Abo
Weniger Grossschäden

Der deutsche Versicherungsriese Talanx sieht sich auf Kurs

Mit höheren Preisen und dank weniger Grossschäden machte Talanx im ersten Quartal einen Gewinnsprung um fast ein Drittel.

Talanx Deutschland Torsten Leue
Talanx-CEO Torsten Leue kann auf ein erfolgreiches Quartal zurückblicken. imago/sepp spiegl

Werbung

Mit einem Gewinnsprung im ersten Quartal sieht sich der Versicherungskonzern Talanx auf Kurs zu seinen Zielen. Der zum ersten Mal nach den neuen Bilanzierungsvorschriften für Versicherer (IFRS 9 und 17) ermittelte Nettogewinn schnellte von Januar bis März um 31 Prozent auf 423 Millionen Euro, wie der Versicherer am Montag in Hannover mitteilte.
Talanx profitierte dabei auch von geringeren Grossschäden; der grösste war mit 250 Millionen Euro das Erdbeben in der Türkei. Dagegen wurde die Privatkunden-Sparte von mehr und teureren Kfz-Schäden belastet. Talanx habe aber die Inflationseffekte in den meisten Ländern durch höhere Preise wettgemacht, sagte Finanzvorstand Jan Wicke. Die Schaden-Kosten-Quote verbesserte sich konzernweit auf 93,5 (2022: 95,8) Prozent.

Prognose bleibt trotz gutem Quartal gleich

Der Versicherungsumsatz stieg um sechs Prozent auf 10,7 Milliarden Euro. Die Erstversicherung sei aber um 13 Prozent gewachsen, betonte Wicke. Der Anteil der Rückversicherungs-Tochter Hannover Rück am Konzernumsatz schrumpft damit auf 60 Prozent.
«Trotz des schönen Quartals» bleibe Talanx bei der Prognose eines Nettogewinns von 1,4 Milliarden Euro in diesem Jahr, sagte Wicke. Die Zahlen schwankten im Jahresverlauf künftig mehr, weil Kursgewinne und -verluste von deutlich mehr Kapitalanlagen nach IFRS 9/17 in der Gewinn- und Verlustrechnung abgebildet werden.

Partner-Inhalte

Der als Vergleichswert verwendete Gewinn des vergangenen Jahres liege bei 1,25 Milliarden Euro, auch wenn das tatsächliche Ergebnis um mehr als 200 Millionen Euro darunter lag. Das liege am Bilanzeffekt des Gemeinschaftsunternehmens mit der Münchener Rück, in das die Hannover Rück ihre Private-Equity-Beteilungen eingebracht habe.

Eigenkapitalrenditedürfte deutlich über dem Jahresziel liegen

Die Eigenkapitalrendite, im ersten Quartal bei 18,8 (14,6) Prozent, werde zum Jahresende «deutlich» über den angepeilten zehn Prozent liegen, sagte der Finanzvorstand. Grundsätzlich sei sie nach IFRS 9/17 um etwa einen Prozentpunkt höher als nach den alten Regeln.
(reuters/hzi/gku)

Werbung