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Kommentar

Ungeheuerliche Schlamperei oder Glรผck im Unglรผck?

Die AHV-Ausgaben fallen deutlich niedriger aus, wie ein Berechnungsfehler offenbart.

Karin Bosshard

Berechnungsfehler des BSV stellen das Vertrauen der Bevรถlkerung auf eine harte Probe.
Berechnungsfehler des BSV stellen das Vertrauen der Bevรถlkerung auf eine harte Probe.zVg

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Da haben wir den Salat! Das Bundesamt fรผr Sozialversicherung (BSV) hat es geschafft, sich um satte 4 Milliarden Franken zu verrechnen. Was zunรคchst nach einem unverzeihlichen Fehler klingt, entpuppt sich nun als scheinbares Glรผck: Die AHV-Ausgaben sollen bis 2033 um rund 6 Prozent niedriger ausfallen als bisher gedacht. Grund zur Freude? Vielleicht. Grund zur Empรถrung? Definitiv.
Wie ist es mรถglich, dass solch gravierende Fehler in der Berechnungssystematik eines so wichtigen Bereichs wie der Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV) lange Zeit unentdeckt bleiben? Man mรถchte meinen, dass bei den Unmengen an Steuergeldern, die in diese Institutionen fliessen, zumindest die Grundrechenarten beherrscht werden. Dass man bei Kontrollarbeiten zufรคllig auf ยซzwei fehlerhafte Formelnยป stรถsst, hinterlรคsst einen schalen Beigeschmack.
SP-Bundesrรคtin Elisabeth Baume-Schneider hat prompt eine Administrativuntersuchung angeordnet. Gut so! Doch reicht das? Es ist hรถchste Zeit, dass nicht nur Fehler behoben, sondern auch Verantwortlichkeiten geklรคrt werden. Wer hat diese Fehler zu verantworten? Wer hat geschlampt, und wer hat weggeschaut? Diese Fragen mรผssen beantwortet werden โ€“ bevor wir wieder mit neuen Reformversprechen abgespeist werden.

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Der Berechnungsfehler, entdeckt im Zuge der Umsetzung der 13. AHV-Rente, kรถnnte fast schon ironisch wirken, wรคre die Angelegenheit nicht so ernst. Wie kann es sein, dass ausgerechnet bei der Reform der Renten ein derart eklatanter Rechenfehler ans Licht kommt? Da fragt man sich doch, wie viele weitere solcher ยซUnregelmรคssigkeitenยป noch im System schlummern.
Das BSV hat umgehend zwei alternative Modelle zur Berechnung erstellt und zwei Forschungsinstitute mit unabhรคngigen Modellen beauftragt. Man kann nur hoffen, dass diese Institute ihre Hausaufgaben besser machen und uns nicht erneut mit solch unerfreulichen รœberraschungen konfrontieren.
Fazit: Die AHV steht besser da als gedacht โ€“ ein Glรผcksfall aus einem Fehler heraus. Doch das darf uns nicht blenden. Es muss sichergestellt werden, dass die Berechnungen zukรผnftig auf solider Grundlage stehen. Eine grรผndliche Untersuchung ist unerlรคsslich, aber ebenso mรผssen strukturelle Verรคnderungen her, um die Zuverlรคssigkeit und Transparenz der AHV-Finanzperspektiven zu gewรคhrleisten. Das Vertrauen der Bevรถlkerung steht auf dem Spiel, und das sollte fรผr die Verantwortlichen hรถchste Prioritรคt haben.

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