirz & Partners.
Über die Autoren

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